Home ] Nach oben ] Stoffe und Reaktionen ] Teilchenstruktur ] Reaktionsgleichungen ] Reaktionen ] [ Atombau ] Salze ] Referate ] Aufgaben ] Wiederholungsaufgaben ]

 

5 Atombau und gekürztes Periodensystem der Elemente 6h

        5.1 Kern-Hülle-Modell

                5.1.1 Bausteine der Atome: Proton, Neutron, Elektron

                5.1.2 Verteilung der Elektronen in der Hülle

        5.2 Ordnung der Elemente im Periodensystem

                5.2.1 gekürztes Periodensystem

                5.2.2 Elektronenkonfiguration und Reaktionsverhalten

 

Atombau und gekürztes Periodensystem der Elemente 6h

 

Die Schüler begreifen, dass neue Erkenntnisse zu einer Weiterentwicklung bzw. Ablösung bisheriger Modellvorstellungen führen. Sie sollen dabei das für die Naturwissenschaften so wichtige Wechselspiel von experimentellen Arbeiten und erklärender Modellbildung nachvollziehen. Neue Modellvorstellungen zum Atombau helfen den Schülern, die Elementanordnung im Periodensystem besser zu verstehen und dieses als Informationsquelle zu nutzen.

Grundbegriffe:

Elementarteilchen, Isotopie, Valenzelektronen, Oktettegel, Periodensystem der Elemente

 

Kern-Hülle-Modell                                                                         

Bausteine der Atome: Proton, Neutron, Elektron

Radioaktivität

 

Radioaktivität als Folge des Atomzerfalls

Rückblick auf die historische Entwicklung der Atomvorstellung (Demokrit, Dalton)

Anknüpfung an Ionentheorie: Atome sind aus noch kleineren Teilchen zusammengesetzt.

Wie kann der Aufbau der Atome erforscht werden?

Prinzipiell zwei Möglichkeiten: Kernstrahlung, Beschuss

 

Entdeckungsgeschichte der Radioaktivität

1896 Entdeckung der Röntgenstahlen

 

1896 Becquerels Entdeckung der Radioaktivität

Becquerels Hypothese: Wenn die Röntgenstrahlen eine Begleiterscheinung der Fluoreszenz wären, dann sollte auch ein fluoreszierendes Uransalz bei Belichtung mit UV-reichem Sonnenlicht Röntgenstrahlen aussenden, die eine darunter liegende Fotoplatte schwärzen müssten.

Entdeckung des Radiums

Leuchtzifferblatt  (Radium + Zinksulfid)

Spuren von a-Strahlen des Radiums in der Nebelkammer

 

Komponenten der radioaktiven Strahlung und ihre Eigenschaften:

Ablenkung von radioaktiven Strahlen im elektrischen Feld liefert

3 Komponenten:

b-Strahlen

Masse = 1/2000 u

Ladung = - e

Elektronen

 

g-Strahlen

Masse = 0

Ladung = 0

Elektromagnet. Wellen

 

a-Strahlen

Masse = 4 u

Ladung = + 2 e

Heliumkerne

 

 

Reichweite und Abschirmung der radioaktiven Strahlung

 

Reichweite in Luft

 

Abschirmung durch

a

einige cm

Blatt Papier

b

einige Meter

Taschenbuch

g

Abnahme nach Abstandsquadratgesetz

Beton und Bleiwände

 

Rutherfords Streuversuch - Kern-Hülle-Modell


Beobachtung: Fast alle a-Teilchen durchdrangen die Folie, ohne abgelenkt zu werden. Nur eines von etwa 100000 Teilchen wurde abgelenkt.

Ergebnis: Atommodell von Rutherford

Die gesamte positive Atomladung und nahezu die gesamte Atommasse sind auf einen kleinen Bereich von der Größenordnung 10-14 m im Mittelpunkt des Atoms konzentriert. Dies ist der Atomkern. Hiernach beträgt der Kerndurchmesser nur rund 1/10000 des Atomdurchmessers. Das bedeutet aber, dass der überwiegende Teil des Atoms leerer Raum ist.

Da das Atom nach außen hin elektrisch neutral ist, muss die positive Kernladung durch eine entsprechende Anzahl von Elektronen kompensiert werden. Diese Elektronen werden durch die Coulomb-Kräfte von dem positiv geladenem Kern angezogen und im Atomverband festgehalten. Damit sie nicht in den Kern hineinstürzen, muss angenommen werden, dass sie sich – ähnlich wie die Planeten um die Sonne – um den Kern bewegen. Die Gesamtheit dieser Elektronen bildet die Atomhülle.

Das Atom besteht aus einem Atomkern und einer Atomhülle.

Der Atomkern enthält nahezu die gesamte Masse des Atoms und ist positiv geladen.

Die Atomhülle enthält die der positiven Kernladung entsprechende negative Ladung in Form von Elektronen.

Veranschaulichung der Größenverhältnisse Atomkern zu Hülle: Erbse im Kölner Dom

 

Atomkern und Elementarteilchen, Isotope

Lehrplan

Atomkern und Elementarteilchen, Isotope

Energiestufen; Hauptquantenzahl

historische Aspekte (vergl.C10.1)

Zusammenhang zwischen Atombau und Position im PSE

Literatur elemente chemie S. 100,101
Medien Periodensystem
Geräte
Chemikalien

 

Bausteine des Atoms:

Kern: Protonen und Neutronen (=Nukleonen)

Hülle: Elektronen    

Elektron Proton Neutron
Ladung - e + e 0
Masse 1/2000 u 1,0073 u 1,0087 u

 

Bau einfacher Atome:

Wasserstoff 

Helium

Lithium

Kohlenstoff

 

Schreibweise der Nuklide:

 Nukleonenzahl

                        Elementsymbol

 Protonenzahl

z.B.  

 

 

Ein chemisches Element ist eine Substanz, deren Atome in ihrer Protonenzahl (=Kernladungszahl) übereinstimmen

Übungen zum Bau einfacher Atome

 

Isotope

Ungeradzahligkeit vieler Atommassen im Periodensystem! Ursache?

Isotope sind Atome eines Elements, die sich in der Zahl der Neutronen und damit in ihrer Atommasse unterscheiden

Beispiele:

leichter, gewöhlicher

Wasserstoff

Schwerer

Wasserstoff

= Deuterium

überschwerer

Wasserstoff

= Tritium

 

Weitere Beispiele:               Chlor-35, Chlor-37               Uran-238, Uran-235 

 

Übung: Flammenfärbungen und Spektroskopie

Lehrplan
Literatur
Medien
Geräte Bunsenbrenner Drähte Taschenspektroskop
Chemikalien Lithiumchlorid-Lösung Natriumchlorid-L. Kaliumchlorid-L.

Calciumchlorid-L. Strontiumnitrat-L. Bariumchlorid-L.

Durchführung:

Mit einem Eisendraht oder Magnesiastäbchen werden Verbindungen der folgenden Elemente in die Flamme gehalten:

Element

Flammenfärbung

Spektroskopie

Lithium

rot

 

Natrium

gelb

Orangegelbe Doppellinie

Kalium

violett (Kobaltglas!)

 

Strontium

rot

 

Barium

grün

 

Calcium

ziegelrot od. fahlgelb

 

 

Ergebnis: Atome senden bei hohen Temperaturen (oder elektrischer Anregung) Licht mit charakteristischer Farbe aus.

Im Spektroskop werden charakteristische Linien sichtbar, die Spektrallinien.

Hohe Empfindlichkeit der Methode!

Erklärung: Anregung der Elektronen durch hohe Temperatur -> Anhebung auf höheres Energieniveau - Rückkehr in den Grundzustand unter Energieabgabe in Form von Lichtstrahlung ganz bestimmter Wellenlänge (Quanten).

Emissionsspektrum von Magnesium

Emissionsspektrum von Silicium


Spektrallinien und ihre Deutung

Emissionsspektrum (Wasserstoff)

Absorptionsspektrum (Wasserstoff)

 

 

 

Elektronenübergänge im Wasserstoffatom

 


Ordnung der Elemente im Periodensystem - gekürztes Periodensystem

Energiestufen und Schalenmodell der Atomhülle

Ionisierungsenergie: Energie, die zur Abtrennung eines Elektrons aus einem Atom benötigt wird

 

Energiestufenschema - Deutung der Energiestufen als Schalen:

Valenzelektronen: Elektronen auf der äußersten Schale

 


 

Atomhülle und Periodensystem

Lehrplan Zusammenhang zwischen Atombau und Position im PSE
Literatur elemente chemie 9 S.106-107
Medien Folien Periodensystem
Geräte
Chemikalien

Entdeckung des Periodensystems (Mendelejew, Lothar Meyer, 1869)

Ordnet man die Elemente nach steigender Ordnungszahl (=Protonenzahl, Kernladungszahl) und stellt Elemente mit ähnlichen Eigenschaften untereinander, so erhält man das Periodensystem der Elemente.  

Das Periodensystem spiegelt die Elektronenverteilung

(= Elektronenkonfiguration) der Atome der verschiedenen Elemente wider.

Mit jeder Periode beginnt die Besetzung einer neuen Schale.

Die Elemente einer Gruppe besitzen gleich viele Valenzelektronen.  

 

Hauptgruppen des Periodensystems

 

  I II III IV V VI VII VIII
1

1  H

            2  He

2 3  Li

4  Be

5  B

6  C

7  N

8  O

9  F

10  Ne

3 11  Na

12  Mg

13  Al

14  Si

15  P

16  S

17  Cl

18  Ar

4 19  K

20  Ca

31 Ga

32  Ge

33  As

34  Se

35  Br

36  Kr

5 37  Rb

38  Sr

49  In

50  Sn

51  Sb

52  Te

53  I

54  Xe

6 55  Cs

 

56  Ba

 

81  Tl

 

82  Pb

 

83  Bi

 

84  Po

 

85  At

 

86  Rn

 

7 87  Fr

 

88  Ra

 

           

 

Verteilung der Metalle und Nichtmetalle im Periodensystem:

 

Elektronenkonfiguration und Reaktionsverhalten  

Elementgruppe der Alkalimetalle

 

Elementgruppe der Halogene

 

Übung: Die Elementgruppe der Halogene

Lehrplan Valenzelektronen; Oktettregel; Erkennen des Zusammenhangs mit der stöchiometrischen Wertigkeit
Literatur
Medien
Geräte
Chemikalien

Versuch: Nachweis der Halogenidionen mit Silbernitratlösung

Kaliumchlorid-, Kaliumbromid- und Kaliumiodidlösung mit 3 Tr. verd. Salpetersäure ansäuern, mit 10 Tr. 0,5 ml Silbernitratlösung versetzen.

Prüfung der Löslichkeit der Niederschläge in verd. Ammoniak (bzw. konz. Ammoniak als Lehrerversuch).

Ergebnis:

 

Kalium-chlorid

Kalium-bromid

Kalium-iodid

+ Silbernitrat-

lösung

käsigweißer

Niederschlag von

Silberchlorid AgCl

löslich in

verd. Ammoniak

gelblicher

Niederschlag von Silberbromid

AgBr

unlöslich in

verd. Ammoniak

löslich in

konz. Ammoniak

gelber

Niederschlag von Silberiodid

AgI

unlöslich in

verd. und konz. Ammoniak

 

KCl  +  AgNO3  ->  AgCl  +  KNO3

                                                        Silberchlorid (weiß)

KBr  +  AgNO3  ----->  AgBr  +  KNO3

                                             Silberbromid (gelblich)

KI  +  AgNO3  ----->  AgI  +  KNO3

                                                     Silberiodid (gelb)

Hinweis auf Lichtempfindlichkeit der Silberhalogenide und Bedeutung für die Fotografie

 

Versuch: Salzbildung der Halogene mit Metallen

Chlorwasser, Bromwasser und Iodlösung werden mit Magnesium- bzw. Zinkpulver geschüttelt.

Ergebnis: Verschwinden der Halogenfarbe und des Halogengeruchs - mit Silbernitratlösung lassen sich Halogenidionen nachweisen.

2 e-  +  Cl2  ->  2 Cl-

Zn   ->  Zn2+  2 e-

-------------------------------------------------------------------

Zn  +  Cl2  ->  Zn2+  +  2 Cl-

Zn  +  Cl2  ->  ZnCl2


Versuch: Unterscheidung von Brom und Iod durch Ausschütteln mit Benzin

Ergebnis: Brom löst sich in Benzin mit brauner, Iod mit violetter Farbe

 

Versuch: Reaktion der Halogene Chlor, Brom, Iod mit Chloriden, Bromiden und Iodiden

 

Kaliumchlorid-

lösung

Kaliumbromid-

lösung

Kaliumiodid-

lösung

Chlorwasser

---

Braunfärbung!

 

nach Ausschütteln mit Benzin

- braun

Braunfärbung!

 

nach Ausschütteln mit Benzin

- violett

Bromwasser

keine Farbänderung,

keine Reaktion

---

Braunfärbung!

 

nach Ausschütteln mit Benzin

- violett

Iodlösung

keine Farbänderung,

keine Reaktion

keine Farbänderung,

keine Reaktion

---

Reaktionsgleichungen:

2 KBr  +  Cl2  ->  2 KCl  +  Br2

2 KI  +  Cl2  ->  2 KCl  +  I2

2 KI  +  Br2  ->  2 KBr  +  I2