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Aufgaben :

Verfolgen Sie das Schicksal einzelner Neutronen im Kernreaktor. Welche Möglichkeiten gibt es? (Wenn möglich, auch jeweils eine Kerngleichung mit angeben!)

Lösung

- Entweichen nach außen

- Neutroneneinfang durch Uran-238 (und anschließender zweimaliger Beta-Zerfall unter Bildung von Plutonium):

- Spaltung eines Uran-235-Kerns, z.B.

- Neutroneneinfang durch Regulierstäbe

Stellen Sie Gleichungen für die folgenden Kernreaktionen auf:

- Durch Beschuss mit Kohlenstoffkernen und Emission von 4 Neutronen wird Cf-246 gebildet

- Beschuss von Magnesium-24 mit einem Deuteron führt zur Bildung eines Heliumkerns. Das aus dieser Reaktion hervorgehende Nuklid zerfällt unter Aussendung eines Positrons. 

Lösung

 

Bei dem Reaktorunglück in Tschernobyl am 26. April 1986 gelangten radioaktive Stoffe mit dem Wind über weite Teile Europas. In der Nähe von München wurden von der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung die dem Boden durch den radioaktiven Niederschlag (Fallout) von Tschernobyl zugeführten Nuklide bestimmt. Dabei ergab sich für Iod-131 (Beta-Strahler, T1/2 = 8,02 Tage) eine Aktivität von 92*103 Bq pro Quadratmeter.

a) [2] Stellen Sie für den Zerfall von Iod-131 eine Kerngleichung auf und begründen Sie die Zerfallsart.

b) [10] Welche Masse an Iod-131 ging über der Bundesrepublik (Fläche: 247000 km²) nieder, wenn die angegebene Aktivität hochgerechnet wird? [Anmerkung: Es handelt sich um eine die tatsächlichen Verhältnisse überschätzende Rechnung, da die bei München gemessenen Werte weit über dem Bundesdurchschnitt lagen.]

c) [10] Berechnen Sie, wie groß die auf Iod-131 zurückgehende Aktivität pro Quadratmeter ein Jahr später noch war!

 

Lösung

 

a)

 

 

 

Neutronenüberschuss - Umwandlung eines Neutrons in ein Proton

 

b)

 

 

 

c)

 

 

 

Tritium ist ein Beta-Strahler mit einer Halbwertszeit von 12,3 Jahren. Es entsteht in der Atmosphäre durch Einwirkung von Neutronen (aus der kosmischen Höhenstrahlung) auf Luftstickstoff. Natürliche Oberflächengewässer weisen eine Aktivität von 550 Bq/m³ auf.

a) [3] Stellen Sie die Kerngleichung für die Bildung von Tritium auf!

b) [8] Zeigen Sie, dass der Beta-Zerfall von Tritium exergonisch ist und somit spontan ablaufen kann und berechnen Sie die bei diesem Beta-Zerfall freiwerdende Energie in Joule und in MeV pro Tritium-Kern.

[m(Tritium-Kern)= 3,015501u; m(e)= 5,48580*10-4u; m(He-3)= 3,0149328u]

c) [6] In einem Keller wurde eine Flasche Wein gefunden, deren Inhalt eine Aktivität von 162 Bq/m³ Wasser aufwies. Berechnen Sie das vermutliche Alter dieses Weins!

 

a)

 

 

b)

 

 

 

=> Massendefekt = 1,962*10-5u => exergonische Reaktion

 

 

c)

 

Beim radioaktiven Zerfall von Ca-41 entsteht das Tochternuklid K-41. Dieser Schritt könnte unter Positronen-Emission oder durch Elektroneneinfang aus der Elektronenhülle durch den Kern erfolgen. Die exakte Masse des Mutterkerns Ca-41 beträgt  40,96227 u, die des Tochterkerns

K-41  40,96183 u.

a) [2] Stellen Sie für beide Möglichkeiten die Kerngleichung auf

b) [5] Entscheiden Sie, welcher der beiden Vorgänge tatsächlich ablaufen wird (mit Begründung!).

 

a)

 

 

b)

 

Positronen-Emission

40,96227 u -> 0,00054858 u + 40,96183 u

=> Massenzunahme: kein freiwilliger Ablauf

 

Elektroneneinfang

40,96227 u + 0,00054858 u -> 40,96183 u

=> Massendefekt!  freiwilliger Ablauf

 

 

 

Beim Reaktorunfall in Tschernobyl am 26. April 1986 geriet ein mit Graphit moderierter und mit Wasser gekühlter Reaktor (Typ RBMK-1000) außer Kontrolle. Durch die extreme Wärmeleistung verdampfte das Kühlmittel Wasser schlagartig. Während in Reaktoren vom Typ Biblis Wasser als Moderator und gleichzeitig als Kühlmittel dient, strömt beim RBMK-Reaktor das Kühlmittel Wasser in Druckröhren (vergl. Skizze).

a) [2] Erklären Sie Aufgabe des Moderators im Kernreaktor.

b) [2] Welche Eigenschaften muss ein Stoff haben, um als Moderator dienen zu können?

c) [3] Warum kann ein mit Graphit moderierter Kernreaktor mit Natur-Uran anstelle von angereichertem Uran betrieben werden?

d) [6] Überlegen Sie , wie sich ein Verdampfen des Kühlmittels Wasser auf die Wärmeleistung der beiden Reaktortypen auswirkt (mit Begründung).

 

Lösung

 

a)

- Abbremsung der Neutronen

- langsame Neutronen werden nicht von Uran-238 eingefangen

- und damit der Kettenreaktion nicht entzogen

- langsame Neutronen können aber noch Uran-235-Kerne spalten.

b)

- Atommasse möglichst niedrig,

- um nach dem Impulserhaltungssatz möglichst viel Energie beim Zusammenstoss mit einem Neutron übernehmen zu können

- möglichst  geringe Einfangwahrscheinlichkeit für Neutronen,

- da diese der Kettenreaktion entzogen werden.

c)

- Kohlenstoff hat geringe Einfangwahrscheinlichkeit für Neutronen

- daher gehen der Kettenreaktion nur wenige Neutronen dadurch verloren

- in Natururan ist wegen des hohen Anteils an U-238 der Neutroneneinfang ohnehin hoch

d)

Biblis: - Kettenreaktion kommt rasch zum Erliegen, weil der Moderator Wasser fehlt

- die Wärmeleistung ergibt sich aus der noch vorhandenen Radioaktivität der Spaltprodukte

RBMK: - Kettenreaktion läuft weiter

– Moderator Kohlenstoff unverändert wirksam

– Verstärkung der Kettenreaktion durch höheren Neutronenfluss, weil der Neutroneneinfang durch das Wasser entfällt

   

Thorium-232 zerfällt in einer Reihe von Zerfallsschritten zum stabilen Blei-208.

a) [4] Berechnen Sie die Zahl der Alpha- und Beta-Zerfallsschritte.

b) [2] Die ersten beiden Zerfallsschritte des Thorium-232 sind ein Alpha- und ein Beta-Zerfall. Stellen Sie für diese beiden Zerfallsschritte Kerngleichungen auf.

 

a)

 

Abnahme der Nukleonenzahl: 232 - 208 = 24 entsprechend 24 : 4 = 6 Alpha-Zerfälle

Die Aussendung von 6 Alpha-Teilchen ist mit einem Verlust von 6 * 2 = 12 positiven Ladungen verbunden. Würden nur Alpha-Teilchen ausgesandt, käme man somit auf das Element Nr. 90 - 12 = 78 (Pt). Blei (Nr. 82) entsteht durch Aussendung von 82 - 78 = 4 Beta-Strahlen.

 

b)

 

 

Stellen Sie für die folgenden Reaktionen Kerngleichungen auf:

a) [3] Bildung von Plutonium im Kernreaktor

b) [2] Durch Beschuss mit einem Deuteron entsteht unter Abgabe eines Neutrons 96Tc (Technetium)

 

a)

 

 

b)

 

 

[9] Das freie Neutron ist instabil und geht durch Beta-Zerfall in ein Proton über.

Zeigen Sie, dass diese Reaktion exergonisch ist und berechnen Sie die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie in MeV!

 

 

Jeder Mensch ist einer, wenn auch geringen Strahlenbelastung ausgesetzt.

a) [4] Erklären Sie die Einheit, in der diese Strahlenbelastung angegeben wird.

b) [4] Nennen Sie Ursachen dieser auf den Menschen einwirkende Strahlung.

 

a)

 

Äquivalentdosis: Energiedosis, multipliziert mit einem Bewertungsfaktor q (der biologischen Wirksamkeit), denn bei gleicher Energieabsorption sind die verschiedenen Strahlenarten unterschiedlich biologisch wirksam.

q = 1: Röntgen, g, b

q = 2-10: Neutronen

q = 10: a, p

 

Einheit: 1 Sv (Sievert) = 1 J/kg

 

b)

 

natürliche Strahlenbelastung

- kosmische Strahlung (z.B. von der Sonne)

- Gesteinsuntergrund, Baumaterialien

- Kalium-40 im Körper

- Radon und Zerfallsprodukte in der Luft

 

zivilisatorische Strahlenbelastung

- medizinische Strahlenanwendung

- Kernwaffenversuche

- Kernkraftwerke

 

 

5 a) [4] Skizzieren Sie den Schaltplan für ein Geiger-Müller-Zählgerät

b) [3] Wie muss ein Zählrohr konstruiert sein, dass man damit auch Neutronen nachweisen kann? (mit Begründung)

 

a)

 

 

b)

 

Paraffinauskleidung

Neutronen wirken wegen der fehlenden Ladung nicht ionisierend.

Beim Auftreffen eines Neutrons auf ein Proton des Paraffins (Kohlenwasserstoff) wird der Impuls auf das Proton übertragen, das im Zählrohr eine Entladung auslöst.

 

 

6. Vor einem Geiger-Müller-Zählrohr werden im Abstand von 10 cm verschiedene Uran-Würfel angebracht und die davon ausgehende Gamma-Strahlung in Abhängigkeit von der Masse des Urans gemessen:

I)  Ein 1-g-Uranwürfel: 400 Impulse pro Minute

II) Zwei 1-g-Uranwürfel: 770 Impulse pro Minute

III) Ein 2-g-Uranwürfel: 650 Impulse pro Minute

 

 

a) [3] Erklären Sie die Tatsache, dass bei zwei gleichzeitig dargebotenen Uranwürfeln von je 1 g weniger als die doppelte Strahlungsintensität registriert wird.

b) [3] Erklären Sie die Beobachtung, dass der 2-g-Uranwürfel eine geringere Impulsrate liefert als die zwei 1-g-Uranwürfel.

c) [3]  Welche Impulsrate erwarten Sie, wenn ein 1-g-Uranwürfel im Abstand von 20 cm gemessen wird (mit Begründung)?

d) [3] Wie erklären Sie die Tatsache, dass Pechblende (ein Uranerz) eine höhere Radioaktivität aufweist als eine gleich große Menge reines Uran?

 

a) Totzeit - bei höherer Impulsrate steigt die Zahl der Teilchen, die während der Totzeit das Zählrohr erreichen und deshalb nicht registriert werden.

 

b) Selbstabsorption der Probe ist bei einem dickeren Uranwürfel größer

 

c) Impulsrate: 100 / min - es gilt das Abstandsquadratgesetz - bei Verdoppelung des Abstands r vermindert sich die Strahlungsintensität auf ein Viertel

 

d) Pechblende enthält neben Uran auch noch alle Radioisotope der Uran-Zerfallsreihe, z.B. Radium, die wegen der kürzeren Halbwertszeiten höhere Aktivität aufweisen.

 

 

Plutonium-239, ein Alpha-Strahler, hat eine Halbwertszeit von 24100 Jahren.

a) [8] Berechnen Sie, wie viele Plutoniumatome in einem Gramm Plutonium pro Sekunde zerfallen.

b) [8] Welches Volumen an Helium (Standardbedingungen) wird durch die in einem Jahr von 1 g Plutonium-239 ausgesendeten Alpha-Teilchen gebildet?

 

a)

 

 

b)

 

 

 

 

Abituraufgaben Bayern zum Thema Kernchemie:

 

1979_I_1 Altersbestimmung, Radioaktivität 2 Energie

1980_I_2 Kernspaltung, Radioaktivität

1981_I_2 Radioaktivität

1982_I_2 Radioaktivität 

1983_II_1.1 Kernreaktionen 1.2 Energie 1.3 Zerfallsgesetz

1984_I_2 Altersbestimmung

1984_IV_2 Zerfallsgesetz

1985_I_1.1 Kernfusion 1.2 Energie

1986_I_4.1 Kernreaktionen, Radioaktivität 4.2 Energie

1986_III_1.1 Zerfallsgesetz, Altersbestimmung 1.2 Radioaktivität 1.3 Nachweis

1987_I_1 Altersbestimmung

1987_IV_4.1 Radioaktivität 4.2 Energie 4.3 Kernspaltung 

1988_III_4 Zerfallsgesetz, Kernspaltung 

1988_IV_3 Radioaktivität, Nachweis, Zerfallsgesetz

1989_II_4 Altersbestimmung 4.3 Zerfallsgesetz

1990_I_4.1, 4.2 Kernreaktionen 4.3 Kernspaltung 4.4 Energie

1990_III_2.1 Nachweis 2.2 Altersbestimmung 2.3 Kernreaktionen

1991_I_4 Zerfallsgesetz 

1992_II_1 Kernspaltung

1992_III_2 Zerfallsgesetz 

1993_I_1.1 Zerfallsgesetz 1.2 Kernreaktionen 1.3 Nachweis

1994_II_1 Kernspaltung 1.3 Zerfallsgesetz

1995_II_4.3 Altersbestimmung

1995_II_4.1 Kernspaltung 4.2 Zerfallsgesetz

1996_I_1 Zerfallsgesetz

1997_II_1 Energie, Radioaktivität 1.4 Nachweis

1997_III_4 Altersbestimmung

1998_I_1  Kernspaltung

1998_III_1 Energie

1999_III_1 Altersbestimmung; Kernspaltung

2000_II_2 **Vergleich der Energiefreisetzung bei Uranspaltung und Fusion zu Helium-4 u. Steinkohle

2001_I_1.1 **K-40 Zerfall 1.2 **Radonatome pro m3 1.3 **C-14-Zerfälle im Menschen

2002_III_1.1 ** Neodym-146 Kernbindungsenergie 1.2 Pm-147-a,b-Zerfall 1.3 ** Zerfallsgesetz

2003_II_4 * Radiocarbonmethode, Fehlerquellen, Anwendung auf Steinkohle? 

2004_II_3 *** Kernspaltung (Oklo-Phänomen, Kerngleichungen) Nebelkammer, radioaktiver Zerfall

2005_III_3 Kernspaltung-Berechnung der Energiefreisetzung; Neutroneneinfangreaktion, Aktivität

2006_II_1 Radiocarbonmethode; GM-Zählrohr; mittlere Lebensdauer

2007_A1_1 Johannisbeerwein - Tschernobyl - Aktivität

2008_A1_1 Gifte - Litwinenko - Po-210 

 

 

 

 

 

2002_III_1.1 (Pm-147 Kernbindungsenergie pro Nukleon, Zerfallsgleichung, Zerfallsgesetz)

Lösung:

1.1

1.2

1.3

Nach einer Halbwertszeit sind 0,5 g Pm-147 zerfallen.

Anzahl der in den darauf folgenden 2,52 Jahren zerfallenden Atome: