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Zellbiolog. Grundl.
Molekulargenetik
Stoffwechsel
Ökologie
Referate

B12gk Lehrplan-Gliederung (1991)

Lehrplan Grundkurs Biologie Jahrgangsstufe 12 (1991)

 

B12gk Lehrplan-Gliederung

1 Zellbiologische Grundlagen der Vererbung

1.1 Chromosomen als Träger der genetischen Information

1.1.1 arttypische Zahlenkonstanz, Aufbau und Individualität

1.1.2 Zellzyklus - Verdopplung und Weitergabe des genetischen Materials im Zellzyklus

1.1.3 Bildung der Geschlechtszellen - Meiose

1.2 mono- und dihybride Erbgänge aus der Sicht der Chromosomentheorie der Vererbung

1.3 Erscheinungsbild und Erbgang von Merkmalen beim Menschen

1.3.1 ABO-System

1.3.2 Vererbung des Geschlechts

1.3.3 Erbkrankheiten

1.4 genetische Familienberatung

1.4.1 vorbeugende Beratung

1.4.2 pränatale Diagnose

1.5 Einfluss der Umwelt auf die Merkmalsausprägung

2 Molekulargenetik

2.1 Nukleinsäuren als Speicher der genetischen Information

2.1.1 Watson-Crick-Modell der DNS

2.1.2 semikonservativer Replikationsmechanismus

2.2 molekulare Wirkungsweise der Gene

2.2.1 Bauprinzip und Bedeutung der Proteine

2.2.2 genetischer Code und Proteinbiosynthese

2.2.3 Ursachen und Folgen von Genmutationen

2.3 Aspekte der Gentechnologie

2.3.1 künstliche Neukombination genetischer Information bei Bakterien

2.3.2 Anwendungsmöglichkeiten bei Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren

2.3.3 Gendiagnostik und Eingriffe in den Genbestand beim Menschen

3 Grundlegende Stoffwechselvorgänge in Lebewesen

3.1 Energiebindung und Stoffaufbau durch Photosynthese

3.1.1 Bau und zelluläre Struktur des Assimilationsgewebes

3.1.2 Einfluss von Außenfaktoren

3.1.3 Licht- und Dunkelreaktionen

3.1.5 Bedeutung der Photosynthese

3.2 Stoffabbau und Energiefreisetzung

3.2.1 anaerober, Abbau durch Gärung

3.2.2 aerober Abbau durch biologische Oxidation

5 Ökologie und Umweltschutz

5.1  Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt

5.1.1 Einwirken abiotischer und biotischer Faktoren

5.1.2 Entwicklung und Regulation von Populationen

5.2 Ökosystem See

5.2.1 Gliederung in verschiedene Lebensräume

5.2.2 Nahrungsbeziehungen

5.3 Stoffkreislauf und Energiefluss

5.3 Eingriffe des Menschen in Ökosysteme und Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes

5.3.1 Selbstreinigung der Gewässer, Gewässerbelastung und Abwasserreinigung

5.3.2 Landwirtschaft und Waldbau: Düngemittel- und Pestizideinsatz, integrierter Pflanzenschutz

5.3.3 Luftverschmutzung und Luftreinhaltung

   

 

Lehrplan Grundkurs Biologie Jahrgangsstufe 12 (3) [ nach KWMB1 I So.-Nr. 7/1991  S.1147]

1 Zellbiologische Grundlagen der Vererbung  (ca. 25 Std.)

Die Schüler festigen und vertiefen ihre in der Mittelstufe erworbenen Kenntnisse aus der klassischen Genetik und der Cytogenetik. In der Zusammenschau dieser beiden Ansätze erfahren sie, wie die Ergebnisse phänomenologischer Untersuchungen durch zellbiologische Befunde auf eindrucksvolle Weise bestätigt und erweitert werden können. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Auseinandersetzung mit ausgewählten Erbgängen und Erbkrankheiten beim Menschen. An Fragen der genetischen Familienberatung sollen die Schüler ihren Blick für die Dimension der menschlichen Verantwortung schärfen.

Chromosomen als Träger der genetischen Information

Wiederholen von Grundlagen (vgl.  B9.1 und B9.4); Auswerten von mikroskopischen Abbildungen;

- arttypische Zahlenkonstanz, Aufbau und Individualität

Vorstellen des Karyogramms des Menschen; Autosomen und Gonosomen

- [Mitose] Verdoppelung und Weitergabe des genetischen Materials im Zellzyklus

Erkennen der Bedeutung der Mitose

(ca. 3 Std.)

- [Meiose] Bildung der Geschlechtszellen durch Reduktions- und Äquationsteilung:

Neukombination des genetischen Materials

Besprechen der Meiose ohne Untergliederung der Prophase; Crossing over und zufällige Verteilung der Homologen; wesentliche Unterschiede der Geschlechtszellenbildung von Frau und Mann; Bewußtmachen der Einmaligkeit eines Individuums (- W)

(ca. 4 Std.)

mono- und dihybride Erbgänge aus der Sicht der Chromosomentheorie der Vererbung: dominant-rezessive und intermediäre Genwirkung

Wiederholen und Anwenden der Mendelschen Regeln (vgl.  B9.4); Einführen des Gen- und Allelbegriffs; Lösen von Aufgaben zur Genverteilung; Herausstellen des statistischen Charakters der Vererbungsregeln; Hinweis auf das Phänomen der Genkoppelung

(ca. 7 Std.)

Erscheinungsbild und Erbgang von Merkmalen beim Menschen

-      ABO-System

kodominante Genwirkung

-       Vererbung des Geschlechts

Diskussion des theoretischen und tatsächlichen Zahlenverhältnisses

(ca. 2 Std.)

- Erbkrankheiten                               

Erscheinungsbild und Entstehung der freien Trisomie-21 und einer gonosomalen Genommutation; exemplarische Darstellung je eines autosomal dominanten und rezessiven sowie eines gonosomal rezessiven Erbleidens; (- Y" Ev, Eth: Wecken von Verständnis für Betroffene)

(ca. 5 Std.)

 

genetische Familienberatung                        

(->GE, FA)

- vorbeugende Beratung                         

Risikoabschätzung, z.B. durch Stammbaumanalyse; Hinweis auf eugenische Aspekte (->K,Ev,Eth;->W)

- pränatale Diagnose                           

Aufzeigen verschiedener Möglichkeiten; Schutz ungeborenen Lebens und Fragen des Schwangerschaftsabbruchs (->K,Ev,Eth); Hinweis auf die begrenzte Behandlungsmöglichkeit von Erbleiden

 

Einfluss der Umwelt auf die Merkmalsausprägung (-> W)                                           

Vorstellen anhand von Beispielen beim Menschen; Problematik quantitativer Aussagen zum Erbe-Umwelt-Anteil

(ca. 4 Std.)

 

 

2 Molekulargenetik                             (ca. 18 Std.)

 

Die Schüler lernen die molekularen Prinzipien der Speicherung, Vervielfältigung, Verwirklichung und Veränderung genetischer Informationen kennen und erwerben damit die Voraussetzung für das Verständnis der Grundprozesse des Lebens. Ausgehend von einer bildhaften Darstellung der Nukleinsäuren und ihrer Bausteine erfassen sie Grundlagen der gezielten Manipulation von Genen.  Anwendungsbereiche, Zukunftsaspekte und Risiken der Gentechnologie sollen den Schülern die unabdingbare Korrelation wissenschaftlich-technischen Könnens und ethischer Verantwortung vor Augen führen.

 

Nukleinsäuren als Speicher der genetischen Information 

Darstellung der Bausteine und des Bauprinzips in Symbolen (-> C)

- Watson-Crick-Modell der DNS

Unterschiede zur RNS

- semikonservativer Replikationsmechanismus

Bedeutung der komplementären Basenpaarung

(ca. 3 Std.)

 

molekulare Wirkungsweise der Gene       (->W)

- Bauprinzip und Bedeutung der Proteine

modellhafte Darstellung von Aminosäuresequenz und räumlicher Struktur

- genetischer Code und Proteinbiosynthese: Transkription, Translation           

Erläutern des Ablaufs; Anwenden des Code-Lexikons; evtl. Hinweis auf reverse Transkription beim HIV (- FA)

(ca. 6 Std.)

- Ursachen und Folgen von Genmutationen

mutagene Strahlen und Stoffe (->GE,U,MT;->Ph,C); Erarbeiten der möglichen Auswirkungen von Basensequenzänderungen

(ca. 2 Std.)

Aspekte der Gentechnologie (->MT,P,BO)

- künstliche Neukombination genetischer Information bei Bakterien vereinfachte Darstellung des Prinzips der Gewinnung von Hybridplasmiden, der Klonierung, Analyse und Expression an einem Beispiel

(ca. 4 Std.)

- Anwendungsmöglichkeiten bei Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren

Erörtern der Chancen und Risiken anhand ausgewählter Beispiele (- U, DW)

- Gendiagnostik und Eingriffe in den Genbestand beim Menschen (-> K12/13, Ev12/13, Eth12; -> W)                                        Ausblick auf gentherapeutische Möglichkeiten und die damit verbundene Problematik (->GE)

(ca. 3 Std.)

 

 

3 Grundlegende Stoffwechselvorgänge in Lebewesen         (ca. 12 Std.)

 

Die funktionale Betrachtung von Gewebsdifferenzierungen bis hin zu elektronenoptischen Zellstrukturen vermittelt einen Eindruck von den anatomischen Voraussetzungen des Energiestoffwechsels bei Lebewesen.  Unter Einbeziehung wichtiger Experimentalbefunde erhalten die Schüler einen Überblick über die zentralen Vorgänge der Assimilation und Dissimilation.  Damit wird zugleich die Verständnisgrundlage für die Wechselbeziehungen zwischen autotrophen und heterotrophen Organismen in Ökosystemen geschaffen.

 

Energiebindung und Stoffaufbau durch Photosynthese,

Wiederholen und Vertiefen von Grundlagen; (- C, Ph)

- Bau und zelluläre Struktur des Assimilationsgewebes

Auswerten mikroskopischer Präparate; Bedeutung der Spaltöffnungen; Bau der Chloroplasten: Membransysteme als Träger photosynthetisch aktiver Pigmente

- Einfluss von Außenfaktoren: Kohlenstoffdioxidkonzentration, Temperatur, Lichtintensität, Lichtqualität

Interpretation entsprechender graphischer Darstellungen, auch im Hinblick auf das Vorliegen zweier Reaktionskomplexe

(ca. 4 Std.)

- Licht- und Dunkelreaktionen:

einfache schematische Darstellungen; Bruttogleichungen;

Photolyse des Wassers, Elektronentransport, ATP- und NADPH2-Bildung

Herausstellen der Funktion von ATP als Energieträger und NADPH/H+ als Reduktionsmittel;

Fixierungs-, Reduktions- und Regenerationsphase

Erfassen des Prinzips; keine Strukturformeln

- Bedeutung der Photosynthese (-> U, W)

Bewusst machen des Ausmaßes der weltweiten Biomasseproduktion und Sauerstofffreisetzung (vgl.  B12.4)

(ca. 5 Std.)

 

Stoffabbau und Energiefreisetzung

Darstellung ohne Strukturformeln und Einzelschritte;

- anaerober Abbau durch Gärung: Glykolyse

Weiterverarbeitung der Brenztraubensäure

Durchführen und Auswerten eines Versuchs zur alkoholischen Gärung (- GE, V: physiologische Wirkung des Alkohols); Stoff- und Energiebilanz; Rückbildung von NAD' als Oxidationsmittel; Hinweis auf einen anderen Gärungstyp und seine Bedeutung (- MT)

- aerober Abbau durch biologische Oxidation

Bruttogleichung; Prinzip der abgestuften Energiefreisetzung und der sukzessiven CO2-Abspaltung

(ca. 3 Std.)

 

 

4 Ökologie und Umweltschutz                        (ca. 29 Std.)

 

Die Schüler setzen sich mit den Einwirkungen von Umweltfaktoren auf Lebewesen auseinander und ermessen an ausgewählten Beispielen die Grenzen der Lebensmöglichkeiten einzelner Arten und ihre Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen.  Ausgehend vom Ökosystem See erfassen die Schüler die Komplexität derartiger Naturgefüge, aber auch die mit allen menschlichen Eingriffen verbundenen Unwägbarkeiten.  Hieraus sollen sie die Verantwortung für die Erhaltung der Lebensgrundlagen erkennen und die Bereitschaft entwickeln, durch bewusstes Verhalten zur Vermeidung oder Lösung von Umweltproblemen beizutragen.

 

Wechselbeziehungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt (- Ek,C;-U)

Aufgreifen von Kenntnissen aus früheren Jahrgangsstufen; ggf.  Unterrichtsgang

- Einwirken abiotischer und biotischer Faktoren

Besprechung anhand ausgewählter Beispiele; Hinweis auf Toleranzgrenzen einer Art und auf das Zusammenspiel einer Vielzahl von Faktoren; zwischenartliche Konkurrenz und ökologische Einnischung

(ca. 4 Std.)

- Entwicklung und Regulation von Populationen: Wachstumsphasen, Bestandsregulierung

Vorstellen dichteabhängiger und -unabhängiger Faktoren an Beispielen: Räuber-Beute-Beziehung und andere;

Eingehen auf die Notwendigkeit einer verantwortbaren Entwicklung der Erdbevölkerung (- Sk12; - DW, P, FR)

(ca. 4 Std.)

Ökosystem See (- U)

exemplarische Behandlung eines großflächigen Gewässers; Freilandarbeit an beliebigen Gewässern im Nahbereich der Schule;

- Gliederung in verschiedene Lebensräume

Charakterisierung unter Erweiterung der Artenkenntnis; Aufzeigen jahreszeitlicher Änderungen von Temperatur, Sauerstoff- und Mineralstoffgehalt sowie ihrer Folgen

 (ca. 4 Std.)

- Nahrungsbeziehungen

exemplarische Besprechung eines Nahrungsnetzes unter Nennung eingebundener Pflanzen- und Tierarten

- Stoffkreislauf und Energiefluss

Herausstellen der Bedeutung von Produzenten, Konsumenten und Destruenten; einfache Schemaskizzen

(ca. 4 Std.)

Eingriffe des Menschen in Ökosysteme und Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes (->C,Ek,Sk,S;-U,MT,P,DW)

Aufzeigen der Vielzahl anthropogener Umweltbelastungen unter Einbeziehung aktueller Beispiele (- EU); ggf.  Unterrichtsgänge und praktische Untersuchungen; Erkennen von Handlungsmöglichkeiten, auch im privaten Bereich (FZ); Einbeziehen ethischer und ästhetischer Aspekte des Naturschutzes (- MB); (- BO: Berufsfeld Umweltschutz);

-       Selbstreinigung der Gewässer, Gewässerbelastung und Abwasserreinigung

Zufuhr von Mineralstoffen und organischen Stoffen: Eutrophierung; Prinzip der dreistufigen Kläranlage; ggf.  Hinweis auf die Problematik der Klärschlammentsorgung

(ca. 5 Std.)

-       Landwirtschaft und Waldbau: Düngemittel- und Pestizideinsatz

integrierter Pflanzenschutz

exemplarische Darstellung möglicher Folgen; ggf. Eingehen auf ökologische Bewirtschaftungsmethoden; evtl. Einbeziehen politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen

(ca. 5 Std.)

- Luftverschmutzung und Luftreinhaltung

ausgewählte Schadstoffe (z.B. Schwefel- und Stickstoffoxide) und Emissionsquellen; Bewusst machen wesentlicher Auswirkungen anhand von Beispielen; Hinweis auf Möglichkeiten der Vermeidung bzw.  Verminderung von Schadstoffemissionen WR: rechtliche Bestimmungen; - V)

(ca. 3 Std.)