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B13gk Lehrplan-Gliederung

Lehrplan Grundkurs Biologie - Jahrgangsstufe 13

 

Lehrplan
Literatur  
Medien  
Geräte
Chemikalien, Material   

B13gk Lehrplan-Gliederung

1 Anatomische und physiologische Grundlagen des Verhaltens

1.1 Grundstrukturen und Leistungen des Nervensystems beim Menschen

1.1.1 das Neuron als Grundbaustein

1.1.2 animales Nervensystem (ZNS u. peripheres NS)

1.1.3 autonomes Nervensystem

1.1.4 Gesundheitsgefährdung durch Suchtmittel

1.2 elektrochemische Vorgänge in Nervenzellen und Synapsen

1.2.1 Entstehung und Aufrechterhaltung des Ruhepotentials

1.2.2 Entstehung und Weiterleitung des Aktionspotentials

1.1.3 Erregungsübertragung an der neuromuskulären Synapse

2 Verhalten bei Tier und Mensch

2.1 erbbedingte Verhaltensanteile

2.1.l unbedingter Reflex

2.1.2 Instinkthandlung

2.1.3 Nachweis angeborener Verhaltensweisen

2.1.4 erbbedingte Verhaltensweisen beim Menschen

2.2 erfahrungsbedingte Verhaltensanteile

2.2.1 Prägung

2.2.2 reiz- und verhaltensbedingte Konditionierung

2.2.3 höhere Lern- und Verstandesleistungen

2.3 Erscheinungsformen des Sozialverhaltens und ihre Bedeutung

2.3.1 Kommunikation und soziale Bindung

2.3.2 innerartliche Aggression und Aggressionskontrolle

3 Evolution

3.1 Belege für die stammesgeschichtliche Entwicklung

3.1.1 Ordnung der Arten im natürlichen System

3.1.2 Homologien

3.1.3 fossile Formen: Pferdestammbaum, Archaeopteryx

3.2 Erklärungen für den Artenwandel

3.2.1 Darwinsche Evolutionstheorie

3.2.2 Zusammenspiel von Evolutionsfaktoren aus der Sicht der erweiterten Evolutionstheorie

3.3 Grundzüge der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen

3.3.1 Vergleich Mensch - Menschenaffe

3.3.2 humane Phase: Bedeutung des aufrechten Gangs

 

Lehrplan Grundkurs Biologie - Jahrgangsstufe 13                                             (3)

1 Anatomische und physiologische Grundlagen des Verhaltens (ca. 16 Std.)

Anknüpfend an die Vorkenntnisse erweitern die Schüler ihr Wissen über die Leistungen des menschlichen Nervensystems und gewinnen so ein besseres Verständnis für das Zusammenwirken von Organsystemen, das letztlich immer hinter den beobachtbaren Lebensäußerungen steht.  Unter Einbeziehung elektrochemischer Phänomene werden grundlegende neurophysiologische Vorgänge analysiert und auf der zellulären bzw. molekularen Ebene mit Hilfe einfacher Modellvorstellungen beschrieben. Die Schüler erfassen mögliche Folgen der Einflussnahme auf neurophysiologische Prozesse und erkennen hieraus auch die Gefährlichkeit von Suchtmitteln in ihrer physischen und psychischen Dimension.

Grundstrukturen und Leistungen des Nervensystems beim Menschen

Wiederholen und Vertiefen von Grundlagen (vgl.  B10.1)

- das Neuron als Grundbaustein:

Nervenzelle mit markhaltiger Nervenfaser

exemplarische Darstellung des Bauplans; Ansprechen der jeweiligen Grundfunktion der Bauteile; Synapse als interzelluläre Kontaktstelle

- animales Nervensystem,

anatomische und funktionelle Gliederung des Zentralnervensystems im Überblick; Bedeutung des peripheren Nervensystems: Afferenz und Efferenz

- autonomes Nervensystem:

antagonistische Wirkung von Sympathikus und Parasympathikus

exemplarische Darstellung; Hinweis auf Möglichkeiten der Beeinflussung, z.B. autogenes Training, Psychopharinaka (- GE) (ca. 6 Std.)

- Gesundheitsgefährdung durch Suchtmittelmißbrauch (- GE, P)

Besprechen von Auswirkungen (akute Gefahren, Langzeitwirkungen) an ausgewählten Beispielen; Suchtprävention, gg£ in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachleuten (ca. 2 Std.)

 

elektrochemische Vorgänge in Nervenzellen und Synapsen

Veranschaulichen durch Einsatz von Modellen; evtl. exemplarisches Vorstellen von Meßmethoden und Experimentalbefunden Ph: Oszillograph);

- Entstehung und Aufrechterhaltung des Ruhepotentials: lonentheorie, Natrium-Kalium-Pumpe

relative Ionenkonzentrationen; Diffusionsvorgange in Abhängigkeit von der selektiven Membranpermeabilität, den Konzentrationsgefällen und dem elektrischen Potentialgefälle (ca. 3 Std.)

- Entstehung und,Weiterleitung des Aktionspotentials:

Auslösebedingungen, Potentialumkehr, Refraktärphase

Erläutern des Ablaufs; schematische Darstellung der saltatorischen Erregungsleitung; Bewußtmachen ihrer biologischen Bedeutung

- Erregungsübertragung an der neuromuskulären Synapse

Prinzip der.chemischen Erregungsübertragung durch Neurotransmitter (Acetylcholin); exemplarisches Aufzeigen der Wirkung eines Synapsengiftes (ca. 5 Std.)

 

2 Verhalten bei Tier und Mensch                        (ca. 24 Std.)

So wichtig Erkenntnisse im Bereich anatomischer und physiologischer Grundlagen für die Verhaltenslehre sind, so deutlich wird auch, daß Verhaltensabläufe nicht allein als Summe physiologischer Prozesse zu beschreiben sind. Vor diesem Hintergrund verstehen die Schüler die Bedeutung der biologischen Fragestellungen und Methoden, mit deren Hilfe das Instinktverhalten von Tieren und seine erfahrungsbedingten Erweiterungsmöglichkeiten analysiert und interpretiert werden. Sie begreifen, dass die vergleichende Verhaltensforschung keine undifferenzierte Übertragung ethologischer Erkenntnisse auf den Menschen anstrebt, sondern vielmehr gemeinsame Wurzeln und auffällige Parallelen herausstellt und dass man der Komplexität menschlichen Verhaltens nur in der Zusammenschau mit anderen Humanwissenschaften hinreichend gerecht werden kann.

erbbedingte Verhaltensanteile                 

Einbeziehen von Filmen und Texten zur Verdeutlichung wichtiger Methoden und Fragestellungen der Verhaltensforschung;

- unbedingter Reflex            

Wiederholen der Vorkenntnisse (vgl. B10.1: Reflexbogen); Erarbeitung und schematische Darstellung des Reiz-Reaktions-Zusammenhangs an einem Beispiel; Hervorheben der biologischen Bedeutung (ca. 2 Std.)

- Instinkthandlung: Phasen und Voraussetzungen

Prinzip der doppelten Quantifizierung

- Kommunikation und soziale Bindung

Analysieren von ungerichtetem und gerichtetem Appetenzverhalten, Endhandlung sowie Handlungsbereitschaft, Schlüsselreiz; Aufzeigen an einem Beispiel; Vorstellen der Methode der Attrappenversuche zur Analyse von Schlüsselreizen und Ausl@mechanismen; evtl.  Hinweis auf Sonderformen des Instinktverhaltens (ca. 5 Std.)

- Nachweis angeborener Verhaltensweisen

Herausstellen von Ergebnissen und Grenzen am Beispiel von Kaspar-Hauser-Versuchen; evtl.  Hinweis auf andere Methoden

- erbbedingte Verhaltensanteile beim Menschen (-> W)

Vorstellen ausgewählter Verhaltensweisen von Säuglingen und taubblind geborenen Kindern; angeborener Auslösemechanismus, z.B. Kindchenschema, Mann-Frau-Schema; Bewußtmachen seiner Bedeutung, auch in der Werbung (- ME) (ca. 3 Std.)

erfahrungsbedingte Verhaltensanteile

exemplarisches Aufzeigen der biologischen Bedeutung obligatorischen und fakultativen Lernens bei Tieren; Verschränkung mit erbbedingten Verhaltensanteilen;

- Prägung: Kriterien und biologische Bedeutung

Erarbeiten am Beispiel der Nachfolgeprägung; Eingehen auf die Mutter-Kind-Bindung (personale Bindung) als prägungsähnliche Fixierung (- K, Ev, Eth, Sk; - FA); evtl. Hinweis auf Hospitalismus (ca. 2 Std.)

- reiz- und verhaltensbedingte Konditionierung:

bedingter Reflex, bedingte Appetenz, bedingte Aversion

bedingte Aktion, bedingte Hemmung

Erarbeiten des jeweiligen Prinzips; Analysieren von Kombinationen dieser Lernvorgänge; Funktionsschaltbilder nicht erforderlich; evtl.  Hinweis auf die Bedeutung dieser Lernvorgänge beim Menschen

- höhere Lern- und Verstandesleistungen (- W): Lernen durch Einsicht

Besprechen eines Beispiels; evtl.  Hinweis auf die besondere Stellung des Menschen, z.B. Bewusstsein, Sprache Ev, Eth) (ca. 6 Std.)

Erscheinungsformen des Sozialverhaltens und ihre Bedeutung

Aufgreifen von Vorkenntnissen

- Kommunikation und soziale Bindung

Besprechen von Beispielen für einfache Signale und ritualisierte Verhaltensweisen aus dem Fortpflanzungsverhalten

- innerartliche Aggression und Aggressionskontrolle: Imponier-, Droh- und Demutsverhalten, Komment- und Beschädigungskampf

Rangordnung und Territorialität

Herausstellen des Funktionszusammenhangs mit dem Fortpflanzungsverhalten und dem Nahrungserwerb;

Bewusst machen von Parallelen und Unterschieden zu Verhaltensweisen des Menschen (- K12/13, Ev12/13, Eth12, G, Sk; - W, FR, P) (ca. 6 Std.) (ca. 20 Std.)

 

3       Evolution

Die Schüler begreifen die Evolutionslehre als eine leistungsfähige wissenschaftliche Theorie, die für zahlreiche im bisherigen Unterricht behandelte Phänomene eine plausible Erklärung geben kann. Ausgehend vom natürlichen System der Lebewesen und von der Veränderlichkeit der Arten werden die Schüler mit der auch heute noch aktuellen Antwort Darwins auf die Frage nach der Entstehung der Arten vertraut und erfassen hierbei, wie stark das Weltbild des nach Erkenntnis strebenden Menschen durch das Werk Darwins verändert worden ist.  Sie erkennen, daß der phylogenetische Prozeß, der auch den Menschen selbst hervorgebracht hat, zunehmend durch diesen beeinflußt wird und daß damit der Menschheit große Verantwortung für die weitere Entwicklung allen Lebens auf der Erde zuwächst.

Belege für die stammesgeschichtliche Entwicklung (- W)

Wiederholen von Grundlagen (vgl.  B9.2 und B9.3)

- Ordnung der Arten im natürlichen System

Formenvielfalt und abgestufte Verwandtschaftsbeziehungen; Eingehen auf den biologischen und den morphologischen Artbegriff (ca. 2 Std.)

- Homologien: vergleichende Anatomie, Embryologie, Serologie

Behandlung je eines Beispiels; Beschreiben und Deuten des Präzipitintests (vgl.  B10.3); evtl.  Ansprechen weiterer biochemischer Befunde; Abgrenzen zu Analogien; Hinweis auf konvergente Entwicklung

- fossile Zwischenformen: Archaeopteryx

Erarbeiten von Merkmalen und Bedeutung; evtl.  Aufzeigen paläontologischer Ansätze bei der Datierung (- Ek13: Geologie) (ca. 6 Std.)

Erklärungen für den Artenwandel

- Darwinsche Evolutionstheorie (- W)

Darstellen der Grundaussagen; Hinweis auf weltanschauliche Folgen (- Y" Ev, Eth); evtl.  Diskussion über den Mißbrauch der Lehre Darwins (- G) (ca. 2 Std.)

- Zusammenspiel von Evolutionsfaktoren aus der Sicht der erweiterten Evolutionstheorie: Mutation, Rekombination, Selektion, Isolation

 

Grundzüge der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen(-W)

- Vergleich Mensch - Menschenaffe

ggf. modellhafte Veranschaulichung durch Computersimulation und 'Evolutionsspiele'; genetische Variabilität (vgl.  B12); Aufzeigen von Genfrequenzänderungen infolge der selektierenden Wirkung abiotischer und biotischer Faktoren an Beispielen; Rassenund Artbildung als Folge geographischer und reproduktiver Isolation; Eingehen auf die adaptive Radiation am Beispiel der Darwinfinken bzw. der Beuteltiere (ca. 7 Std.)

Ansprechen ausgewählter anatomischer, serologischer und chromosomaler Merkmale

- humane Phase: Bedeutung des aufrechten Gangs für die Entwicklung von Hand und Gehirn

Vorstellen und Einordnen eines Fossilfundes; Hinweis auf die kulturelle Evolution; Diskussion über die Veränderung von Evolutionsbedingungen durch den Menschen (vgl. B12.2 und B12.4) (- MT, U, P); Gespräch über die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung (- Y, Ev, Eth,  GrLK12) (ca. 3 Std.)