Home ] Nach oben ] c09 ] c10 ] c11 ] c11n ] c12gk ] [ c12lk ] c13gk ] c13lk ]

 

Analytik
Kernchemie
Kohlenwasserstoffe
Funktionelle Gruppen
Referate

Gliederung C12 LK

Lehrplan C12 LK (1991)

Jahrgangsstufe 12  Leistungskurs -  Gliederung

C12 LK 

1 Chemische Analytik

        1.1 Aufgabenfeld der analytischen Chemie

        1.2 chromatographische Trennverfahren

                1.2.1 Grundlagen

                1.2.2 Dünnschicht- oder Papierchromatographie

                1.2.3 Gaschromatographie

        1.3 maßanalytische Verfahren

                1.3.1 Säure-Base-Titration

                1.3.2 Konduktometrie

                1.3.3 Redoxtitration: Manganometrie

        1.4 spektroskopische Verfahren

                1.4.1 Photometrie - Grundlagen, Durchführung und Auswertung

                1.4.2 Atomabsorptions- oder Emissionsspektroskopie

        1.5 Der Weg zur Summenformel

                1.5.1 Isolierung eines Reinstoffs

                1.5.2 qualitative Elementaranalyse

                1.5.3 quantitative Elementaranalyse

                1.5.4 Molekülmassenbestimmung (Luftverdrängung)

                1.5.5 Summenformel aus empirischer Formel und Molekülmasse

2 Kernchemie 40h

        2.1 Radioaktivität

                2.1.1 Strahlung radioaktiver Stoffe

                2.1.2 Zerfallsgesetz (Aktivität, Halbwertszeit, Altersbestimmung)

                2.1.3 Biologische Strahlenwirkung, Strahlenschutz, Einheiten der Strahlenmessung (Gy, Sv)

        2.2 Natürliche und künstliche Elementumwandlungen

                2.2.1 natürliche Zerfallsreihen

                2.2.2 künstliche Elementumwandlungen, zus. Zerfallsarten

                2.2.3 Nutzung künstlicher Radioisotope

        2.3 Grundlagen der Kernenergietechnik

                2.3.1 Massendefekt und Kernbindungsenergie

                2.3.2 Energiegewinnung durch Kernspaltung

                2.3.3 Energiegewinnung durch Kernfusion

3 Struktur, Reaktivität und Bedeutung von Kohlenwasserstoffen 40h

        3.1 Begriff "Organische Chemie"

        3.2 gesättigte aliphatische und zyklische Kohlenwasserstoffe

                3.2.1 Reaktionsverhalten: Brennbarkeit, Halogenierung

                3.2.2 Molekülstruktur: Geometrie, Einfachbindung, Isomerie

                3.2.3 homologe Reihe

        3.3 ungesättigte Kohlenwasserstoffe

                3.3.1 Reaktionsverhalten: Brennbarkeit, Baeyer-Probe, Halogenaddition

                3.3.2 Molekülstruktur: Mehrfachbindung, Molekülgeometrie

        3.4 aromatische Verbindungen

                3.4.1 Benzol: Reaktionsverhalten, aromatischer Charakter, Molekülstruktur

                3.4.2 Toluol

                3.4.3 andere aromatische Verbindungen

        3.5 Halogenkohlenwasserstoffe - technische Bedeutung, Problematik

        3.6 Petro- und Kohlechemie

                3.6.1 Erdöl, Erdgas und Kohle als Energieträger und Rohstoffe

                3.6.2 ökologische Konsequenzen d. Nutzung fossiler Brennstoffe

4 Der Einfluss funktioneller Gruppen

        4.1 Alkohole

                4.1.1 Physikalische Eigenschaften: Löslichkeit, Siedepunkt

                4.1.2 Reaktionsverhalten: Alkoholatbildung, Protonierung der Hydroxylgruppe, Oxidierbarkeit

                4.1.3 Strukturaufklärung

        4.2 Phenole

                4.2.1 Phenol als Säure

                4.2.2 Phenol als Aromat: Nitrierung, Halogenierung

        4.3 Amine

                4.3.1 Anilin als Base

                4.3.2 Zweitsubstitution beim Anilin

        4.4 Aldehyde und Ketone

                4.4.1 Aldehyde als Reduktionsmittel: Silberspiegel, Fehling-Probe

                4.4.2 Additionsreaktionen: Reaktionsprinzip

                4.4.3 C-H-Acidität: Keto-Enol-Tautomerie, Aldoladdition

        4.5 Carbonsäuren

                4.5.1 Acidität der Carboxylgruppe: Einfluss von Substituenten

                4.5.2 Esterbildung u. Esterhydrolyse: Säurekatalyse, Gleichgewichtsreaktion, Bedeutung

 

Lehrplan (1991)

Anmerkung: durchgestrichene Themen sind nicht Abiturprüfungsstoff

1106                                      KWMBI I So.-Nr. 6/1991

Leistungskurs

Jahrgangsstufe 12                                           (6)

 

1 Chemische Analytik*                               (ca. 46 Std.)

Aufbauend auf Vorkenntnissen und experimentellen Fähigkeiten aus der allgemeinen und anorganischen Chemie setzen sich die Schüler mit den Grundprinzipien wichtiger einfacher Analyseverfahren auseinander. Anhand ausgewählter Beispiele sollen ihnen die große Leistungsfähigkeit und Bedeutung moderner Nachweismethoden in den verschiedensten Anwendungsbereichen, z.B. der Umweltanalytik und der Medizin, deutlich werden.

Die Praktika fördern dabei nicht nur Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit im Experimentieren und Auswerten, sie erziehen auch zu einer kritischen Haltung gegenüber den erzielten Ergebnissen und zur gewissenhaften Analyse möglicher Fehlerquellen.

 

Aufgabenfeld der analytischen Chemie

MT, GE, U, BO)

Begriffsklärung; Aufzeigen einiger Einsatzbereiche; Hinweis auf die Leistungsfähigkeit moderner Spurenanalytik

chromatographische Trennverfahren (Pr)

Demonstration von Adsorption und Verteilung; ggf.  Computersimulation zur Veranschaulichung

- Grundlagen

- Dünnschicht- oder Papierchromatographie

Durchführen der Trennung und Auswerten (Rf-Wert) eines einfachen Chromatogramms; Hinweis auf die Identifizierung von Substanzen durch Co-Chromatographie

- Gaschromatographie

Auswerten eines einfachen Chromatogramms; ggf. Demonstrationsversuch; Hinweis auf die Bedeutung, z.B. in der Umweltanalytik und Kriminaltechnik

(ca. 7 Std.)

maßanalytische Verfahren

Durchführung und Auswertung von Titrationen (Pr)

Aufgreifen und Wiederholen von Grundlagen

- Säure-Base-Titration

Aufzeigen des Einflusses von Indikatoren auf den Endpunkt; experimentelle Ermittlung der Titrationskurve einer starken und der einer schwachen einprotonigen Säure; ggf.  Computereinsatz

(ca. 6 Std.)

- Konduktometrie  

Demonstration der elektrischen Leitfähigkeit verschiedener Elektrolytlösungen; Aufzeigen der Abhängigkeit von Ionenart und Konzentration; keine Titration von Säuregemischen; Hinweis auf die Bedeutung als automatisches Verfahren, z.B. bei Schadstoffbestimmungen(->U)

(ca. 4 Std.)

- Redoxtitration: Manganometrie   

Reaktionen in saurer Lösung; Vorstellen des Prinzips der Rücktitration; Hinweis auf Anwendungen, z.B. in der Wasseranalytik (- U)

(ca. 4 Std.)

spektroskopische Verfahren 

Bewusst machen der Wechselwirkung zwischen elektromagnetischer Strahlung und Materie (- Ph12);

- Photometrie (Pr):

Vorstellen des Funktionsprinzips des Photometers;

Grundlagen

Transmission, Extinktion, Lambert-Beersches Gesetz;

Durchführung und Auswertung von Messungen

Gehaltsbestimmungen, evtl. unter Verwendung von Eichkurven; ggf.  Aufnahme des Absorptionsspektrums einer Farbstofflösung (vgl.  C13.4); Hinweis auf die Bedeutung des Verfahrens, z.B. medizinische Diagnostik, Materialprüfung, Wasseranalytik

(ca. 7 Std.)

- moderne spektroskopische Methoden: Atomabsorptions- oder Emissionsspektroskopie

Aufzeigen der Grundlagen (vgl.  C9.5 und Cll.l); ggf. experimentelle Demonstration; Hinweis auf die Anwendung in der Spurenanalyse von Schwermetallen; Ansprechen der Bedeutung von NMR- oder IR-Spektroskopie an Beispielen, auch im weiteren Unterricht (vgl.  C12.4)

(ca. 4 Std.)

Verfahrensschritte zur Bestimmung der Summenformel organischer Verbindungen (-> W) (Pr)

Herausstellen der Leistungen bedeutender Chemiker

- Isolierung eines Reinstoffs

Aufgreifen von Grundwissen zu wichtigen Trenn- und Reinigungsschritten; Durchführen z.B. einer Extraktion, Destillation

- qualitative Elementaranalyse                        

Durchführen einfacher Nachweisreaktionen für ausgewählte Elemente in einer organischen Verbindung

(ca. 5 Std.)

- quantitative Elementaranalyse: Prinzip der Verbrennungsanalyse

Ermitteln des Kohlenstoffgehalts einer Kohlenwasserstoffverbindung, z.B. nach dem Schöniger-Verfahren; Berechnen der empirischen Formel

(ca. 4 Std.)

- Bestimmung der molaren Masse einer leichtflüchtigen Verbindung:

Messung der Luftverdrängung

Durchführen eines geeigneten Verfahrens; Auswerten der Ergebnisse unter Verwendung der allgemeinen Gasgleichung;

Ermittlung der Summenformel aus empirischer Formel und Molekülmasse

Bewusst machen der Unterschiede zwischen der historischen und der instrumentellen Analytik, z.B. Einsatz des Massenspektrometers (- MT)

(ca. 5 Std.)

 

2 Kernchemie                                            (ca. 40 Std.)

Ausgehend von geschichtlichen Aspekten der Entdeckung der natürlichen und künstlichen Kernumwandlung soll den Schülern die Tragweite der sich an diese Erkenntnisse knüpfenden Entwicklungen bewusst werden.  Die Schüler erfassen dabei, dass auch Atomkerne in Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung veränderlich sein können und dass aufgrund der hochenergetischen Reaktionen und der damit verbundenen Gefahren besondere Arbeitstechniken und Sicherheitsbestimmungen notwendig sind.

Die sich aus Kernspaltung und Kernfusion ergebenden Möglichkeiten der Energiegewinnung sollen die Schüler auch im Hinblick auf fächerübergreifende Bezüge wie Verantwortlichkeit in Forschung, Technik und Politik sehen und beurteilen lernen.

 

Radioaktivität

Aufgreifen und Wiederholen von Grundkenntnissen (- Ph); Darstellen wichtiger Etappen der Entdeckungsgeschichte (- W, MT);

- Strahlung radioaktiver Stoffe:

Formulieren der Vorgänge im Kern durch Kerngleichungen;

Trennung und Identifizierung von a-, b- und g-Strahlung

Interpretation des Verhaltens im elektrischen Feld, wichtige Eigenschaften;

Nachweis durch Ionisation

Demonstration des Nachweises der Strahlung radioaktiver Stoffe; Übersicht über das Funktionsprinzip des Geiger-Müller-Zählrohres, der Nebelkammer und der Kernspurplatte

(ca. 6 Std.)

- Zerfallsgesetz: Aktivität (Bq), Halbwertzeit

ggf.  Demonstration des zeitlichen Verlaufs einer Zerfallsreaktion; Ableiten des Zerfallsgesetzes ausgehend von Messdaten; Bewusst machen der statistischen Natur des radioaktiven Zerfalls, ggf. mit Computersimulation

Anwendung zur Altersbestimmung                     

Vorstellen der C-14-Methode; Hinweis auf ihre Bedeutung und Grenzen (- G); einfache Rechenbeispiele für die Anwendung dieser Methode (- Ph13)

(ca. 5 Std.)

- biologische Strahlenwirkung und Strahlenschutz (- B12; - GE, U, W):                                     

Unterschied Energiedosis (Gy) - Äquivalentdosis (Sv)

Strahlenbelastung

Gegenüberstellen der natürlich und der zivilisatorisch bedingten Strahlenbelastung; Unterscheiden zwischen stochastischen und nicht-stochastischen Strahlenschäden; Ansprechen der Grenzwertproblematik und der Überwachung; 

Ansprechen der Grenzwertproblematik und der Überwachung; Bewusst machen, dass zur Klärung bestimmter Fragestellungen nur bestimmte Messverfahren geeignet sind

(ca. 4 Std.)

 

natürliche und künstliche Elementumwandlungen

- natürliche Zerfallsreihen                           

exemplarische Besprechung einer Zerfallsreihe unter Mitverwendung der Nuklidkarte; Ableiten und Anwenden der Verschiebungssätze

(ca. 3 Std.)

- künstliche Elementumwandlungen und zusätzliche Zerfallsarten: Einfang- und Austauschreaktionen             -  Hinweis auf historische Versuche mit a-Teilchen und die Entdeckung von Neutron und Positron; Hinweis auf die Bedeutung von Teilchenbeschleunigern (- Ph13)

-  Nutzung künstlicher Radioisotope                    

Berichten über den Einsatz in Medizin, Forschung und Technik (- B; - GE, MT), z.B. Diagnostik, Therapie, Isotopenmarkierung (vgl.  C13.3), Materialprüfung

(ca. 6 Std.)

Grundlagen der Kernenergietechnik                        

(->Ph10 und Ph13)

- Massendefekt und Kernbindungsenergie: Äquivalenz von Masse und Energie

Bewusst machen des Phänomens; Berechnungen; Begründen der Möglichkeit des Energiegewinns durch Spaltung bzw. Fusion aus der Kernbindungsenergiekurve

(ca. 4 Std.)

- Energiegewinnung durch Kernspaltung (- MT, U, GE): Kettenreaktion

Hinweis auf die Entdeckung der Kernspaltung;

Ansprechen wesentlicher Voraussetzungen für den Eintritt einer Kettenreaktion; Erläutern des Prinzips der Steuerung;

Spaltungsreaktor    

Erklären des Funktionsprinzips am Beispiel eines modernen Reaktortyps;

Brennstoffkreislauf 

Überblick über wichtige Etappen: Anreicherung, Wiederaufarbeitung und Endlagerung sowie ihre Problematik; Diskussion aktueller technischer, ökologischer und politischer Aspekte der Nutzung der Kernspaltung (- Sk, @, K13, Ev13, Eth12; - P, FR, EU)

(ca. 9 Std.)

- Energiegewinnung durch Kernfusion (->MT,W)  

Herausstellen des Plasmazustands als Voraussetzung für die Fusion leichter Atomkerne; Formulieren der Schritte der D-T-Fusion; Ausblick auf Möglichkeiten der technischen Nutzung            

(ca. 3 Std.)

 

3 Struktur, Reaktivität und Bedeutung von Kohlenwasserstoffen                            (ca. 40 Std.)

Die Schüler erkennen, dass die Vielfalt der Kohlenwasserstoffverbindungen auf die unterschiedlichen Bindungsverhältnisse in ihren Molekülen zurückgeführt werden kann.  Mit der Einführung des Orbitalmodells und seiner Anwendung zur bildhaften Beschreibung von Molekülstrukturen werden einerseits Grundlagen für die immer wiederkehrende Erörterung des Zusammenhangs von Eigenschaften und Struktur organischer Verbindungen geschaffen, andererseits Hilfsfunktion und Grenzen von Modellvorstellungen exemplarisch verdeutlicht.

An ausgewählten Beispielen gewinnen die Schüler eine Vorstellung von der Bedeutung verschiedener Verbindungen in Technik und Alltag, wobei auch ersichtlich wird, in welchem Umfang unsere Wirtschaft heute auf Erdöl, Erdgas und Kohle aufbaut. Vor dem Hintergrund der Gefahren, die vom Einsatz bestimmter Kohlenwasserstoffe und Halogenderivate für Gesundheit und Umwelt ausgehen, soll den Schülern die gemeinsame wie die eigene Verantwortung bewusst werden.

 

Begriff „organische Chemie"

Aufzeigen der historischen und modernen Abgrenzung zur anorganischen Chemie (-W); experimentelle Demonstration von Kennzeichen organischer Verbindungen

gesättigte aliphatische und zyklische Kohlenwasserstoffe

Vorstellen ausgewählter Verbindungen und ihrer Bedeutung, z.B. als Flüssiggas, Kraftstoff;

- Reaktionsverhalten: Brennbarkeit, Halogenierung

Auswerten von Demonstrationsversuchen; Erläutern des Mechanismus der radikalischen Substitution; Radikalstabilität und Konkurrenzreaktionen bei höheren Alkanen

(ca. 5 Std.)

- Molekülstruktur: Molekülgeometrie, Einfachbindung, Konstitutionsisomerie

Anwenden des Tetraedermodells auf Alkane und Cycloalkane (vgl. C10.2); Beschreiben der Einfachbindung durch das Orbitalmodell (- Ph; - W): Grundzustand, Sp3-Hybridisierung; Nomenklaturregeln; Unterschied Konstitution - Konformation

(ca. 4 Std.)

- homologe Reihe (Pr)

Untersuchen und Erklären physikalischer Eigenschaften: Löslichkeit, Siedepunkt; zwischenmolekulare Kräfte

(ca. 3 Std.)

ungesättigte Kohlenwasserstoffe

Vorstellen ausgewählter Verbindungen und ihrer Bedeutung, z.B. als Ausgangsstoffe für die Synthese von Kunststoffen (vgl.  C13.4)

Reaktionsverhalten (Pr): Brennbarkeit, Baeyer-Reaktion, Halogenaddition

Vergleichen mit dem Verhalten von Alkanen; Erläutern des Mechanismus der elektrophilen Addition von Wasserstoffhalogenid und Halogen an Alkene; Erklären der Regel von Markownikow; Hinweis auf Methoden zur Aufklärung des ionischen Mechanismus

(ca. 6 Std.)

Molekülstruktur: Mehrfachbindung, Molekülgeometrie

Beschreiben durch das Orbitalmodell: sp2- bzw. sp-Hybridisierung, s-p-Modell; Erklären der Ursachen und Folgen der cis-trans-Isornerie

(ca. 4 Std.)

aromatische Verbindungen

Hinweis auf die Bedeutung, z.B. für die Synthese von Kunststoffen, Farbstoffen, Waschmitteln, Arzneimitteln (vgl.  C13.4)

- Benzol: Reaktionsverhalten - aromatischer Charakter

Klären des Widerspruchs zwischen erwartetem ("Cyclohexatrien") und beobachtetem Reaktionsverhalten (- W);

Molekülstruktur - Mesomerie, Grenzstrukturformel, Mesomerieenergie

Beschreiben des aromatischen Zustands mit Hilfe des Orbitalmodells; Aufzeigen der Molekülgeometrie; Erläutern des Mechanismus der elektrophilen Substitution: Halogenierung, Nitrierung

- Toluol

Erarbeiten der Konkurrenzreaktion bei der Halogenierung von Alkylbenzolen: Radikal bzw.  Ionenmechanismus in Abhängigkeit von den Reaktionsbedingungen

(ca. 6 Std.)

- andere aromatische Verbindungen

Hinweis auf kondensierte Systeme und NHeterocyclen (- B12); Bewußtmachen der cancerogenen Wirkung bestimmter Aromaten (- GE, U, MT)

(ca. 2 Std.)

Halogenkohlenwasserstoffe: technische Bedeutung und ökologische Problematik (- B12; -U, GE)

exemplarisches Eingehen auf Eigenschaften und Verwendungsbereiche; Bewusst machen der Anreicherung von Pestiziden in der Nahrungskette; Aufzeigen der globalen Dimension der Umweltbelastung, z.B. durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe, und der Notwendigkeit internationaler Vereinbarungen (- P)

(ca. 4 Std.)

Petro- und Kohlechemie

Hinweis auf die aktuelle Energie- und Rohstoffsituation (- Ekl2, WU, Sk; - EU, DW)

- Erdöl, Erdgas und Kohle als Energieträger und Rohstoffe (- MT)

Beschreiben wichtiger Verfahren: Erdöldestillation, Entschwefelung, Cracken, Reformieren; Hydrieren, Verkoken und Vergasen von Kohle

- ökologische Konsequenzen der Nutzung fossiler Brennstoffe (- U, MT, GE)

Hinweis auf "Kohlendioxidproblem" und "Treibhauseffekt" (- Ek); Ausblick auf andere Möglichkeiten der Energiegewinnung

(ca. 6 Std.)

 

4 Der Einfluss funktioneller Gruppen                                                        (ca. 42 Std.)

Die Schüler erkennen die Auswirkungen wichtiger funktioneller Gruppen auf die Eigenschaften von organischen Verbindungen und damit das grundlegende Ordnungsprinzip der organischen Chemie. Darüber hinaus wird für sie deutlich, dass die Ausprägung bestimmter Eigenschaften durch die funktionellen Gruppen von der Natur des übrigen Molekülteils mitbeeinflusst wird.

An Beispielen werden Bezüge zur Chemie der Biomoleküle hervorgehoben, um den Schülern die Verständnisgrundlage für viele Eigenschaften von Naturstoffen zu vermitteln.  Die Bedeutung verschiedener Stoffgruppen für unser tägliches Leben erfassen die Schüler anhand ausgewählter Vertreter.

 

Alkohole                                             

Vorstellen wichtiger Vertreter: Methanol,

Ethanol, Glykol, Glycerin; Aufzeigen einer technisch bedeutsamen Synthese (- MT); Hydroxylgruppe als funktionelle Gruppe; Erkennen der Einteilung und Anwenden der Nomenklatur

- physikalische Eigenschaften (Pr): Löslichkeit, Siedepunkt

Bewusst machen der Abhängigkeit von der Molekülgröße und der Zahl der Hydroxylgruppen; Vergleichen mit Kohlenwasserstoffen entsprechender Molekülmasse; Hinweis auf die Verwendung von Alkoholen als Lösungs- und Frostschutzmittel

(ca. 4 Std.)

- Reaktionsverhalten (Pr): Alkoholatbildung

Vergleichen der Reaktionen von Wasser bzw. Alkohol mit Natrium;

Protonierung der Hydroxylgruppe  

Bildung von Ether und Alken in Konkurrenzreaktionen;

Oxidierbarkeit  

Verhalten primärer, sekundärer und tertiärer Alkohole gegenüber angesäuerter Dichromatlösung; Aufstellen der Redoxgleichungen

(ca. 6 Std.)

- Strukturaufklärung  

Vergleichen des Reaktionsverhaltens von Alkohol bzw. Ether mit Natrium; Hinweis auf Methoden der instrumentellen Analytik: IR- und Kernresonanzspektroskopie (- MT)

(ca. 3 Std.)

Phenole   

Vorstellen der Stoffklasse; Aufzeigen von Verwendungsmöglichkeiten, z.B. zur Herstellung von Kunst- und Farbstoffen (vgl.     C13.4);

- Phenol als Säure 

Acidität der Hydroxylgruppe (pKs- Wert); Vergleichen von Phenol und Alkohol sowie von Phenolat- und Alkoholat-Ion; Erklären des Unterschieds mit der Mesomeriestabilisierung

- Phenol als Aromat: Nitrierung, Halogenierung  

Vergleichen mit dem Reaktionsverhalten von         Benzol; Erklären des Einflusses der Hydroxylgruppe auf Geschwindigkeit und Orientierung der Zweitsubstitution; Unterscheiden von induktiven und mesomeren Effekten  

(ca. 6 Std.)

Amine

Begriffsklärung; Hinweis auf Anilinfarben      (vgl. C13.4); Ansprechen der cancerogenen Wirkung von Nitrosaminen (- GE); ggf. Aufzeigen der Bedeutung biogener Amine, z.B. als Neurotransmitter (- B13)

- Anilin als Base  

Vergleichen mit Ammoniak und Methylamin

- Zweitsubstitution beim Anilin    

Vergleichen mit Phenol; Anwenden der Vorkenntnisse (vgl. auch C13.4)

(ca. 4 Std.)

Aldehyde und Ketone                                   

Vorstellen wichtiger Vertreter; Carbonylgruppe als funktionelle Gruppe; Nomenklatur; Aufzeigen einiger Verwendungsmöglichkeiten, z.B. als Desinfektionsmittel, zur Kunststoffherstellung; Bewusst machen der Problematik des Formaldehydeinsatzes (- GE);

- Aldehyde als Reduktionsmittel (Pr): Silberspiegelprobe, Fehlingprobe

experimentelle Untersuchung des Verhaltens von Aldehyden und Ketonen; Formulieren der Redoxgleichungen ohne Berücksichtigung der Komplexbildung

(ca. 5 Std.)

- Additionsreaktionen: Reaktionsprinzip  experimentelle Demonstration einer Addition; Formulieren der Schritte der nucleophilen Addition; Beispiele: Addition von Wasser, Alkohol und Ammoniak

- C-H-Acidität: Keto-Enol-Tautomerie

Erklären der Aktivierung von C-H-Bindungen durch den Einfluss der benachbarten Aldoladdition Carbonylgruppe

(ca. 4 Std.)

Carbonsäuren (Pr)                                     

Vorstellen wichtiger Vertreter (- B); Carboxylgruppe als funktionelle Gruppe; Nomenklatur; Herstellung und Bedeutung von Essigsäure;

- Acidität der Carboxylgruppe: Einfluss von Substituenten; Mesomeriestabilisierung des Carboxylat-Ions; Vergleichen der pKs-Werte; Erklären der Unterschiede mit dem Einfluss induktiver Effekte; experimentelle Ermittlung des pKs-Werts durch Halbtitration; Salzbildung

(ca. 6 Std.)

- Esterbildung und Esterhydrolyse: Säurekatalyse, Gleichgewichtsreaktion  Erarbeitung ausgehend von Experimenten; Formulieren des Reaktionsmechanismus; Aufzeigen von Möglichkeiten zur Erhöhung

der Ausbeute (vgl.  Cl 1.2); keine Berechnungen mit Hilfe des Massenwirkungsgesetzes;

Bedeutung von Estern

Beispiele für Lösungsmittel, Aromastoffe und Kunststoffe (Polyester, vgl.  C13.4)

(ca. 4 Std.)