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Carbonsäuren
Acidität
der Carboxylgruppe: Einfluss von Substituenten
Struktur,
Nomenklatur, Eigenschaften der Carbonsäuren
Carbonylgruppe,
Carboxylgruppe Name
des Kohlenwasserstoffs, der bei der Oxidation formal die Carbonsäure ergeben würde
+ Endung „Säure“, z.B. Ethansäure hohe
Siedepunkte, z.B. Methansäure 100°C;
Ethansäure 118°C Ursache:
Dimerisierung unter Ausbildung von Wasserstoffbrücken:
Wasserlöslichkeit:
Nur die ersten vier der homologen Reihe sind unbegrenzt mit Wasser mischbar
Herstellung
und Bedeutung von Essigsäure Beobachtung:
Bildung von Essig beim Stehen lassen von alkoholischen Getränken an der Luft
„Essigsäuregärung“ CH3-CH2-OH + O2
-> CH3-COOH
+ H2O kein
Gärungsvorgang im engeren Sinn, da mit Sauerstoff verlaufend (Gärungen sind
anaerob!) Essigfabrikation
mit Buchenholzspänen früher
auch Holzessig (bei der Pyrolyse von Holz) technische
Synthese: Oxidation von Ethanal mit Luftsauerstoff: CH2=CH2 +
½ O2 ->
CH3-CHO CH3-CHO
+
½
O2 ->
CH3-COOH Verwendung:
- Kunstseide (Celluloseacetat) - Farbstoffe - Riechstoffe - Heilmittel -
Speiseessig Versuch:
Alkalische Reaktion von Natriumacetatlösung (= Natriumethanoat) Erklärung
Ursache
der Acidität der Carbonsäuren - Vergleich mit Alkoholen -
vergl. Alkohole: Elektronegativität des Sauerstoffatoms der OH-Gruppe -
-I-Effekt der Carbonylgruppe -
wichtigste Ursache: Mesomeriestabilisierung
des Carboxylat-Ions (vergl. Phenolation) - zwei energiegleiche Grenzformeln
möglich - ohne Ladungstrennung - daher energetisch besonders günstig.
Substituenteneinfluss
Ein
elektronenanziehender Substituent stabilisiert das Anion und wirkt dadurch
aciditätssteigernd. Ein
elektronenliefernder Substituent destabilisiert das Anion und wirkt dadurch
aciditätsvermindernd. Acidität
der Carbonsäuren - Tabelle der pKs-Werte
Bestimmung
des pKs-Wertes durch Halbtitration
Hensderson-Hasselbach-Gleichung:
wenn
c(A-) = c(HA) wird pH = pKs =>
Halbtitration zur Bestimmung des pKs-Wertes Versuch: durch Halbtitration
Bereitung
der Carbonsäurelösungen: 1 g Benzoesäure und 1 g Salicylsäure mit 100 ml dest. Wasser versetzen, erwärmen, schütteln, vom ungelösten Anteil abfiltrieren. Von
den 4 Carbonsäure-Lösungen jeweils
10,0 ml in das Titriergefäß pipettieren, Zugabe von 3 Tr. Phenolphthalein -
titrieren mit Natronlauge c = 0,1 mol/l bis zur Rotfärbung Bestimmung
des pH-Wertes mit pH-Meter (evtl. vorher mit Standard-Pufferlösung
kalibrieren!) und Vergleich mit Literaturangaben Zusatzaufgaben: Berechnung der molaren Masse der Carbonsäuren aus dem verbrauchten
Natronlaugevolumen Berechnung der Löslichkeit von Benzoesäure und Salicylsäure in 100 ml Wasser
Esterbildung
und Esterhydrolyse: Säurekatalyse, Gleichgewicht, Bedeutung
Versuch:
Herstellung von Essigsäure-Ethylester Das
Estergleichgewicht
[H+] Säure
+ Alkohol
<=====> Ester
+ Wasser Praktikum:
Estersynthesen -
Salicylsäure-methylester -
Essigsäure-amylester Mechanismus
der säurekatalysierten Veresterung
Umkehrung:
sauer katalysierte Esterhydrolyse (Verseifung) Übung:
sauer katalysierte Umesterung CH3-CO-OR
+ H-O-R´ <=>
CH3-CO-O-R´ +
H-O-R Säurekatalyse
(auch die Rückreaktion wird durch Säure beschleunigt!) Anwendung
des Massenwirkungsgesetzes:
K>1
Produkte überwiegen im Gleichgewicht K<1
Edukte überwiegen im Gleichgewicht Wie
kann die Ausbeute an Ester, bezogen auf die eingesetzten Ausgangsstoffe,
verbessert werden? Alkalische
Esterverseifung
Praktikum:
Herstellung von Seife
Praktikum: Herstellung von Acetylsalicylsäure (Aspirin) Vorüberlegungen: Reaktionsmöglichkeiten der Salicylsäure an der Carboxylgruppe und an der phenolischen OH-Gruppe? (Salicylsäure mit Methanol verestert ergibt z.B. Salicylsäure-methylester)
Salicylsäure + Ethansäure ó Acetylsalicylsäure + Wasser M=138 g/mol M=180 g/mol Gleichgewichtsreaktion – für die präparative Herstellung ist Essigsäureanhydrid besser geeignet, denn es reagiert mit der Carbonsäure unter Freisetzung von Essigsäure an Stelle von Wasser:
Salicylsäure + Essigsäureanhydrid ó Acetylsalicylsäure + Essigsäure M=138 g/mol M=102 g/mol M=180 g/mol Durchführung: In einem Reagenzglas werden pro Arbeitsgruppe 2,8 g (=20 mmol) Salicylsäure mit 3,1 g = 2,8 ml (=30 mmol) Essigsäureanhydrid und 1 Tropfen konz. Schwefelsäure versetzt und im siedenden Wasserbad unter gelegentlichem Umschütteln 10 min erhitzt. Danach wird in die fünffache Menge Eiswasser eingegossen und das Reaktionsprodukt nach vollständiger Kristallisation auf einer Filternutsche abgesaugt. Man wäscht mehrmals mit wenig Eiswasser nach und trocknet das Reaktionsprodukt im Trockenschrank bei 50°C. Berechnung der Ausbeute: 5 Arbeitsggruppen (5 x 20 mmol = 100 mmol) erhielten zusammen 17,5 g Aspirin = 97,2 % d. Theorie Durch Umkristallisieren aus heißem Wasser erhält man das Produkt in farblosen, glänzenden Nädelchen. Wie kann die Identität und Reinheit des Produkts geprüft werden?
IsomerieEinteilung der Isomeren
Definitionen: Isomerie: Gleiche Summenformeln, aber Molekülbau und Eigenschaften sind unterschiedlich Konstitutionsisomerie: Die Atome in einer Verbindung sind auf unterschiedliche Weise miteinander verknüpft. Stellungsisomerie: Die funktionellen Gruppen sind an unterschiedlichen Positionen. Funktionelle Isomerie: Bei gleicher Summenformel sind verschiedene funktionelle Gruppen vorhanden. Bindungsisomerie: Die Atome sind mit unterschiedlichen Bindungsarten miteinander verknüpft. Stereo-Isomerie: Bei gleicher Verknüpfung der Atome ist die räumliche Anordnung unterschiedlich. Spiegelbild-Isomerie (Enantiomerie): Die Moleküle verhalten sich wie Bild und Spiegelbild und können nicht zur Deckung gebracht werden. Geometrische Isomerie ("cis-trans-Isomerie; "E/Z-Isomerie"): An Doppelbindungen (oder an Ringen) können die Gruppen auf der gleichen ("cis";"Z") oder auf der entgegengesetzten Seite ("trans"; "E") liegen. Konformations-Isomere: Sie lassen sich durch Drehung um Einfachbindungen ineinander überführen.
Übungen und Aufgaben 1. Ein viel verwendeter Konservierungsstoff ist Sorbinsäure. Die Summenformel ist C6H8O2. Schreiben Sie mögliche Strukturformeln für Sorbinsäure auf und benennen Sie diese.
2. 10,0 ml Benzoesäure-Lösung wurden mit Natronlauge der Konzentration c = 2,00 mol/l titriert. Es wurden 4,5 ml bis zum Umschlag des Indikators verbraucht. 2.1 Berechnen Sie die Konzentration der Benzoesäure in der Lösung. 2.2 Berechnen Sie für die Titration die pH-Werte am Anfangs- und am Endpunkt der Titration und beim Halbäquivalenzpunkt. Skizzieren Sie anhand der berechneten pH-Werte die Titrationskurve. [Der pKs-Wert der Benzoesäure beträgt 4,2] 3. Aus Essigsäure und Natriumacetat soll eine Pufferlösung mit pH 4,65 hergestellt werden. In welchem Verhältnis müssen die Komponenten gemischt werden? Es stehen jeweils 1-molare Lösungen zur Verfügung. [Der pKs-Wert der Essigsäure beträgt 4,75]
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