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Chromatographische TrennverfahrenGrundlagen der Chromatographie
Versuche:
Demonstration von Adsorption und Verteilung; ggf. Computersimulation zur
Veranschaulichung Chromatographie ist eine physikalisch-chemische Trennmethode zur Trennung flüssiger und gasförmiger Stoffgemische. Dabei
wird das Gemisch mit Hilfe einer Flüssigkeit oder eines Gases - der beweglichen
oder mobilen Phase - an einem festen oder flüssigen Stoff von großer
Oberfläche - der stationären Phase - vorbeigeführt. Die einzelnen
Substanzen werden von der stationären Phase in unterschiedlichem Ausmaß zurückgehalten
aufgrund der Prinzipien Adsorption und Verteilung 1.
Adsorption Versuche:
- Adsorption von Methylenblau an Kieselgel (Kieselgel
mit Methylenblaulösung schütteln, absetzen lassen) Ergebnis:
Kieselgel fängt anscheinend den Farbstoff aus der Lösung heraus.
-
Adsorption von Brom durch Aktivkohle (In
einen Rundkolben mit Bromdämpfen wird Holzkohlepulver gegeben und geschüttelt) Ergebnis:
Entfärbung - Der Bromdampf wurde an die Kohle adsorbiert - vergl.
Gasmaskenfilter.
Bei
der Adsorption
werden Gase oder gelöste Stoffe auf der Oberfläche eines Feststoffes
reversibel angelagert (Van-der-Waals-Kräfte, Dipol-Dipol-Wechselwirkungen,
Wasserstoffbrückenbindungen). Je
größer die Oberfläche des Adsorptionsmittels, desto größer die
adsorbierbare Stoffmenge. Die Adsorption ist spezifisch, d.h. ein Adsorptionsmittel bindet verschiedene Stoffe unterschiedlich stark Versuch:
Aus Rundfilter drei Tropfen Farbstofflösung von Methylenblau, Eosin und
Methylorange eintrocknen lassen, dann auf die Mitte jedes Farbflecks etwas
Wasser geben. Ergebnis? Auf
der unterschiedlichen Adsorption verschiedener Stoffe kann man somit ein
Trennverfahren aufbauen. Vergleich:
Fluß - Ufer - Schwimmer (Tafelskizze, farbig)
2.
Verteilung: Bei
der Verteilung
zwischen zwei Phasen spielt die unterschiedliche Löslichkeit eines Stoffes in
zwei miteinander nicht oder nur beschränkt mischbaren Lösungsmitteln eine
Rolle. Das Verteilungsverhältnis ist (bei einer bestimmten Temperatur) konstant (Nernstscher Verteilungskoeffizient) und stoffspezifisch. Versuch:
Verteilung von Iod zwischen Wasser und Benzin Ergebnis:
der gelöste Stoff verteilt sich auf die beiden Lösungsmittel. Anwendung bei der Chromatographie
Durch
die Summierung vieler Einzelschritte können noch Substanzen getrennt werden,
die sich in ihren Lösungseigenschaften nur geringfügig unterscheiden. Durch
Wahl geeigneter stationärer und mobiler Phasen kann die Trennung optimiert
werden.
Wenn ein Stoff die Möglichkeit hat, sich zwischen zwei Phasen physikalisch zu verteilen, gilt das Nernstsche Verteilungsgesetz:
c(A)Phase1 = Konzentration des Stoffes A in Lösungsmittel (Phase) 1
[3.
Ionenaustausch]
Ähnlichkeit
mit Adsorptionschromatographie: die stationäre Phase besitzt ionisierbare
Gruppen, z.B. -COOH, -SO3H oder -NH2. An das Festion ist
ein Gegenion reversibel gebunden. Dieses Gegenion kann gegen
gleichgeladene Ionen der vorbeiziehenden Lösung ausgetauscht werden. z.B.
Kationenaustauscher
[4.
Molekülsiebung] Trennung
nach Molekülgröße: Kleinere Moleküle können in die Poren eines Molekülsiebs
(z.B. Gel) eindringen und wandern daher langsamer als die größeren.
Papierchromatographie
PC (Streifen- Zylinder- Rundfiltermethode; aufsteigend, absteigend, ein- oder
zweidimensional) Dünnschichtchromatographie
DC (meist Kieselgel oder Cellulose auf Alu oder Plastikfolie) Säulenchromatographie
(heute meist HPLC) Durch
Variation des Trägermaterials und der mobilen Phase gibt es kaum ein
Stoffgemisch, das nicht chromatographisch getrennt werden kann. Auswertung
von Chromatogrammen
Rf-Wert zur Kennzeichnung der Wanderungsgeschwindigkeit:
Maximalwert:
1 Abhängigkeit
vom Laufmittel Die Qualität der Trennung hängt ab von der Art der stationären Phase (Kieselgel, Cellulose, Aluminiumoxid) und von der Auswahl des geeigneten Lösungsmittels. Die Lösungsmittelmoleküle konkurrieren mit den Probemolekülen um die Bindungsstellen an der Oberfläche der stationären Phase. Je stärker das Fließmittel selbst von der stationären Phase adsorbiert wird, desto größer ist seine Elutionskraft (Verdrängungskraft).
Ordnet man die Lösungsmittel nach steigender Polarität, so erhält man die sog. Eluotrope Reihe:
Hexan Toluol Dietylether Essigester Aceton n-Propanol Ethanol Wasser
Mit den weiter unten stehenden Lösungsmitteln erhält man also höhere Rf-Werte, vorausgesetzt, der Stoff ist darin löslich. Verfahrensschritte für die Herstellung eines Chromatogramms:
Dünnschicht- und Papierchromatographie - Praktikum
1.
Vorbereitung des C-Papiers bzw. der DC-Platte nach folgendem Schema (mit
Bleistift!):
2.
Auftragen der Substanzen: Mit einer Kapillarpipette werden auf der Startlinie
(1,5 cm vom unteren Rand, 1 cm vom seitlichen Rand entfernt) in Abständen von 1
cm (Papier) bzw. 0,5 cm (DC-Platte), die Proben augetragen. Die Flecken sollen möglichst
klein gehalten werden. Das erreicht man durch portionsweises Auftragen, wobei
man zwischendurch die Flecke im Luftstrom trocknet. 3.
Entwickeln: Das Papier wird zu einem Zylinder gerollt und in dieser Lage
festgeklammert, ohne daß sich die Ränder berühren. Das
so vorbereitete Chromatogramm stellt man, ebenso wie die DC-Platten in eine
vorbereitete Kammer (0,5 cm hoch mit Laufmittel gefüllt, Kammeratmosphäre gesättigt
mit Laufmitteldämpfen). Das fertige Chromatogramm wird herausgenommen und nach
Markieren der Frontlinie getrocknet. 4.
Bestimmung der Rf-Werte der Substanzflecke und Identifizierung der Substanzen
durch Co-Chromatographie, Vergleich mit Literaturergebnissen. Aufgaben: Bei der Chromatographie eines Blattextrakts auf Kieselgel als stationärer Phase und mit einem Benzin-Aceton-Gemisch (3:1) als mobiler Phase (Laufmittel) wurde das abgebildete Chromatogramm erhalten. Verwenden Sie zur Beantwortung der Fragen die angegebenen Strukturformeln.Ordnen
Sie die zwei grünen Banden den beiden Chlorophyllen a und b zu und die beiden
gelben Banden den Carotinoiden b-Carotin
und Lutein (mit Begründung). Berechnen
Sie die Rf-Werte der vier Farbstoffe Welches
Strukturmerkmal ist für die Farbigkeit der vier Verbindungen verantwortlich?
Carotin
Lutein
Chlorophyll a und b
Kieselgel
Abituraufgabe 1998_III_3 Aufgabe 3 mit Lösung (Prinzip, Saccharide - Detektion durch Reduktionsvermögen - Rf-Werte-Berechnung - Co-Chromatographie 3 Die Trennung und Identifizierung von Sacchariden gelingt mit Hilfe chromatografischer Verfahren. 3.1 Erklären Sie das Prinzip der Chromatografie am Beispiel der Dünnschicht- oder Papierchromatografie! [4 BE] 3.2 Voruntersuchungen eines Saccharid-Gemisches deuten daraufhin, dass es Glucose, Maltose und/oder Saccharose enthalten könnte. Das Gemisch wird chromatografisch getrennt. Das entwickelte Chromatogramm wird mit ammoniakalischer Silbernitrat-Lösung besprüht und erwärmt. Geben Sie an, welches der oben genannten Saccharide mit dieser Methode sichtbar gemacht werden kann, und begründen Sie Ihre Aussage! Stellen Sie für eine Reaktion die Gleichung auf. [5 BE] 3.3 Ein Kohlenhydrat-Gemisch unbekannter Zusammensetzung wird chromatografisch getrennt und die einzelnen Bestandteile werden mit Hilfe verschiedener Sprühreagenzien sichtbar gemacht. Die Abbildung zeigt das fertige Chromatogramm:
Ermitteln Sie mit Hilfe der gegebenen Rf-Werte, ob in dem Gemisch Fructose enthalten war, und begründen Sie Ihre Aussage! [3 BE] 3.4 Die Identifizierung von Kohlenhydraten kann auch mit Hilfe eines Co-Chromatogramms erfolgen. Beschreiben Sie die Durchführung dieses Verfahrens und legen Sie seine Vorteile gegenüber der Identifizierung mit Rf - Werten dar! [3 BE]
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