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4 Ökologie und Umweltschutz

 

4.1  Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt

        4.1.1 Einwirken abiotischer und biotischer Faktoren

        4.1.2 Entwicklung und Regulation von Populationen

 

4.2 Ökosystem See

        4.2.1 Gliederung in verschiedene Lebensräume

        4.2.2 Nahrungsbeziehungen

        4.2.3 Stoffkreislauf und Energiefluss

 

4.3 Eingriffe des Menschen in Ökosysteme und Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes

        4.3.1 Selbstreinigung der Gewässer, Gewässerbelastung und Abwasserreinigung

        4.3.2 Landwirtschaft und Waldbau: Düngemittel- und Pestizideinsatz, integrierter Pflanzenschutz

        4.3.3 Luftverschmutzung und Luftreinhaltung

 

4.3 Eingriffe des Menschen in Ökosysteme und Maßnahmen des Natur- und Umweltschutzes

        

Lehrplan LZ: Aufzeigen der Vielfalt anthropogener Umweltbelastungen unter Einbeziehung aktueller Beispiele; ggf. Unterrichtsgänge und praktische Untersuchungen; Erkennen von Handlungsmöglichkeiten, auch im privaten Bereich; Einbeziehen ethischer und ästhetischer Aspekte des Naturschutzes; Berufsfeld Umweltschutz
Literatur

 

Medien
Geräte  
Chemikalien  

 

 

4.3.1 Selbstreinigung der Gewässer, Gewässerbelastung und Abwasserreinigung

 

 

Lehrplan Zufuhr von Mineralstoffen und organischen Stoffen; Eutrophierung; Prinzip der dreistufigen Kläranlage; ggf. Hinweis auf die Problematik der Klärschlammentsorgung
Literatur

 

Medien
Geräte  
Chemikalien  

 

Eutrophierung

 

 

 

Abwasserreinigung durch Kläranlagen

Abwässer:

  • Kommunale Abwässer

  • landwirtschaftliche Abwässer

  • industrielle Abwässer

  1. Mechanische Klärung

  • Grob-, Feinrechen

  • Sandfang

  • Ölabscheider

  • Vorklärung

  1. Biologische Reinigungsstufe (Belüftung und oxidativer mikrobieller Abbau organischer Stoffe)

  • Belebtschlammverfahren

  • (oder Tropfkörperverfahren)

  • (oder Kreisscheibenverfahren)

  • Nachklärung

  1. Chemische Reinigungsstufe

         Ausfällung von Phosphat (mit Eisen(III)-salzen: Fe3+ + PO43- zu FePO4)

 

Im Faulturm: anaerobe Zersetzung des Klärschlamms zu CO2 und Methan (Energiequelle für den Betrieb der Anlage)

 

Klärschlammentsorgung? Problematik des Schwermetallgehalts

 

Überprüfung des Reinigungsgrades durch chemische Analysen und Bioindikatoren (Nilhechte u.a. Fische, Daphnien); E.coli-Titer: Wasservolumen, in dem eine Coli-Zelle enthalten ist.

 

Vorfluter: Gewässer in welches das vorgeklärte Abwasser geleitet wird

 

Abwasserabgabengesetz (1976): Es verpflichtet den Einleiter (i. allg. die Kommune) je nach Verschmutzungsgrad des Abwassers zu Abgaben. Dadurch soll ein Anreiz zum Bau von Kläranlagen und zur Verminderung von Schadstoffeinleitungen geschaffen werden.

 

EGW: Einwohnergleichwert = Abfallmenge, die ein Mensch pro Tag produziert

BSB5: Biochemischer Sauerstoffbedarf während 5 Tagen

 

        

 

Regulierung von Fließgewässern

Beispiel: Salzach bei Eham vor und nach der Verbauung (1835 - 1980)  

nach Regulierung:

·      Fehlender Uferbewuchs (=>Erwärmung des Wassers) oder standortfremde Bäume, die nichts zur Uferbefestigung beitragen

·      Hochwässer fallen aus (=>fehlende Düngung)

·      Wasser fließt schneller => Eintiefung, Grundwasserabsenkung

·      verringerte Selbstreinigung

 

Vorteile natürlicher Uferbefestigung durch Erlen und Weiden:

·      Schatten (Temperatur, Sauerstoffgehalt)

·      Lebensraum für Tiere (Wurzeln, Startplatz)

·      Ufer wird nicht unterspült

·      erneuert sich selbst

 

Wurzelausbildung am Gewässerrand

Erlen und Weiden dringen mit ihren Wurzeln in das Wasser vor und festigen dadurch das Ufer (Erosionsschutz).

Die Wurzeln der meisten anderen Baumarten (z.B. Fichten) weichen vor der Staunässe und bieten damit keinen Erosionsschutz (Unterspülung des Ufers). 

 

 

 

 

4.3.2 Landwirtschaft und Waldbau: Düngemittel- und Pestizideinsatz, integrierter Pflanzenschutz

 

 

Düngemittel

 

mineralische Ernährung der Pflanze:

 

 

Gesetz des Minimums (LIEBIG): Derjenige Nährstoff, der im Verhältnis zum Bedarf in der geringsten Menge verfügbar ist, begrenzt das Pflanzenwachstum und damit den Ertrag.

 

Veranschaulichung durch das Minimumfass (FOLIE, Skizze)

 

 

Es gilt aber auch das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs:

 

Stickstoffdünger: Kalisalpeter KNO3, Ammonsalpeter NH4NO3, Kalkstickstoff CaCN2, Harnstoff CO(NH2)2

 

Phosphatdünger: Superphosphat

 

 

Problematik der Überdüngung:

  • Eutrophierung der Gewässer (verstärktes Algenwachstum)

  • Geringere Widerstandskraft der Pflanzen

  • Nitratbelastung des Trinkwassers

 

Organische Dünger

- Bodenleben

- Bodenstruktur

- Bodenbelastung

 

 

 

Notwendigkeit und Gefährdung von Monokulturen

 

Auslese nach Ertrag und nicht nach Konkurrenzfähigkeit

 

Folgen:

  • ständige Eingriffe des Menschen notwendig

  • Schädlinge finden ideale Bedingungen vor

  • für natürliche Feinde oft kein Lebensraum

  • einseitige Ausnutzung des Bodens - Bodendegradation -> Erosion

  • Schädlings- und Unkrautverbreitung

 

 

Chemische Schädlingsbekämpfung

 

Einsatz von Chemikalien zur Bekämpfung von Schadorganismen

 

Pestizide:

  • Herbizide

  • Fungizide

  • Insektizide

 

Problematik des Pestizideinsatzes

  • Breitbandwirkung (auch Nutzinsekten, z.B. Bienen, Marienkäfer werden vergiftet

  • Rückstandsproblem (viele Insektizide sind schwer abbaubar)

  • Resistenzentwicklung (

 

traditionelle Methode der Unkrautbekämpfung: Hacken?

 

Biologische Schädlingsbekämpfung

Einsatz von Lebewesen zur Bekämpfung von Schadorganismen

 

- Marienkäfer gegen Blattläuse

- Schlupfwespen, Erzwespen

- Bakterien und Viren

 

Vorteile:

  • gezielte Wirkung auf bestimmte Arten (keine Breitbandwirkung)

  • kein Rückstandsproblem

 

Biotechnische Methoden

Eigenschaften der zu bekämpfenden Organismen selbst werden zu ihrer Vernichtung eingesetzt

 

- Sterilmännchenmethode

- Häutungshormone

- Pheromone (Sexuallockstoffe)

 

Integrierter Pflanzenschutz

wirtschaftliche Schadensschwelle zu beachten;

kombinierte Anwendung der verschiedensten Verfahren

 

- Resistenzzüchtung

- Fruchtfolge

- Sterilmännchenmethode

- Pheromonfallen (auch zur Kontrolle und Diagnose der Schadensschwelle)

- Sexuallockstoffe (verursachen Desorientierung)

- Förderung natürliche Feinde

 

 

 

        

4.3.3 Luftverschmutzung und Luftreinhaltung