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3 Evolution  

Lehrplan Die Schüler begreifen die Evolutionslehre als eine leistungsfähige wissenschaftliche Theorie, die für zahlreiche im bisherigen Unterricht behandelte Phänomene eine plausible Erklärung geben kann.

Ausgehend vom natürlichen System der Lebewesen und von der Veränderlichkeit der Arten werden die Schüler mit der auch heute noch aktuellen Antwort Darwins auf die Frage nach der Entstehung der Arten vertraut und erfassen hierbei, wie stark das Weltbild des nach Erkenntnis strebenden Menschen durch das Werk Darwins verändert worden ist. Sie erkennen, daß der phylogenetische Prozeß, der auch den Menschen selbst hervorgebracht hat, zunehmend durch diesen beeinflußt wird und daß damit der Menschheit große Verantwortung für die weitere Entwicklung allen Lebens auf der Erde zuwächst.

Literatur  
Medien

 

Geräte
Chemikalien, Material   

 

3.1 Belege für die stammesgeschichtliche Entwicklung

3.1.1 Ordnung der Arten im natürlichen System

3.1.2 Homologien

3.1.3 fossile Formen: Pferdestammbaum, Archaeopteryx  

3.2 Erklärungen für den Artenwandel

3.2.1 Darwinsche Evolutionstheorie

3.2.2 Zusammenspiel von Evolutionsfaktoren aus der Sicht der erweiterten Evolutionstheorie

3.3 Grundzüge der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen

3.3.1 Vergleich Mensch - Menschenaffe

3.3.2 humane Phase: Bedeutung des aufrechten Gangs  

Lehrplan  
Literatur  
Medien

 

Geräte
Chemikalien, Material   
Skriptum Evolution (komplett) als WORD-Datei 

3.1 Belege für die stammesgeschichtliche Entwicklung (- W)

3.1.1 - Ordnung der Arten im natürlichen System

Lehrplan

Wiederholen von Grundlagen (vgl.  B9.2 und B9.3)

Formenvielfalt und abgestufte Verwandtschaftsbeziehungen; Eingehen auf den biologischen und den morphologischen Artbegriff (ca. 2 Std.)

Literatur  Natura 13 S. 88-97
Medien

 Fossilien

Geräte
Chemikalien, Material   

Was besagt die Evolutionstheorie?

  • Die Lebewesen haben sich im Lauf der Erdgeschichte gewandelt (Zunahme der Komplexität des Baus und der Leistungen, aber auch Rückbildungen)

  • Die heutige Vielzahl der Arten (mehrere Millionen) hat sich aus einer geringeren Zahl, wahrscheinlich nur einer einzigen entwickelt (Aufspaltung der Arten)

Artenvielfalt: 400000 Pflanzenarten; 1,5 Millionen Tierarten - wahrscheinlich viel mehr

Dogma von der Konstanz der Arten, Widerstand gegen die evolutionäre Sichtweise des Lebens

  • Platon glaubte an zwei Welten: unsichtbare, vollkommene Welt der Ideen mit idealen, perfekt angepassten Organismen (Idealismus) und mit ihren unvollkommenen Abbilder in der realen Welt

  • Aristoteles: Arten dauerhaft auf einer "Stufenleiter des Lebens" fixiert

  • natürliche Theologie: Aufdeckung des göttlichen Schöpfungsplanes durch das Studium der Natur

  • Schöpfungsbericht des Alten Testaments (Kreationismus)

Linné (1707-1778): Begründer der Systematik oder Taxonomie - schuf die binäre Nomenklatur mit Gattungs- und Artnamen - Einordnung der Arten eine Hierarche zunehmend allgemeiner Kategorien - er glaubte an die Artkonstanz und versuchte, Gottes Schöpfungsplan aufzudecken - wurde aber mit seiner Systematik zum Wegbereiter der Evolutionstheorie

Zusammenfassung der unübersichtlichen Vielfalt der Arten zu einer überschaubaren Zahl größerer Einheiten durch Einteilung nach abgestuften Ähnlichkeiten (Merke "AGFOKS"):

 

Beispiel?
Art
Gattung
Familie
Ordnung
Klasse
Stamm

Reich

 

 

Morphologischer Artbegriff

Lebewesen gehören zu einer Art, wenn sie in allen wesentlichen Merkmalen übereinstimmen.

 

Biologischer (populationsgenetischer) Artbegriff

Lebewesen gehören zu einer Art wenn sie

  • sich miteinander kreuzen und fruchtbare Nachkommen haben

  • gegenüber anderen Arten fortpflanzungsbiologisch isoliert sind

Population ist eine Gruppe von Individuen einer Art, die zu gleicher Zeit im gleichen Gebiet leben und in allseitigem regelmäßigen Genaustausch miteinander treten (Population als Evolutionseinheit)

Cuvier (1769-1832): Fossilien und die Katastrophentheorie

Erforschung der Fossilien in verschiedenen geologischen Schichten ergab: Fossilien sind Reste von Lebewesen, die meisten Arten sind ausgestorben. Cuvier glaubte an die Konstanz der Arten. Seine Erklärung für das Auftreten verschiedener Lebewesen von Schicht zu Schicht: Katastrophen, Sintflut, neue Schöpfungen

Lyell (1797-1875): Aktualismus: Heute wirken noch die gleichen geologischen Kräfte wie in der Vergangenheit (Bildung von Meeressedimenten, Einschneiden von Schluchten und Tälern). Folgerung Darwins: hohes Alter der Erde (nach biblischen Vorstellungen 6000 Jahre!); Zeit für langsame Veränderungen

Lamarck (1744-1829) fand beim Studium von Fossilien Abwandlungsreihen, Übergänge - seine Deutung des Artwandels:

  • inneres Streben der Organismen nach Vollkommenheit (bessere Anpassung an die Umwelt)

  • Gebrauch oder Nichtgebrauch der Organe

  • Vererbung erworbener Eigenschaften

Beispiele: Schmied, Schwielen, Giraffenhals, Vogel, Schwimmhäute

Darwin (1809-1882) Artwandel durch natürliche Auslese (auch Wallace)

Weltreise auf dem Forschungsschiff "Beagle" 4 Jahre - Südamerika, Galapagos-Inseln

1844 erschien "Die Entstehung der Arten"

Kernpunkte der Darwinschen Evolutionstheorie

  • Die Individuen einer Art variieren, diese Unterschiede sind erblich

  • Überproduktion von Nachkommen - Folge: Kampf ums Dasein, Existenzkampf ("struggle for life")

  • Natürliche Auslese ("natural selection") - Überleben der am besten an die Umwelt angepassten Individuen ("survival of the fittest")

Beispiel: Evolution des langen Giraffenhalses

Evolution erfordert lange Zeiträume. Gibt es auch einen Artwandel in überschaubarer Zeit?

Künstliche Auslese: Züchtung von Haustieren und Nutzpflanzen (Beispiele: Tauben, Getreide - Überleben in freier Natur?)

Sozialdarwinismus

MALTHUS (1766-1834) "Essay on the Principle of Population"

Bevölkerung wächst exponentiell - Nahrungsproduktion kann nur linear gesteigert werden - Folge: Nahrungsverknappung, Hungersnöte

SPENCER (1820-1903) Anwendung von Darwins "struggle for life" auf die Gesellschaft - gegen Sozialfürsorge - Rechtfertigung von Krieg, sozialer Ungerechtigkeit und Rassenideologien

 

Fragen und Übungsaufgaben

Definieren Sie den morphologischen und den biologischen Artbegriff!

Morphologischer Artbegriff: Lebewesen gehören zu einer Art, wenn sie in allen wesentlichen Merkmalen übereinstimmen.

Biologischer Artbegriff: Lebewesen gehören zu einer Art wenn sie

sich miteinander kreuzen,

fruchtbare Nachkommen haben und

gegenüber anderen Arten fortpflanzungsbiologisch isoliert sind

Der Flugfrosch aus Südostasien kann mit Hilfe seiner Flughäute zwischen den Zehen aus der Baumkrone herabspringen und bis zu 15 Meter weit gleiten. Erklären Sie die Herausbildung dieser Flughäute aus der Sicht Lamarcks und aus der Sicht Darwins!

Lamarck:

- Flugfrösche spreizten beim Herabspringen ihre Zehen

- durch den Gebrauch wurden die Flughäute größer (vollkommener)

- Vererbung auf die Nachkommen

Darwin:

- Flugfrösche haben individuell verschieden große Flughäute

- dieses Merkmal ist erblich - hohe Nachkommenzahl

- Frösche mit kleineren Flughäuten überlebten seltener; Tiere mit größeren Flughäuten haben mehr Nachkommen

Welche Erkenntnisse der modernen Genetik sprechen gegen die Theorie Lamarcks?

- erworbene Eigenschaften werden nicht vererbt

Was versteht man unter "Aktualismus" ("Aktualitätsprinzip")?

- Heute wirken noch die gleichen Kräfte wie in früheren Erdepochen

 

3.1.2 - Homologien: vergleichende Anatomie, Embryologie, Serologie

 

Lehrplan  Behandlung je eines Beispiels; Beschreiben und Deuten des Präzipitintests (vgl.  B10.3); evtl.  Ansprechen weiterer biochemischer Befunde; Abgrenzen zu Analogien; Hinweis auf konvergente Entwicklung
Literatur  
Medien

 

Geräte
Chemikalien, Material   

 

Hinweise auf gemeinsame Abstammung aus dem Vergleich heute lebender Arten

Beispiele aus der vergleichenden Anatomie

Naive Betrachtung: Feststellung identischer Teile bei Mensch und Tier - gemeinsamer Bauplan!

 - Hausfrau  beim Ausnehmen von Huhn und Ente - einheitlicher Bauplan - Typus

 

Griechische Ärzte lernten Anatomie durch Sektion von Schweinen - Anatomie  des GALEN  (gr. Arzt der römischen Kaiserzeit) nach Präparation von Affen, mit nur wenigen Fehlern

Homologie:

Gleichwertigkeit von Strukturen im Bauplan verschiedener Lebewesen. Ursache: gemeinsame Entwicklung aus dem selben Strukturelement im Laufe der Stammesgeschichte

analog: Sprachhomologien (mère, mater, mother, Mutter, madre weisen auf gemeinsamen Ursprung hin)

Beispiele 

Wirbeltierextremitäten: trotz verschiedener Ausgestaltung besteht Übereinstimmung im Bauplan. Diese bauplanmäßige Übereinstimmung ist aus den Anforderungen der Umwelt und der Lebensweise nicht erklärbar.

- Insektenbeine

 

Homologie von Verhaltensweisen

Beispiel: Ritualisation des Balzverhaltens bei Hühnervögeln (Haushahn, Jagdfasan, Pfaufasan, Pfau) - ohne Kenntnis der Zwischenformen wäre der Ursprung des Balzverhaltens beim Pfau nicht zu erraten.

 

Methodische Kriterien der Homologie - Wie erkennt man, ob zwei verschiedene Organe homolog sind?

  • Lagekriterium: Strukturen verschiedener Arten sind homolog, wenn sie bei gleicher Anzahl in gleicher relativer Verknüpfung vorhanden sind.

  • Ähnliche Strukturen sind auch ohne gleiche relative Lage homolog, wenn sie in ausgeprägten Sondermerkmalen übereinstimmen.

  • Stetigkeits-Kriterium: Selbst unähnliche oder verschieden gelagerte Strukturen sind homolog, wenn Zwischenformen nachweisbar sind, für welche die Bedingungen eines anderen Kriteriums erfüllt sind.

Unterscheiden von

Analogie: Analoge Strukturen üben bei verschiedenen Arten die gleiche Funktion aus. Sie können weitgehend ähnlich sein, entsprechen sich aber nicht im Bauplan.

Ursache der Analogie: Unabhängige Parallelentwicklung unter gleichen Lebensbedingungen ohne gemeinsame Stammesgeschichte

Beispiele 

-          Ähnlichkeiten bei schwimmenden Tieren (Konvergenz)

-          Grabbeine von Maulwurf und Maulwurfsgrille

-          Wüstenpflanzen

-          Farbübereinstimmung mit der Umgebung

 

Verbreitung von Arten 

Wo gleiche ökologische Bedingungen herrschen, sollten Fauna und Flora übereinstimmen (Tropen Afrikas und Südamerikas, ozeanische Inseln, Polargebiete der Nordens und Südens)

Beuteltiere der australischen Region (Abrtrennung seit der Kreidezeit)

 

 

Endemiten: Arten, die nur in einem begrenzten Gebiet vorkommen

Isolation durch die Ablösung von Kontinenten oder Kontinentalschollen von Landmassen (Australien, Madagaskar). Je früher die Ablösung erfolgte, desto eigenständiger ist die Tier- und Pflanzenwelt. Sie entwickelte sich nach der Ablösung zu der heutigen Eigenart.

Nordamerika und Eurasien trennten sich erst spät - sehr gleichartige Tier- und Pflanzenwelt, viele Arten gemeinsam (Wolf, Eisbär)

Die Verbreitung der Lebewesen wird durch die Evolutionstheorie verständlich.

 

Beispiele aus der vergleichenden Embryologie

 

? Beschreibung oder genaue Lokalisierung der einzelnen Knochen

? Vermutung über Gewinnung des Materials

Embryonalentwicklung der Vogelhand!!

ð      Parallele zwischen Individual- und Stammensentwicklung!

 

Umwegsentwicklungen: Während der Individualentwicklung werden in vielen Fällen Merkmale der Ahnenformen vorübergehend ausgebildet.

HAECKELs Biogenetische Regel: Die Individualentwicklung ist eine kurze und schnelle Wiederholung der Stammesentwicklung

 

- aber: mit vielen Einschränkungen! z.B. sind viele Larvenstadien nicht als Ahnenformen zu deuten.

Beispiele:

-          Lanugohaar

-          Kiemenbogenarterien und Keimentaschen beim menschlichen Embryo

 

-          embryonale Zahnanlagen bei Bartenwalen, Hals beim Walembryo

-          embryonale Rückenmuskeln bei Schildkröten (sie lösen sich wieder auf; durch den Panzer werden sie nicht mehr gebraucht

Rudimente: Zurückgebildete, teilweise funktionslos gewordene Organe

Beispiele:

-          Blinddarm

-          Weisheitszähne

-          Skelett des Blauwals: Homologie mit Becken und Oberschenkel von Landsäugetieren

-          Flügel der Strauße

-          Beine der Erzschleiche (winzige Hintergliedmaßen); Schulter- und Beckengürtel der Blindschleiche

-          Griffelbeine an Vorder- und Hinterextremitäten von Pferd und Rind

-          auch: rudimentäre Verhaltensweisen: Mensch: Sträuben der Haare bei Gefahr (Imponieren)

 

im Extremfall völlige Rückbildung, z.B. Augen- und Pigmentverlust bei Höhlentieren (Blinder Höhlenfisch)

 

Sind Rudimente funktionslose Organe?

-          völlige Funktionslosigkeit in vielen Fällen wahrscheinlich (Wal), aber nicht mit absoluter Sicherheit anzugeben.

-          Bekannte Funktionen z.B. bei Blinddarm: lymphatisches Organ; Flügel beim Strauß: Balancehalten, Beschatten der Jungen

-          Funktionswechsel (Übernahme neuartiger Aufgaben im Verlauf der Rückbildung) - Beispiel: Legeapparat der Honigbienen als Stachel; Schwingkölbchen (Hinterflügel) der Mücken als Kreiselstabilisator; Flügel der Pinguine als Ruder- und Steuerorgane

Es gibt auch rudimentäre Verhaltensweisen: 

- Überreichen von Nistmaterial im Paarbildungszeremoniell von Vögeln, die gar kein Nest mehr bauen (Blaufußtölpel, Galapagos)

 

Kulturelle Ritualisierungen des Menschen weisen Parallelen zur stammesgeschichtlichen Ritualisierung auf, z.B. Hut lüften beim Gruß aus Helm abnehmen; militärische Grußform aus der Bewegung des Visierhochklappens 

Atavismus: Rückschläge auf Merkmale eines Ahnen; wenn ein im Laufe der Stammesgeschichte abgebautes Merkmal in seiner ursprünglichen Gestalt wieder zum Vorschein kommt.

 

 

Belege aus Biochemie und Molekularbiologie

Die Präzipitinreaktion

Das Blut enthält in gelöster Form eine große Menge verschiedener Eiweißstoffe. Spritzt man einem Kaninchen etwas Serum von menschlichem Blut ein, so entwickelt es Antikörper gegen alle Proteine, die im menschlichen Blut gelöst sind. Man kann nach einiger Zeit dem Kaninchen Blut entnehmen und sein Serum mit den gebildeten Antikörpern isolieren. Vermischt man im Rea­genzglas dieses Serum mit menschlichem Blutserum, so werden durch die gebildeten Antikörper alle gelösten Eiweiße verklumpt und ausgefällt. Man nennt dies die Präzipitinreaktion.

 

Evolutionsbiologische Bedeutung der Präziptinreaktion. Wenn man das oben erhaltene Kaninchenserum mit dem Serum von Schimpansen vermischt, so tritt auch eine Präzipitinreaktion auf, aber sie ist nicht vollständig. Es werden nämlich nur 85 % der Eiweiße ausgefällt. Sie sind den menschlichen Eiweißen sehr ähnlich. 15 % der Eiweiße bleiben in Lösung. Gegen sie wurden also vom Kaninchen keine Antikörper gebildet. Es sind schimpansenspezifische Proteine. Man kann also die Eiweißähnlichkeit verschiedener Arten von Lebewesen feststellen. Die Menge der unterschiedlichen Proteine zeigt an, ob mehr oder weniger Mutationen seit der Trennung der Entwicklungslinien der verschiedenen Arten eingetreten sind. Dies ist ein Maß für die mehr oder weniger enge Verwandtschaft. Diese Methode hat heute nur noch historische Bedeutung, weil sie durch die Möglichkeit der DNA-Analyse überholt ist.

 

Beispiel Cytochrom c - Stammbaum:

Aus den Unterschieden in der Aminosäuresequenz läßt sich auf die Zahl der die Gruppen trennenden Mutationsschritte schließen. Je mehr Mutationen vorliegen, desto größer ist der Abstand zwischen den Formen. Bei graphischer Auftragung: Stammbaum (Cytochrom c sehr konservativ; Bedeutung als Enzym der Atmungskette)

 

 

3.1.3 fossile Zwischenformen: Archaeopteryx

Lehrplan  Erarbeiten von Merkmalen und Bedeutung; evtl.  Aufzeigen paläontologischer Ansätze bei der Datierung (- Ek13: Geologie) (ca. 6 Std.)
Literatur  
Medien

 

Geräte
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Entfaltung der Formen in der Zeit  

Neuzeit 4 Quartär
70 Tertiär
Mittelalter 135 Kreide
180 Jura
220 Trias
Altertum 270 Perm
350 Karbon
400 Devon
440 Silur
500 Ordovizium
600 Kambrium
Urzeit   Präkambrium
3700  

Paläontologie: Lehre von den Fossilien (Überreste ausgestorbener Lebewesen)

Versuch einer Rekonstruktion der Entwicklung des Pflanzen- und Tierreiches im Laufe der Erdgeschichte

Der Zeitbegriff in der Evolution

Lamarck: Evolution - Vergleich mit dem Stundenzeiger einer Uhr - unser Leben währt nur eine Sekunde - keine Bewegung wahrnehmbar

Vergleich: Ereignisse von Christi-Geburt bis heute: Film von 1 Stunde, Ablauf der Evolution und menschliche Vorgeschichte in einstündigen Filmen im gleichen Zeitmaßstab: 16 pro Tag

- Mensch in jetziger Gestalt (100000 Jahre) = 3 Tage

- Mensch seit Trennung von Affenvorfahren (ca. 10 Mio) = 10 Monate

- Evolution von Familien der Säugetiere, z.B. Katzen, Hunde, Pferde (35-55 Mio) = 3,5-5,5 Jahre

- Gesamte Fossilienreihe (600 Mio) = 60 Jahre

- Evolution des Lebens = 250-400 Jahre

 

Geologische Schichtenfolge - Ablagerung - Datierung (Radioaktivität)

Unvollständigkeit der fossilen Funde

präkambrische Gesteine sind größtenteils metamorphisiert oder durch Erosion abgetragen

 

Tabelle der Erdzeitalter: (Beginn in Millionen Jahren)

 

Neuzeit 4 Quartär  
70 Tertiär gewaltige Entwicklung der „modernen“ Säugetiere und Vögel - Verdrängung der primitiven Säugetiere in Rückzugsgebiete
Mittelalter 135 Kreide Aussterben der Saurier - wenige primitive Säugetiere - echte Vögel, Blütenpflanzen
180 Jura Zeitalter der Saurier - Ichthyosaurier, Pterodactylus, Pteranodon, Brontosaurus, Tyrannosaurus
220 Trias Reptilien! - fast alle Amphibien sterben aus
Altertum 270 Perm Entwicklung der Reptilien, Ausgangspunkt für Vögel und Säuger
350 Karbon Steinkohlenwälder - Amphibien und Reptilien und deren Bindeglieder, Urlibellen (80 cm), Schaben, Bärlappe, Schachtelhalme, Farne
400 Devon Zeitalter der Fische - erste Knochenfische, Lungenfische, Quastenflosser, Quastenflosser als Ausgangsgruppe der Landwirbeltiere (vier, durch Knochen gestützte Flossen, die eine Fortbewegung auf dem Land ermöglichten)
440 Silur erste Wirbeltiere: kieferlose, gepanzerte Fische mit knorpeliger Wirbelsäule

erste Landtiere: Skorpione und Tausendfüßler, durch Chitinpanzer Schutz vor Austrocknung

Algen als einzige Vertreter im Untersilur, im Obersilur Nacktfarne (Psilophyten) zusammen mit den ersten Landtieren als erste Landpflanzen, gegen Ende bärlappähnliche Gefäßsporenpflanzen.

500 Ordovizium  
600 Kambrium reiches Tier- und Pflanzenleben, ausschließlich auf das Wasser beschränkt: Schwämme, Hohltiere, Ringelwürmer, Schnecken, Trilobiten, Stachelhäuter - kein Wirbeltierrest gefunden!

charakteristisches Fossil: Trilobiten (=Dreilappkrebse)

Urzeit   Präkambrium alle Überreste mariner Herkunft: Fossilierte Blaualgen, Polychaeten, wahrscheinlich Hohltiere (Quallen)
3700    

Cyanobakterien gehören zu den ältesten bekannten Fossilien. In Form von Kolonien bildeten sie (und bilden noch heute) sog. Stromatolithen-Kalk [Fundort: Südafrika, Alter: ca. 2 Milliarden Jahre] 

 

 

Skelett eines räuberischen Dinosauriers

 

Schädel eines Tyrannosaurus

 

Ichthyosaurus (Holzmaden)

Ursprung des Lebens

Urzeugungshypothesen (bis zu Sterilisationsversuchen Pasteurs 1864)

Vis vitalis - Hypothese (bis zu Wöhlers Harnstoffsynthese 1828)

Abiotische Entstehung organischer Substanzen

Die Früherde als chemisches Labor -  Die Uratmosphäre enthält NH3 (Ammoniak), CH4 (Methan), H2O (Wasser) aber keinen Sauerstoff, daher reduzierende Bedingungen (Indiz z.B. Gesteine mit Verwitterungsspuren und alle Sedimente älter als 1,8 Milliarden Jahre, die Eisen(II)-sulfid enthalten, das an der Luft unbeständig ist)

Auswirkungen des Fehlens von Sauerstoff:

  • organische Verbindungen konnten sich wegen der reduzierenden Bedingungen erhalten und ansammeln

  • ohne Sauerstoff keine Ozonschicht, welche die energiereiche UV-Strahlung abhält - UV als mögliche Energiequelle für abiotische Synthesen

Millers Versuch zur Simulation der Bedingungen auf der Urerde => abiotische Synthese von Aminosäuren, Nucleinbasen, Zuckermolekülen

Endosymbiontentheorie: Mitochondrien und Plastiden waren ursprünglich selbständige prokaryontische Lebewesen, die unter Ausbildung von Endosymbiosen in eine andere Prokaryontenzelle aufgenommen wurden. Mitochondrien gehen wahrscheinlich auf aerobe Bakterien zurück, Plastiden auf Cyanobakterien (u.a. ringförmige DNA).

 

 

Beobachtete Gesetzmäßigkeiten:

  • Aufeinanderfolge von einfachen zu höher organisierten Formen

  • Zusammenhang der fossilen Lebewesen mit heute lebenden Formen wird erkennbar - Zwischenformen

  • Entwicklung erfolgte vom Wasser- zum Landleben

  • Entwicklung offenbar nicht umkehrbar.

 

Evolution der Pferde

 

Skelett von Mesohippus, eines dreizehigen Pferdes aus Nordamerika

Beinskelett eines dreizehigen Pferdes aus Griechenland (Cremohipparion)

Brückentiere

Archaeopteryx, Quastenflosser

Der Urvogel Archaeopteryx - ein Bindeglied zwischen Reptilien und Vögeln

Vogelmerkmale Reptilienmerkmale
  • Federkleid

  • Vogelflügel mit Federn

  • Vogelschädel

 

  • Zähne im Schnabel

  • freie Finger mit Krallen

  • lange Schwanzwirbelsäule

  • Schienbein und Wadenbein nicht verwachsen

lebende Fossilien

Beispiele:

Quastenflosser

 

 

Nautilus

Ginko

 

Analogien

Evolution des Schuppenbandes

Evolution der Eisenbahnwagen

Aufgaben Evolution

Abituraufgaben Grundkurs Bayern:

1991 I 3 Kielschwanzlegunane Farbunterschiede

1991 II 3 Variabilität und Konstanz der Gene, Anpassung

1991 II 4 Wale, Robben, Seekühe, Elefanten - Ähnlichkeiten, Verwandtschaft, Serologie

1991 III 4 Lebewesen mit phylogenetisch älteren und jüngeren Merkmalen

1991 IV 4 Flugbeutler und Flughörnchen - Lamarck und Darwin

1992 I 6 Kolibris, Nektarvögel, Honigfresser

1992 II 5 Baumfrosch mit Spannhäuten - Lamarck und Darwin

1992 III 5 Homologie, Homologiekriterium, Verwandtschaft - selbstgewähltes Beispiel

1992 IV 5 Wildemmer, Genommutation, Pflanzenzüchtung

1992 IV 6 Artenvielfalt madagassischer Lemuren

1993 I 5 Birkenspanner

1993 II 5 Waldspitzmaus, Maulwurf, Hausmaus - Verwandtschaft, serologischer Test

1993 II 6 Flugechse, Fledermaus - Vorderextremitäten - homolog oder analog?

1993 III 6 Malawisee-Buntbarsche

1993 IV 6 Pflanzen auf sturmreichen Inseln, Rückbildung von Flugsamen erklären

1993 IV 7 Hoatzin - Finger mit Krallen an den Vordergliedmaßen

1994 I 5 Mauersegler und Rauchschwalben - serologischer Test

1994 I 6 vergleichende Embryologie - selbstgewähltes Beispiel

1994 II 5 Vergleich des Skeletts von Menschenaffen und Menschen, Entwicklungstendenzen

1994 III 5 Definition Homologie, Analogie, Konvergenz  - Anwendung Frosch, Singvogelruf, Bach

1994 IV 4 Pflanzenzüchtung aus haploiden Pflanzen - drei Vorteile

1994 IV 5 Pilzmücken, leuchtende Larven

1994 IV 6 Archaeopteryx - Bedeutung von Brückentieren für die Evolutionsforschung

1995 I 6 Galapagos-Finken - Enststehung nach erweiterter Evolutionstheorie - auf Festland?

1995 II 6 Wale und Fische - Ähnlichkeit evolutionsbiologisch begründen - serologischer Test

1995 III 6 Anatomische Unterschiede zwischen Mensch und Menschenaffe, Chromosomenuntersuchungen

1995 IV 6 Archaeopteryx - Bedeutung für die Evolutionsforschung

1996 I 6 Bartenwale, Embryologie, Vordergliedmaßen

1996 II 5 Felsenkleiber und Klippenkleiber, Schnabelformen in geographisch versch. Arealen

1996 III 5 Entstehung eines "falschen Kopfes" nach erweiterter Evolutionstheorie

1996 III 6 Gemeinsame Merkmale von Affen und Menschen (Primaten)

1996 IV 5 Wisent und Bison

1997 I 4 Marine Nacktschnecke - Darwin

1997 III 5 Gemsen - Verbreitungsgebiete und Artaufspaltung

1997 IV 5 Buntbarsche im Victoriasee - erweiterte Evolutionstheorie, Embryologie u. Evolutionsforschung