|
|
|
3 Evolution 3.1 Belege für
die stammesgeschichtliche Entwicklung 3.1.1 Ordnung
der Arten im natürlichen System 3.1.2
Homologien 3.1.3 fossile
Formen: Pferdestammbaum, Archaeopteryx 3.2 Erklärungen
für den Artenwandel 3.2.1
Darwinsche Evolutionstheorie 3.2.2 Zusammenspiel von Evolutionsfaktoren aus der Sicht der erweiterten Evolutionstheorie 3.3 Grundzüge
der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen
3.3.1
Vergleich Mensch - Menschenaffe 3.3.2 humane Phase: Bedeutung des aufrechten Gangs
3.3 Grundzüge der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen(-W)3.3.1 - Vergleich
Mensch - Menschenaffe
Der Mensch im System der Primaten:
Die enge zoologische Verwandtschaft zwischen Mensch und Menschenaffen zeigt sich an vielen Gemeinsamkeiten. Ähnlichkeiten im Körperbau (Anpassung des gemeinsamen Primaten-Bauplans an das Baumleben als ökologische Nische)
Weitere
Verwandtschaftshinweise Karyogrammvergleich zwischen Mensch und Schimpanse: Der Mensch hat 46 Chromosomen, alle Menschenaffen 48. Ein Vergleich der Karyogramme zeigt aber, dass die Chromosomen sowohl im Typus als auch in vielen Details gleich sind. Serologische Befunde: Mensch und Menschenaffe haben die Blutgruppen A, B, 0 gemeinsam. Die Aminosäure-Sequenzen der Proteine weisen bei allen Hominoideen weitgehende Übereinstimmung auf. Parasitologische Befunde: Läuse der Gattung Pediculus leben nur auf Schimpanse und Mensch; das Virus der Bläschenflechte befällt ausschließlich Menschen und Menschenaffen. Ethologische Befunde: Verhaltensweisen (z.B. Sozialkontakt-, Imponier-, Droh-, Gruß- und Brutpflegeverhalten) der bei Mensch und Schimpanse weisen zahlreiche Übereinstimmungen auf. Unterschiedliche Körpermerkmale von Menschenaffen und rezenten Menschen Die körperlichen Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen ergeben sich aus der Umgestaltung des Körpers in Wechselwirkung mit der vollständigen Aufrichtung und dem aufrechten Gang des Menschen:
Gorilla-Skelett
Schädel-Vergleich
Stammbaum des Menschen Vergleich verschiedenen Affenarten (Anpassungen an springende und hangelnde Fortbewegung in den Bäumen) subhumane Phase - zunehmend aufrechter Gang - als Folge einer klimatischen Veränderung - zunehmende Versteppung, Rückgang der Wälder, isolierte Baumgruppen - Erschließung neuer Nahrungsquellen (Fleisch) - Mängelwesen - starker Selektionsdruck - keine angeborenen Verteidigungswaffen und wenig entwickelte Sinnesorgane (Gehör-, Geruchssinn) - Selektionsvorteil des aufrechten Ganges: rasche Flucht, Überblick, Freiwerden der Hand Propliopithecus, gemeinsamer Vorfahre der Hominoidea, also der Gibbons, Menschenaffen und Menschen, lebte vor etwa 30 Mio. Jahren Das Tier-Mensch-Übergangsfeld Im Tier-Mensch-Übergangsfeld vollzog sich der Übergang von der subhumanen in die humane Phase der Entwicklung zum rezenten (heutigen) Menschen. Am Beginn standen
die Werkzeugbenutzer, am Ende die bewusst planenden Gerätehersteller (Geräte
sind Instrumente, die zu einem bestimmten Zweck hergestellt, wiederholt benutzt
oder sogar für die Herstellung anderer Gegenstände eingesetzt werden). Die ältesten
Geräte (Faustkeile) sind etwa 2,6 Mio. Jahre alt. Die Australopithecinen (Urmenschen) als typische Vertreter des Tier-Mensch-Übergangsfeldes lebten vor mehr als 2 Mio. Jahren in den Steppen Süd- und 0st-Afrikas.
Merkmale:
Zur gleichen Zeit wie die späten Australopithecinen lebten bereits fortschrittlichere Formen: Homo habilis bzw. Homo erectus, so dass die Australopithecinen als ein blind endender Seitenzweig im Stammbaum der Hominiden angesehen werden müssen. humane Phase: Bedeutung des aufrechten Gangs für die Entwicklung von Hand und Gehirn
Die humane Phase ist gekennzeichnet durch die weitere Vergrößerung und Ausdifferenzierung des Gehirns (Zerebralisation) Menschenformen
der humanen Phase Archanthropinen (Frühmenschen) Homo erectus (aufrechtgehender Mensch) - lebte vor knapp 2 Mio. Jahren bis vor 150 000 Jahren - Jäger, die Geräte herstellten - Feuerbenutzung - Gehirnvolumen 750 - 1250 ml (!) Paläanthropinen (Altmenschen) Homo sapiens neanderthalensis (Neanderthaler) - lebten in den Tundren der Würm-Eiszeit - Jäger und Werkzeugmacher - Totenkult - keine direkten Vorfahren des rezenten Menschen starben vor 70000 Jahren aus
Vergleich der
Schädelkalotte des Neandertalers mit rezentem Menschen Neanthropinen (Jetztmenschen) Homo sapiens sapiens - trat vor 70000 Jahren in Europa auf - Kulturentwicklung (Feuerstein, geschliffene Knochengeräte, Nadel und Harpune, Höhlenmalereien, Kultstätten) Kulturelle Entwicklung Voraussetzungen für die kulturelle Entwicklung (Sprache, Religion/Ethik, Kunst, Recht, Staat, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften)
Geschwindigkeitsunterschied zwischen biologischer und kultureller Evolution! Informationsweitergabe von Generation zu Generation Einfluss des Menschen auf die weitere Evolution
|