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Der Forscherclub am Tassilo-Gymnasium bietet ein Forum, auf dem sich über das schulische Angebot hinaus naturwissenschaftlich-technische Begabungen und Interessen kreativ entfalten können. Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher Jahrgangsstufen verbringen jeden zweiten Freitag Nachmittag im Schullabor mit Experimentieren, Forschen und Konstruieren. Unser
Themenspektrum ist sehr breit angelegt, um den vielfältigen Interessen der Schüler
entgegen zu kommen, und die Schwerpunkte werden von Jahr zu Jahr entsprechend
ihren unterschiedlichen Neigungen gewählt, z.B.:
Natürlich
können wir nicht mit den großen Forschungs- und Entwicklungszentren
konkurrieren. Unsere Ziele liegen im Bereich der Propädeutik und dienen der
individuellen Förderung fachlicher und sozialer Kompetenzen:
Voraussetzung für die Bearbeitung dieser vielfältigen Themen ist eine entsprechend universelle Ausstattung. Unser Schullabor konnte durch finanzielle Unterstützung u.a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderung als SIGNO-Erfinderclub), Förderverein der Schule, Fonds der chemischen Industrie und Sponsorpool Jugend forscht kontinuierlich ausgebaut werden. Konstruktionen aus Holz, Kunststoff, Glas und Metall können mit geeigneten Werkzeugen realisiert werden. Zur Herstellung elektronischer Schaltungen stehen Regale voller Bauelemente und Messgeräte zur Verfügung. Chemische Laborgeräte und Chemikalien in großer Auswahl ermöglichen auch anspruchsvolle Experimente. Computer dürfen natürlich nicht fehlen. Viele wertvolle Bauelemente haben wir beim Zerlegen von Industrie- und Elektronikschrott erhalten. Für Versuche aus dem Bereich Mikrobiologie und Biotechnologie bauten unsere Schüler eine sterile Werkbank und der Genkoffer „Blue Genes“ bildete die Initialzündung für den Einstieg in die Molekularbiologie. Die
in der Vergangenheit erzielten Erfolge beweisen, dass sich unser Konzept bewährt
hat. Seit 1992 sind die Schüler des Tassilo-Gymnasiums regelmäßig bei
naturwissenschaftlichen Wettbewerben vertreten und wurden mit zahlreichen
Preisen bedacht. Als
1992 erstmals ein Schüler unserer Gruppe am Wettbewerb Jugend forscht teilnahm
und zum Landessieger avancierte, war das der Auftakt zu einer verstärkten Präsentation
der Arbeiten bei den naturwissenschaftlichen Wettbewerben:
Unsere
Gruppe stellte in der Folgezeit 14 Regionalsieger, 4 erste und 4 weitere
Landessieger sowie einen Bundessieger und zahlreiche Sonderpreise auf
Bundesebene. Ein Team durfte sogar seine Arbeit auf der EXPO 2000 in Hannover präsentieren. Im
Lauf der Zeit entstanden auch Arbeiten mit innovativem Charakter, u.a. ein
Dachziegel, der gleichzeitig als thermischer Solarkollektor funktioniert, ein
Computerprogramm zur Auswertung von Chromatogrammen, die zuvor mit einem handelsüblichen
Scanner eingelesen wurden oder eine neuartige computergesteuerte Titriermaschine.
Manchmal kam auch der Zufall zu Hilfe. Als z.B. in unserem Schullabor plötzlich
alle Kupfersulfatlösungen verschimmelten, war das der Anstoß zur Erforschung
eines extrem Schwermetall-toleranten Schimmelpilzes. Große Anerkennung fand ein
Computermodell zur Hochwasservorhersage für Bäche und kleinere Flüsse. Nicht
selten ist ein Mangelzustand die Triebfeder des Erfolgs, indem gerade das Fehlen
eines teuren Geräts oder der Zwang zur Sparsamkeit Improvisationen und
originelle Problemlösungen bewirkt. Eine sterile Werkbank wurde gebaut - eine unverzichtbare Ausrüstung für anspruchsvollere Versuche im
Bereich Mikrobiologie, Zell- und Gewebekulturtechnik. Erstmals konnte in unserem
Schullabor eine gezielte Genübertragung an Bakterien durchgeführt werden, natürlich
in Form einer völlig unbedenklichen Variante. Sogar die
Polymerase-Kettenreaktion, eine Technik zur Vermehrung winzigster DNA-Spuren die
auch beim genetischen Fingerabdruck angewandt wird, gelang auf Anhieb. Als
Beispiele für weitere Arbeiten seien genannt: "Konstruktion
eines Fotometers mit Tauchsensor", "Chromatographische Auftrennung
selbst hergestellter farbiger Aminosäurederivate" und "Diagnose von
Schädigungen des Photosyntheseapparates durch Messung der
Chlorophyllfluoreszenz in vivo". Als
Teil einer langfristigen Strategie liegt der Nutzen unseres Forscherclubs für
die Gesellschaft in der
Für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe lohnt es sich, zu investieren. Dass Forschung und Entwicklung auch bei größtmöglicher Sparsamkeit Geld kostet, versteht sich von selbst. Es ist zwar richtig, dass viele unserer Innovationen gerade deshalb gefunden werden, weil der Kostenfaktor eine sparsamere Lösung erzwingt. Andererseits geht beim Arbeiten mit ungeeignetem Material viel wertvolle Zeit verloren. Um den Stand der Technik kennen zu lernen ist eine moderne Geräteausstattung nötig. Besonderer Dank gilt deshalb allen Sponsoren, die durch ihre Unterstützung zu den Erfolgen beigetragen haben: dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für die Förderung als SIGNO-Erfinderclub, dem Förderverein des Tassilo-Gymnasiums, dem Fonds der chemischen Industrie, der Sparkasse Rottal-Inn und dem Sponsorpool „Jugend forscht. SIGNO ist ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), www.signo-deutschland.de | |||||||