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Aspekte der Gentechnologie

 

Lehrplan

Aspekte der Gentechnologie (->MT,P,BO)

- künstliche Neukombination genetischer Information bei Bakterien vereinfachte Darstellung des Prinzips der Gewinnung von Hybridplasmiden, der Klonierung, Analyse und Expression an einem Beispiel

(ca. 4 Std.)

- Anwendungsmöglichkeiten bei Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren

Erörtern der Chancen und Risiken anhand ausgewählter Beispiele (- U, DW)

- Gendiagnostik und Eingriffe in den Genbestand beim Menschen (-> K12/13, Ev12/13, Eth12; -> W) 

 Ausblick auf gentherapeutische Möglichkeiten und die damit verbundene Problematik (->GE) (ca. 3 Std.)

Literatur  
Medien  
Geräte
Chemikalien, Material   

Gentechnik – Begriff, Werkzeuge und Methoden

Anwendungen der Gentechnik

  • Gentechnik an Mikroorganismen

  • Gentechnik an Pflanzen  

  • Gentechnik an Tieren

  • Gentechnik am Menschen

Fragen zur Sicherheit und Ethik

 

Gentechnik – Begriff, Werkzeuge und Methoden

Universalität des genetischen Codes!

=> DNA (Gene) zwischen den Organismen prinzipiell austauschbar, egal ob Bakterium, Pilz, Pflanze oder Tier – Möglichkeiten!?

Was ist Gentechnik?

Unter Gentechnik versteht man die Analyse und Neukombination von DNA

Was Gentechnik nicht ist: Embryoteilung, Stammzellforschung und Embryotransfer - künstliche Befruchtung - Klonierung - klassische Züchtungsverfahren  

 

Die wichtigsten Werkzeuge der Gentechnik:

Restriktionsenzyme – molekulare Scheren

Restriktionsenzyme schneiden die DNA an spezifischen Stellen, jeweils dort, wo 4 - 6 Basenpaare in ganz bestimmter Folge vorliegen. In Bakterien dienen sie als Schutz gegen Viren. Es entstehen klar definierte Fragmente. Die Erkennungssequenzen weisen eine gegenläufig gleiche Symmetrie auf, es sind sog. Palindrome.

2 Typen: Manche Restriktionsenzyme schneiden versetzt, mit überstehenden einsträngigen Enden, andere schneiden die DNA glatt durch.

Beispiele:

EcoRI

HaeIII

Bei den versetzt schneidenden Restriktionsenzymen entstehen kurze einsträngige überstehende Enden. Diese sind zueinander komplementär und dadurch können sich alle Fragmente beliebig über Wasserstoffbrücken verbinden (sog. kohäsive Enden oder „klebrigen Enden“ . Neu gepaarte DNA-Stücke werden durch das Enzym Ligase kovalent verknüpft. 

Vektoren

Vektoren sind Vehikel, mit deren Hilfe Fremd-DNA in eine Zelle eingeschleust werden kann. Als Plasmide, Phagen oder Viren können sie sich in Zellen autonom replizieren und bieten damit die Möglichkeit zur Klonierung rekombinanter DNA.

Plasmide sind in Bakterien vorkommende, ringförmige DNA-Moleküle, die zusätzlich zum eigentlichen Bakterienchromosom vorkommen können und unabhängig vom übrigen Genom vermehrt werden.  

Plasmide können von einem Bakterium auf ein anderes übertragen werden.

Sie tragen häufig Gene für Resistenzen gegen Antibiotika und können dann einen Selektionsvorteil bieten.

Das E.coli-Plasmid pBR 322 trägt Antibiotika-Resistenzgene für Ampicillin und Tetracyclin, die als Markergene dienen. „ori“ bezeichnet den Replikationsursprung. Als Werkzeug für die Gentechnik enthält es jeweils eine Schnittstelle für verschiedene Restriktionsenzyme.

Ringöffnung mit Hilfe eines bestimmten Restriktionsenzyms ermöglicht das Einfügen eines fremden Gens. Das Tetrazyklin-Resistenzgen wird durch den künstlichen Gen-Einschub inaktiviert.

Da ein bestimmtes Restriktionsenzym jeweils nur auf eine einzige Erkennungsregion anspricht können Teilstücke verschiedenster Herkunft, sofern sie nur durch Behandlung mit diesem einen Enzym entstanden sind, miteinander vereinigt oder in Plasmide eingebaut werden.

Durch Einbau fremder DNA-Stücke in Plasmide erhält man Hybrid-Plasmide, die in Bakterienzellen vermehrt werden können (Klonierung)

Plasmid-DNA mit Resistenzgenen kann in nicht resistente Bakterien eingeschleust werden (Aufnahme freier DNA durch die Zellwand = Transformation).

Da sich die Bakterien mit dem aufgenommenen DNA-Stück identisch replizieren, kann man so Millionen Kopien des Resistenzplasmids erzeugen (Klonierung).  

Selektion mit Hilfe der Stempeltechnik

 

Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Mit Hilfe der Polymerase-Ketten-Reaktion (Polymerase chain reaction = PCR) kann man in ein paar Stunden millionenfach Kopien von bestimmten DNA-Segmenten erzeugen.

Die PCR Methode ist eine zyklische Reaktion, bei der ein DNA-Strang 30 Sekunden bei 90-95 °C hitzedenaturiert wird, um beide Stränge voneinander zu trennen. Dann wird auf 55°C abgekühlt und ein Primer (20-30 Basen), komplementär zum gewünschten DNA-Abschnitt angebracht. Der Zyklus endet mit der Verlängerung durch eine hitzestabile Taq DNA- Polymerase ( aus Thermus aquaticus, einem thermophilen Bakterium aus heißen Quellen des Yellowstone National Parks) bei 75°C, wobei identische Kopien produziert werden. Der ganze Vorgang kann bis zu 30 Mal wiederholt werden, wird heute in speziellen Maschinen durchgeführt und liefert dabei in ca. 3 Stunden 1 Million DNA-Kopien.

 

Reaktionslösung enthält DNA, Primer, Taq-DNA-Polymerase, alle vier Desoxynucleosidtriphosphate

Erhitzen auf 90°C

Das Erhitzen trennt den Doppelstrang in zwei Einzelstränge.

Abkühlung auf 50°C

 

Die Primer lagern sich an die komplementären Sequenzen der Einzelstränge an.

Erwärmen auf 72°C

 

Durch das Enzym DNA-Polymerase werden die DNA-Stränge in 3´-Richtung, ausgehend von der Startsequenz verlängert. Die Einzelstränge dienen dabei als Matritze.

 

 

 

Vielfache Wiederholung des Zyklus ...

Nach 25 – 50 Zyklen ist die DNA innerhalb weniger Stunden millionenfach vermehrt.

 

 

Sequenzanalyse der DNA

 

Anwendungen der Gentechnik

Gentechnik an Mikroorganismen

 

Herstellung von Proteinen durch Bakterien

- Insulin

- Gerinnungsfaktor VIII

- Antikörper

- Enzyme (Chymosin)

 

Abbau organischer Schadstoffe  

 

Gentechnik an Pflanzen

 

Transgene Pflanzen

 

- Resistenz gegen Herbizide

- Resistenz gegen Insektenbefall (Mais-Zünsler)

- Virus-Resistenz (Rhizomania-Virus)

- Pilz-Resistenz

- Kälte-Toleranz

- Salz-Resistenz

- verlängerte Reifungszeit (FlavrSavrTM Tomate, "Anti-Matsch-Tomate" 1994)

- Gewinnung von Proteinen

- Vitamin A in Reis

 

Gentechnik an Tieren

 

- Gewinnung von Proteinen aus der Milch transgener Tiere

 

Gentechnik am Menschen

 

- Human-Genom-Projekt HUGO

Entschlüsselung von 3 Milliarden Basenpaaren, 30000 Gene?

Isolierung von DNA aus den Zellkernen

Schneiden mit verschiedenen Restriktionsenzymen -> Genbibliothek

Bestimmung der Basensequenzen (vollautomatisch arbeitende "Sequenzer")

Zusammensetzspiel auf Hochleistungscomputern mit Hilfe überlappender Sequenzen

 

- Gendiagnose

    - pränatale Diagnose

    - genetischer Fingerabdruck (RFLP), DNA-Profilanalyse (VNTR)

- somatische Gentherapie

- Keimbahntherapie

 

Fragen zur Sicherheit und Ethik