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Grundlagen der KernenergietechnikMassendefekt und Kernbindungsenergie; Äquivalenz von Masse und Energie
Welche Kräfte
halten den Atomkern zusammen? Vergleich der
Masse eines Heliumkerns mit der Summe der einzelnen Nukleonenmassen:
Masseverlust
entspricht der Kern-Bindungsenergie nach der Masse-Energie-Äquivalentbeziehung
(Einstein)
Berechnung der
Bindungsenergie eines Heliumkerns
Bindungsenergie
pro Mol Helium?
Vergleich mit der
bei chemischen Reaktionen freiwerdenden Energie! Millionenfach höhere Beträge! Bindungsenergie
in Abhängigkeit von der Nukleonenzahl
Daraus ergeben
sich prinzipiell zwei Möglichkeiten zur Gewinnung von
Kernenergie:
Aufgabe:
Wäre das eine Möglichkeit zur Gewinnung von Kernenergie? (Wahrscheinlichkeit für das Eintreten dieser Reaktion sehr gering!)
Energiegewinnung durch
Kernspaltung: Kettenreaktion
Entdeckungsgeschichte
der Kernspaltung (Hahn, Straßmann, Meitner 1938)
Als Spaltprodukte
wurden 300 Isotope mit Nukleonenzahlen zwischen 71 und 160 beobachtet (Maxima
bei 95 und 140) - Radioaktivität
der Spaltprodukte! Wegen Neutronenüberschuss Aufgabe:
Energiegewinnung
durch Kernspaltung
Pro Spaltung
werden 2 - 3 neue Neutronen freigesetzt, die neue Spaltungen ausführen und
somit eine Kettenreaktion
aufrechterhalten können.
Möglichkeit der gesteuerten
und ungesteuerten Kettenreaktion spaltbar durch
Neutronen beliebiger Energie sind die Isotope U-233
U-235 Pu U-235 zu 0,7% im
Natururan enthalten In Natururan ist
keine Kettenreaktion möglich, weil die gebildeten schnellen Spaltneutronen von
den im Überschuss vorhandenen
Neutroneneinfang
durch U-238 erfolgt besonders leicht mit schnelleren Neutronen (25 eV), während
die Kernspaltung bevorzugt mit viel langsameren Neutronen (ca. 0,025 eV, "thermische
Neutronen") erfolgt. Folgerung: 2 Möglichkeiten
für die Einleitung einer Kettenreaktion (Neutronenvermehrungsfaktor >1): 1. Anreicherung
des Uranisotops 235 2. Herabsetzen
der Geschwindigkeit der schnellen Spaltneutronen (ca. 1 MeV) durch
Bremssubstanzen oder Moderatoren Anforderungen an
eine Moderatorsubstanz:
Moderatoren:
kritische Größe
der Anlage? Verminderung des
relativen Neutronenverlustes durch Verkleinern des Verhältnisses Oberfläche zu
Volumen (->Kugel), Mindestmasse z.B. 40 t
Uranmetall, 400 t Graphit
kritische
Masse: die für das
Zustandekommen einer Kettenreaktion erforderliche Mindestmasse Kernreaktoren
Aufbau eines
Kernreaktors (Druckwasserreaktor) Prinzip:
Steuerstäbe aus
stark neutronenabsorbierenden Materialien (Bor, Cadmium) dienen der Regulierung
des Neutronenflusses, so dass von 2 - 3 bei der Spaltung freigesetzten Neutronen
nur eins eine neue Spaltung auslöst.
Brennstoffkreislauf
Isotopentrennung
Das spaltbare
U-235 ist nur zu 0,7% im Natururan enthalten Urananreicherung
nach dem Prinzip der Gasdiffusion
Gaszentrifuge Trenndüsen
Problematik:
Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen Brutreaktoren- hohe
Neutronendichte wird angestrebt - Ausbeute an
Spaltneutronen steigt mit der Neutronenenergie -> Betrieb mit
schnellen Neutronen Kühlmittel: flüssiges
Natrium (darf Neutronen nur wenig abbremsen)
Problematik:
Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen durch Plutoniumverarbeitung -
Steuerung schwieriger Reaktorsicherheit -
Sicherheitskonzeptionen
Ist der
Kernreaktor eine "gezähmte Atombombe"?
Strahlung: In einem modernen Leichtwasserreaktor steigt die Aktivität im Laufe
von 2,5 Betriebsjahren auf 1.85*1020
Bq (entspricht 5000 t Radium) durch radioaktive Spaltprodukte Xe-133, Kr-85,
I-131, Cs-137 usw. und Aktivierungsprodukte durch Neutroneneinfang wie U, Np,
Pu-239, Aufgabe der
Reaktorsicherheit ist es, diese Stoffe und ihre Strahlung von den Menschen und
der Umwelt fernzuhalten. Lernen aus Mängeln
und Fehlern auf der Grundlage von Erfahrungen ? Gefährdung
bei Reaktorunfällen GAU "größter
anzunehmender Unfall" z.B. durch Bruch der Hauptkühlmittelleitung
(Siedewasserreaktor) oder der Dampfleitung (Druckwasserreaktor) - Gefährdung
bei Versagen der Notkühlsysteme -> Kernschmelze Gefährdung durch
Sabotage, Terrorismus, im Kriegsfall? - Brennstoffkreislauf! Harrisburg 1979
Ausfall der Pumpen im Sekundärkreislauf -> technische Pannen und menschliche
Fehler Tschernobyl
26.April 1986 positiver
Dampfblasenkoeffizient Vergleich der
Reaktortypen von Biblis und
Tschernobyl
Passive
Sicherheitseinrichtungen Vergleich: Stoßstange,
Sicherheitsgurt, Knautschzone Abschirmung Barrieren - Hüllrohre,
Reaktordruckbehälter, Betonabschirmung, Sicherheitsbehälter und Stahlbetonhülle - Flüchtige und
gasförmige Spalt- und Aktivierungsprodukte?
Unterdrucksystem Qualitätskontrollen - dreifach, auch
durch TÜV - Kontrolle der
Versprödung des Stahls wird durch Proben an
besonders ungünstigen Stellen kontrolliert Aktive
Sicherheitseinrichtungen Solche
Sicherheitssysteme sollen von vorneherein verhindern, dass die passiven
Sicherheitseinrichtungen beansprucht werden (beim Auto: gute
Bremsen als Beispiel) aber: auch
Sicherheitssysteme können versagen! wie löst man dieses Problem? Beispiel: Erhöhung
des Neutronenflusses im Reaktor - defektes
Messgerät? Prinzipien zur Erhöhung der Sicherheit::
Analogie-Beispiele:
Gürtel, Hosenträger Beispiel Regelstäbe: - mehr Regelstäbe
als nötig sind vorhanden - mit
elektrischem Antrieb - von
Elektromagneten gehalten - fallen bei Stromausfall automatisch in den
Reaktorkern Kann ein
Schutzsystem sich selbst kontrollieren? (Beispiele für Schutzsysteme aus Alltag und Technik: Alarmanlage; Stanzmaschine; Lokomotive) - gefährliche
und ungefährliche Fehler -
"dynamisches" Schutzsystem kennt nur ungefährliche Fehler Konzept der inhärenten
Sicherheit Energiegewinnung durch Kernfusion
Bindungsenergiekurve Möglichkeiten:
aber:
gleichzeitiger Zusammenstoß von 4 H-Kernen extrem unwahrscheinlich. größte
Wahrscheinlichkeit für die folgende Reaktion: Deuterium
Tritium
weitere Möglichkeiten: D + D -> He-3 + n usw. Vorteile
der Energiegewinnung durch Kernfusion: - höhere
Energieausbeute als bei Kernspaltung bezogen auf die Masse (bis 0.7% statt 0.1%) -
Ausgangssubstanzen praktisch unbegrenzt verfügbar - weniger
Radioaktivität - Gefahr des
Missbrauchs von Kernbrennstoff unwahrscheinlicher Probleme: - Überwindung
der Coulomb-Abstoßung: 100 Millionen Grad erforderlich! - Die gewonnene
Energie muss größer sein als die aufgewendete.
Wasserstoffbombe: Li-6 + D -> 2 He |