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Petro- und Kohlechemie (6h)
Erdöl, Erdgas und Kohle als Energieträger - ökologische Konsequenzen der Nutzung fossiler BrennstoffeGeschichtliches zur Erdölförderung - Entstehung, Vorkommen und Gewinnung von ErdölGeschichtliches oberflächliche Erdöl-
und Erdgasquellen -
Asphaltsee in Trinidad, - "ewige
Feuer" in Persien, Feuertempel, Anbetung in der Glaubenslehre Zarathustras - Asphalt
"Erdpech" zum Abdichten von Booten und zum Einbalsamieren bereits im
alten Ägypten - Erdöl als byzantinische
Geheimwaffe, des "griechischen Feuers" bei der Eroberung
Konstantinopels 1200 gegen die Kreuzfahrer eingesetzt - "St.
Quirinusöl", "Steinöl" vom Tegernsee als Heilmittel gegen
Verstopfung, Ohrenschmerzen und Rheuma - von Mönchen um 1430 1859
erste Erdölbohrung in Pennsylvania in 21 m Tiefe (1854 in der Lüneburger Heide
brach in 40 m Tiefe der Bohrmeißel - aber trotzdem reicher Gewinn für den
Besitzer) Petroleumlampe
statt Kerzen und qualmenden Öllämpchen (Erfinder: Pole Ignaz Lukasiewicz,
Apotheker, destillierte Petroleum aus Erdöl) 1.
Fraktion: sehr leicht brennbar, leicht explosiv 2.
Fraktion (200-300°C: mit heller Flamme brennend, nicht explosiv 3.
Fraktion: brennbar, aber stark rußend
Die Entstehung
von Erdöl und Erdgas Hinweis auf
biogenen Ursprung: Chemofossilien
(z.B. mit Porphyringerüst, Chlorophyll)
Meeresplankton
unter Sauerstoffabschluss -> Faulschlamm -> Bildung von Erdöl unter dem Einfluss
von Druck und Temperatur -> Verlagerung -> Ansammlung in porösen
Speichergesteinen -> Erdölfallen (stratigraphische Falle, tektonische Falle,
Ölfalle an Salzdomen)
Vorkommen und
Gewinnung Folien:
Rohstoffeinfuhr und Vorkommen
Weltkarte mit Erdölvorkommen
und Verbrauch - Naher und
Mittlerer Osten 55% - USA 10% - UDSSR 10% - Afrika, Europa, Südamerika,
Indonesien je ca. 5%
Ressourcen Vorräte reichen
beim gegenwärtigen Verbrauch noch ca. 30 Jahre Entdeckung neuer,
ergiebiger Erdölquellen unwahrscheinlich Erdölsuche - Reflexionsseismik - Probebohrung -
Kosten - Lagerstättenenergie Förderung - eruptive Förderung
(primär) - sekundär
(Pumpen) - tertiär (Verdrängung)
Deutschland!
Aufbereitung des
Rohöls - Fraktionierte Destillation, Crackprozess, Entschwefelung,
Isomerisierung
Unterschiedliche Zusammensetzung des Erdöls: Libyen: reich an geradkettigen Alkanen UDSSR: reich an Cycloalkanen Mexiko: reich an Aromaten Fraktionierte Destillation
Fraktionierturm mit
Glockenbodenkolonnen:
wichtige
Fraktionen:
Crackprozess Das Mengenverhältnis
der im Erdöl enthaltenen Produkte entspricht nicht dem Bedarf! Benzinanteil von
20% zu klein Notwendigkeit der
Umwandlung hochsiedender Fraktionen in weniger schwerflüchtige, benzinähnliche
Produkte Katalytisches
Cracken (früher: thermisches Cracken) Versuch:
Radikalmechanismus
z.B. CH3-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2-CH3
-----> Decan CH3-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2*
+ *CH2-CH2-CH2-CH3 -----> Radikale CH3-CH2-CH2-CH2-CH2-CH3
+ CH2=CH-CH2-CH3 Alkan (Hexan)
Alken (1-Buten) Versuch: Nachweis
ungesättigter Verbindungen in Crackprodukten mit Bromwasser Durch Hydrocracking
(Cracken unter Zugabe von Wasserstoff) und Isomerisierung (Platforming) an
Platinkatalysator werden klopffeste Treibstoffe erhalten (höherer
Verzweigungsgrad). Klopffestigkeit von
Motorentreibstoffen Vorzeitige Zündung
(Kompression / Erhitzung / Kolbenstellung / Zündkerze) -> schlechte
Energieausnutzung, höherer Motorenverschleiß Octanzahl OZ
Isooctan (2,2,4-Trimethylpentan)
n-Heptan OZ: 100
OZ: 0 Ein Treibstoff mit
der Octanzahl 92 (Normalbenzin) weist die gleiche Klopffestigkeit auf wie ein
Gemisch von 92% Isooctan und 8% n-Heptan Antiklopfmittel früher: Tetraethylblei Pb(C2H5)4 0,6 g/l giftig!
Radikalbildner, Zusatz von 1.2-Dibromethan Bleigesetz: ab 1976
max. 0,15 g Pb/l ---> 3000t Pb/Jahr heute wird tert.-Butylmethylether
Kohle
- Entstehung, Zusammensetzung, Kohleveredlung
Kohle
- Entstehung, Zusammensetzung, Kohleveredlung Vorkommen
und Vorräte: ca. 5 000 000 000 000 t (Welt) statischer Index: 2300 a exponentieller
Index: ca. 200 a 90
000 000 000 t Erdöl statischer
Index: 31 a Entstehung: Inkohlung
- Pflanzenreste vor ca. 300 Millionen Jahren unter Luftabschluss - Einwirkung
von Druck und/oder Hitze Torf
- Braunkohle 68%C - Steinkohle 85%C - Anthrazit 92%C - Graphit (Diamant) -
Farbe? Dichte? Zusammensetzung? Versuch:
Trockenes Erhitzen von Holz unter Luftabschluss
-
Holzkohle -
Teer -
Wasser, Methanol ("Holzgeist", Ethansäure "Holzessig") -
Gase Holzvergaser
im 1. Weltkrieg Herstellung
von Holzkohle in Kohlemeilern Chemische
Zusammensetzung der Kohle C
H O N S (- ca. 1% Schwefel) Kohleveredlung: Verkokung:
Erhitzen von Kohle unter Luftabschluss auf 800-1300°C -
Verwendung von Koks im Hochofenprozess -
Steinkohlenteer -
Giftigkeit des Kohlenstoffmonoxids -
"Stadtgas" Verschwelung: [VERSUCH]
Erhitzen von Kohle unter Luftabschluss auf 400-600°C -
treibt Bitumen, ein Gemisch
hochmolekularer Kohlenwasserstoffe aus und Schwelgas
Extraktion:
Man lässt Lösungsmittel bei 100 bar und 400°C auf pulverisierte Kohle
einwirken. -
Montanwachs für Schuhcremes, Bohnerwachs und Schmierfett Kohlevergasung Generatorgas 2
C +
(O2
+ N2)
->
2 CO +
N2
-256
kJ/mol
Luft 1000°C
34% 66% Wassergas = Synthesegas C
+ H2O
->
CO +
H2
endotherm! Kohlehydrierung Bergius-Verfahren: Herstellung
von Benzin durch Einwirkung von Wasserstoff auf Kohle - endotherm 1 t Kohle ->
600 kg Benzin n
C +
n+1 H2
->
CnH2n+2
Fischer-Tropsch-Verfahren n
CO +
4n+2 H2
->
CnH2n+2
+
n H2O Wassergas!
geradlinige
und verzweigte Kohlenwasserstoffe | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||