Home ] Nach oben ] Stoffe und Reaktionen ] Teilchenstruktur ] [ Reaktionsgleichungen ] Reaktionen ] Atombau ] Salze ] Referate ] Aufgaben ] Wiederholungsaufgaben ]

 

3 Reaktionsgleichungen und ihre Aussagen 8h

        3.1 Reaktionsgleichungen

        3.2 Stoffumsatz

                3.2.1 Stoffmenge als Basisgröße (Mol)

                3.2.2 molare Größen  

                        Molares Volumen

                        Chemie-Übung: Quantitative Umsetzung von Magnesium mit Salzsäure

                        Chemie-Übung: Bestimmung der Konzentration von Salzsäure durch Titration

                3.2.3 Berechnungen

        3.3 Energieumsatz

                         Reaktionsenthalpie

                        Chemie-Übung: Bestimmung der Reaktionsenthalpie (Magnesium mit Salzsäure)

                         Bildungsenthalpie

 

 

3 Reaktionsgleichungen und ihre Aussagen 8h

 

Lehrplan

Ausgehend von der Bedeutung chemischer Symbole lernen die Schüler Reaktionsgleichungen als wesentlichen Teil der chemischen Fachsprache kennen. Anhand einfacher, praxisbezogener Beispiele üben sich die Schüler im quantitativen Erfassen und Vergleichen des Stoff- und Energieumsatzes chemischer Reaktionen.

Grundbegriffe:

Literatur
Medien
Geräte
Chemikalien

 

 

3.1 Reaktionsgleichungen  

 

Übungen für chemische Gleichungen

(Soweit erforderlich, sind die Koeffizienten einzusetzen!)

 

1                                 H2   +   O2   -------->    H2O

 

2                                 Mg   +   O2   -------->    MgO

 

3                                 Al   +   O2   -------->    Al2O3

 

4                                 Cu   +   O2   -------->    Cu2O

 

5                                 H2O2          -------->    H2O   +   O2

 

6                                 H2O   +   Mg  -------->    MgO   +   H2

 

7                                 CuO   +   H2  -------->    Cu   +   H2O

 

8                                 Cu2O  +   H2  -------->    Cu   +   H2O

 

9                                 N2    +   H2  -------->    NH3

 

10                               C    +   O2   -------->    CO2

 

11                               C    +   O2   -------->    CO

 

12                               CO   +   H2O  -------->    CO2  +   H2

 

13                               Fe2O3 +   H2  -------->    Fe   +   H2O

 

14                               SO2  +   H2S  -------->    H2O  +    S

 

15                               Mg   +   HCl  -------->    MgCl2   +   H2

 

16                               NH3  +   O2   -------->    N2   +   H2O

 

17                               FeS  +   HCl  -------->    FeCl2   +   H2S

 

18                               Na   +   H2O  -------->    NaOH   +   H2

 

20                               Ca   +   H2O  -------->    Ca(OH)2   +   H2

 

21                       Al(OH)3 +  HCl ------->    AlCl3   +   H2O

 

 
Ergebnis:

 

1                                 2 H2   +   O2   -------->   2 H2O

2                                 2 Mg   +   O2   -------->    2 MgO

3                                 4 Al   +  3 O2   -------->    2 Al2O3

4                                 4 Cu   +   O2   -------->    2 Cu2O

5                                 2 H2O2          -------->    2 H2O   +   O2

6                                 H2O   +   Mg  -------->    MgO   +   H2

7                                 CuO   +   H2  -------->    Cu   +   H2O

8                                 Cu2O  +   H2  -------->    2 Cu   +   H2O

9                                 N2    +   3 H2  -------->    2 NH3

10                               C    +   O2   -------->    CO2

11                               2 C    +   O2   -------->  2 CO

12                               CO   +   H2O  -------->    CO2  +   H2

13                               Fe2O3 +  3 H2  -------->    2 Fe   + 3 H2O

14                               SO2  +   2 H2S  -------->    2 H2O  +    3 S

15                               Mg   +   2 HCl  -------->    MgCl2   +   H2

16                               4 NH3  +   3 O2   -------->    2 N2   +   6 H2O

17                               FeS  +   2 HCl  -------->    FeCl2   +   H2S

18                               2 Na   +   2 H2O  -------->    2 NaOH   +   H2

20                               Ca   +   2 H2O  -------->    Ca(OH)2   +   H2

21                               Al(OH)3 +  3 HCl ------->    AlCl3   +   3 H2O

 

3.2 Stoffumsatz

 

 

3.2.1 Stoffmenge als Basisgröße (Mol)

 

 

Hinführung: Vorbereitung einer chemischen Reaktion - wie viele Moleküle abmessen? Unmöglichkeit, die Moleküle selbst zu zählen!

Kann man Stoffe so abwiegen, dass jede Stoffportion die gleiche Anzahl Moleküle enthält?

 

Analogie: Verkäufer - 1 kg Schrauben, dazu die entsprechende Anzahl Muttern - 1 Mutter wiege 0,40 mal so viel...

 

Ein Mol einer Substanz ist eine Stoffportion, deren Masse in Gramm gleich ihrer relativen Atom- bzw. Molekülmasse ist.

Ein Mol eines Stoffes enthält genauso viele Teilchen, wie in 12 g Kohlenstoff-12 enthalten sind, nämlich

NA = 6,022 * 1023  (1/mol) = Avogadro-Konstante

 

 

Veranschaulichung der Avogadro-Konstanten:

 

- 1 Mol Alkohol (46 g = 58 ml) wird auf das ganze Weltmeer verteilt (ca. 1,37*1021 l). 

Schöpft man dann 1 l Meerwasser heraus, so enthält dieser ca. 440 Alkoholmoleküle.

 

- Würde man eine Straße von der Erde bis zur Sonne bauen und diese mit Millimeterpapier bekleben und dann auf jeden mm2 ein Atom legen, so wäre dafür eine etwa 4000 km breite Straße notwendig.

 

- Die in einem eisernen Stecknadelkopf (1 mm3) enthaltenen Eisenatome  ergäben aneinandergereiht  (5 Mio/mm) 2*107 km, das ist die 50-fache Entfernung Erde - Mond.

 

- Die Zahl der Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle in der Luft ist so riesengroß, dass wir mit jedem Atemzug mehrere von den Molekülen einatmen, die z.B. so berühmte Leute wie Goethe, Einstein o.ä. bei ihrem letzten Atemzug ausgeatmet haben.

 

Analogie: Dutzend

 

Beispiele:

1 mol Wasserstoffatome = 1,008 g

1 mol Wasserstoff      = 2,016 g

1 mol Wasser           = 18 g

 

Aufgabe: Wieviel mol Wasser sind in 1000 g Wasser enthalten?

 

 

n = Anzahl der Mole

m = Masse in g

M = molare Masse in g/mol

 

 

Aufgaben:

Entscheide, ob die folgenden Aussagen richtig (R) oder falsch (F) sind: 

a) ein Mol Blei ist schwerer als ein Mol Aluminium

b) Ein Mol Blei enthält genau so viele Atome wie ein Mol Aluminium

c) Ein Gramm Blei enthält mehr Atome als ein Gramm Aluminium

d) Ein Mol Wasser enthält genau so viele Wasserstoffatome wie ein Mol Wasserstoff

e) Ein Mol Wasser enthält genau so viele Sauerstoffatome wie ein Mol Sauerstoff

f) Ein Mol Wasser enthält genau so viele Wassermoleküle wie Sauerstoffatome 

g) Ein Mol Wasser enthält genau so viele Wassermoleküle wie Wasserstoffatome

h) Ein Gramm Wasser enthält genau zwei mal so viele Wasserstoffatome wie Sauerstoffatome

 

 

Versuch: Bestimmung der Avogadro-Konstanten

Lehrplan
Literatur
Medien
Geräte

Glaswanne - 10 ml-Pipette 

Chemikalien

Ölsäurelösung (Verdünnung 1:1000) - Bärlappsporen (Lycopodium) 

Hinführung: Ausbreitung eines Ölflecks auf dem Wasser - unter der Voraussetzung, dass es sich um eine monomolekulare Schicht handelt, ist bei bekannter Molekülmasse die annähernde Bestimmung der Avogadro-Konstanten möglich:

Ölsäure (C18H34O2)  M = 282 g/mol  - r = 0,9 g/cm3 - Lösung in Petrolether 1:1000

Durchführung: Die Oberfläche einer mit Wasser gefüllten Glaswanne (auf dem Arbeitsprojektor) mit Bärlappsporen bestreuen, dann aus einer Pipette 1 Tropfen Ölsäurelösung zutropfen lassen und sofort den Durchmesser des entstandenen Hofes messen. Anschließend Bestimmung der Tropfenzahl pro ml.

 

Auswertung:

T = Tropfenzahl pro ml

Welche Ursachen könnten dafür verantwortlich gewesen sein, dass der Ölfleck-Versuch nicht den genauen Zahlenwert ergab?

 

- ungenaue Bestimmung des Radius

- schwankende Tropfengröße

- Molekülgestalt wahrscheinlich nicht kubisch

- andere

 

 

3.2.2 molare Größen  

 

 

Das molare Volumen

 

Problemstellung: Welches Volumen hat ein Mol eines Gases?

Wir berechnen das Volumen von einem Mol Wasserstoff und einem Mol Sauerstoff aus der Gasdichte:

 

Wasserstoff:

Sauerstoff:

 

 

Demonstration des Molwürfels (Kantenlänge ca. 28 cm)

 

 

Wie ist diese Übereinstimmung zu erklären?

 

Folgerung aus dem Satz  von Avogadro: Gleiche Volumina von Gasen haben bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Teilchen

 

 

Das molare Volumen aller Gase ist konstant und beträgt im Normzustand (273K, 1013 hPa):

 

 

 

 

Chemie-Übung: Quantitative Umsetzung von Magnesium mit Salzsäure

 

Problemstellung: Eine genau abgewogene Magnesiumportion soll in überschüssiger verd. Salzsäure gelöst und der freigesetzte Wasserstoff in einer pneumatischen Wanne quantitativ aufgefangen werden. Aus dem Wasserstoffvolumen soll die molare Masse von Magnesium berechnet werden.

Reaktionsgleichung:

2 HCl  +  Mg  ----->  MgCl2  +  H2

Ergebnis: 54 mg Magnesiumband ergaben 53 ml Wasserstoff (Raumtemperatur 21°C)

Auswertung:

 

 

 

Chemie-Übung: Bestimmung der Konzentration von Salzsäure durch Titration

 

Lehrplan
Literatur
Medien
Geräte

Vollpipette 10 ml - Pipettierhilfe - Bürette am Stativ

Chemikalien

Natronlauge c = 1,000 mol/l - verd. Salzsäure - Bromthymolblau

 

Durchführung: Eine Probe von genau 10 ml (Vollpipette!) der verdünnten Salzsäure unbekannter Konzentration wird mit 3 Tr. Bromthymolblau als Indikator versetzt und mit Natronlauge der Konzentration c = 1 mol/l bis zum Farbumschlag von Gelb nach Grün (bzw. Blau) titriert. Verbrauchtes Laugenvolumen an der Bürette ablesen.

 

Auswertung:

HCl  +  NaOH  ->  NaCl  +  H2O

Berechnung der Stoffmengen-Konzentration:

Größengleichung für die Stoffmengen-Konzentation c  

Berechnung der Massenkonzentration:

Größengleichung für die Massenkonzentration:

Angabe in Prozent?

 

 

 

3.2.3 Berechnungen

 

Aufgaben:

 

Die Skizze zeigt jeweils ein Mol verschiedener Stoffe:

I)

 

 1 Mol Schwefel

II)

 

 1 Mol Eisen

III)

1 Mol Wasser

IV)

1 Mol Wasserstoff

a) Welche Masse in Gramm haben die angegebenen Stoffportionen?

I) 32,1 g

II) 55,8 g

III) 18,0 g

IV) 2,0 g

Was haben die skizzierten Stoffportionen miteinander gemeinsam?

Gleiche Anzahl Teilchen (Atome bzw. Moleküle)

 

 

Welche Masse haben 1 mol Kupfer, 2 mol Kohlenstoff und 1/4 mol Sauerstoff?

 

Wieviel mol sind 32 kg Schwefel, 100 g Natrium, 100 g Traubenzucker?

 

Wie groß ist die Masse eines Schwefelatoms in Gramm?

 

 

Welche Stoffmenge in Mol sind 10,0 g Magnesium?

 

 

Welche Stoffmenge in Mol sind 1,00 Liter Wasserstoff (Standardbedingungen)?

 

Angenommen, Du hast 100 g Eisen und 100 g Schwefel. Wieviel Eisen(II)-sulfid kannst Du daraus herstellen?

Gleichung:  Fe  +  S  ----->  FeS

Wie viel Aluminium muss man in Salzsäure lösen, um einen Ballon mit 100 Liter Inhalt (Normzustand) füllen zu können?

Gleichung: 2 Al + 6 HCl -----> 2 AlCl3 + 3 H2

 

 

Aufgaben:

 

5 g Kohlenstoff werden mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid verbrannt. Berechne die Ausbeute an Kohlenstoffdioxid in Gramm und in Liter (Normbedingungen)!

 

C  +  O2  à  CO2

 

 

 

 

Natriumhydrogencarbonat NaHCO3 wird als Backpulver verwendet. Das beim Erhitzen nach folgender Gleichung entweichende Kohlenstoffdioxid lässt den Teig "gehen":

2 NaHCO3 ->  Na2CO3  +  CO2  +  H2O

Für ein lockeres Gebäck müssen mindestens 1.25 l Kohlenstoffdioxid pro 500 g Mehl freigesetzt werden.

Wie viel Gramm Natriumhydrogencarbonat-Backpulver müssen zu 500 g Mehl gegeben werden?

 

 

Ein Airbag soll einen Autofahrer bei einem Aufprall durch Bildung eines „Luftpolsters“ schützen. Dabei wird Natriumazid NaN3 verwendet, das sich nach elektrischer Zündung innerhalb von weniger als 50 Millisekunden entsprechend der folgenden Reaktionsgleichung in Natrium und Stickstoff zersetzt: 2 NaN3 -> 2 Na + 3 N2

Wieviel Gramm Natriumazid müssen zersetzt werden, damit 100 l Stickstoffgas entstehen?

Lösung: 193 g

 

 

regelmäßiger Alkoholkonsum hat meist auch eine Gewichtszunahme zur Folge (Bierbauch). Welche Energie hat der Alkoholanteil in einer Literflasche Wein (13 % Alkoholgehalt)?

 

 

Der Energiebedarf des Menschen beträgt bei völliger Ruhe 7000 kJ/24h (=Grundumsatz) und wird hauptsächlich durch die vollständige Oxidation von Glucose (=Traubenzucker) C6H12O6 zu Kohlenstoffdioxid und Wasser gedeckt. Dazu dient der eingeatmete Sauerstoff. Der Energiegehalt (Brennwert) von Glucose beträgt 15.8 kJ/g.

Mit wie viel Gramm Traubenzucker lässt sich der Grundumsatz 24 h lang decken?

 

600 g Traubenzucker (C6H12O6) decken den Energiebedarf eines Menschen für ca. 24 h. 

a) Wie viel Sauerstoff (in Liter) wird für die vollständige Oxidation benötigt?

b) Wie hoch ist die Abnahme des Sauerstoffgehalts und die Zunahme des Kohlenstoffdioxidgehalts (in Vol.%) in einem Klassenraum von 7 m Länge, 7 m Breite und 3 m Höhe, wenn 32 Schüler 45 min ohne Frischluftzufuhr darin verbringen?

 

Ergebnis a) 448 l/Person*24h  

 

 

3.3 Energieumsatz

Lehrplan
Literatur

elemente chemie 9 S. 61 - 66

Dickerson/Geis S. 265

Medien
Geräte
Chemikalien

 

Die Reaktionsenthalpie

 

Einbeziehung von Reaktionswärme in die chemische Reaktion

Wiederholung der Begriffe exotherm, endotherm

 

Was ist Energie?  Energie ist die Fähigkeit, Arbeit zu leisten

Formen der Energie: - potentielle Energie (Lage) - kinetische Energie (Bewegung) - elektrische Energie

- chemische Energie - Lichtenergie - Wärmeenergie

 

Versuch: Reaktion von Magnesium mit Salzsäure  

(Beobachtungen: Wasserstoffentwicklung, Erwärmung)

 

Mg  +  2 HCl  ------->  H2  +  MgCl2

 

 

 

Notwendigkeit der Abgrenzung eines Systems von seiner Umgebung

Analogie: Weinflasche

 

Offenes System Geschlossenes System Isoliertes System

Beispiel: Magnesiumband in Salzsäure

Stoff- und Energieaustausch (Wärme und Druck - Volumen - Arbeit) mit der Umgebung Wärmeaustausch mit der Umgebung, aber kein Stoffaustausch Weder Stoff- noch Energieaustausch mit der Umgebung möglich

Reaktionswärme bei konstantem Druck = Reaktions-Enthalpie

DHR

Reaktionswärme bei konstantem Volumen = Reaktions-Energie

 

Chemie-Übung: Bestimmung der Reaktionsenthalpie bei der Auflösung von Magnesium in Salzsäure

In einem Kalorimetergefäß (Styroporbecher mit Deckel) mit 100 ml verd. Salzsäure (c = 1 mol/l) wurden 90 mg Magnesium gegeben und die Temperatur wurde vor der Magnesium-Zugabe und nach Ablauf der Reaktion gemessen.

Auswertung:

Temperatur der Salzsäure vor der Reaktion: 19,6°C

Temperatur der Salzsäure nach der Reaktion: 23,9°C

Von der Salzsäure wurde die folgende Wärmemenge aufgenommen:

 

 

Bezug auf 1 mol Magnesium! 

Ergebnis: - 486 kJ (Theorie: DH = - 460 kJ)

Standard-Reaktionsenthalpie: Reaktionsenthalpie einer chemischen Reaktion unter Standardbedingungen (298 K, 1013 hPa)

 

 

Die Bildungsenthalpie

 

 

Beispiel Wassersynthese

 

   H2  +  1/2 O2    ----->  H2O    DHB = - 286 kJ/mol

 

Edukte (Ausgangsstoffe)         Produkte (Endstoffe)

 

 

Unter Bildungsenthalpie versteht man die Wärmeenergie, die bei der Bildung eines Mols einer Verbindung aus den Elementen auftritt (Standardzustand).

 

Standardzustand: Zustand der Elemente in der energieärmsten Form, bei 25°C und 1013 hPa = 0

(vergl. Meeresspiegel = Nullniveau für Höhenmessungen)

 

     

Tabelle mit Bildungsenthalpien

 

Berechnung von Reaktionsenthalpien aus Bildungsenthalpien:

 

Aufgabe: Kann man Eisen(III)-oxid Fe2O3 mit Wasserstoff in einer exotherm verlaufenden Reaktion reduzieren?

 

Fe2O3  +  3 H2  ---------->  2 Fe  +  3 H2O

+ 822 kJ/mol                       3 * - 286 kJ/mol

 

DHR =  + 822 + (3 * -286) = - 36 kJ schwach exotherm

 

 

Aufgabe: Energiebilanz der Reaktion von Eisen(III)-oxid mit Aluminium?

 

Fe2O3  +  2 Al  ---------->  Al2O3  +  2 Fe    DH = ?

+ 822 kJ/mol              - 1675 kJ/mol

 

DH = 822 kJ/mol - 1675 kJ/mol

DH = - 853 kJ/mol stark exotherm!

 

Thermit-Versuch  (Verwendung, Geschichtliches)

 

Aufgaben:

 

Was versteht man unter dem Begriff "Bildungsenthalpie"?

Für flüssiges Wasser ist die Bildungsenthalpie DHB = - 286 kJ/mol, und für gasförmiges Wasser

DHB = - 242 kJ/mol. Wie ist dieser Unterschied zu erklären?

 

Man vergleiche die Bildungsenthalpien der Oxide mit der Heftigkeit der Reaktion der Elemente mit Sauerstoff.

 

Die Bildungsenthalpie von Ammoniak ist DHB = - 46 kJ/mol. Wie groß ist die Reaktionsenthalpie der Reaktion  3 H2 + N2 ---> 2 NH3 ?

 

Gegeben ist das folgende Reaktionsschema:

   3 CaO  +  2 Fe  ----->  3 Ca  + Fe2O3

Berechne aus den Bildungsenthalpien (Tabelle) die Reaktionsenthalpie und entscheide, ob diese Reaktion exotherm ablaufen kann.

 

Prüfe durch Berechnung der Reaktionsenthalpie, ob Ammoniak in einer exothermen Reaktion entsprechend der folgenden Reaktionsgleichung verbrennen kann (alle Stoffe gasförmig):

4 NH3(g) + 3 O2 -> 2 N2 + 6 H2O (g)

 

Kann man Eisen(III)-oxid mit Wasserstoff in einer exotherm verlaufenden Reaktion zu Eisen reduzieren?

 

Bei Graphit und Diamant handelt es sich um reinen Kohlenstoff. Beide Modifikationen verbrennen in reinem Sauerstoff. Die Umwandlung von Graphit in Diamant ist schwierig und die Reaktionswärme für diese Reaktion kann nicht direkt gemessen werden. Erläutere unter Verwendung eines Energiediagramms, wie die Reaktionswärme für die Umwandlung von Graphit in Diamant dennoch bestimmt werden kann.

 

Berechne aus den Standard-Bildungsenthalpien die Reaktionsenthalpie für die folgende Reaktion und gib an, ob es sich um eine exotherme oder endotherme Reaktion handelt:

SO2 + 2 H2S -> 3 S + 2 H2O

 

Methan (Formel: CH4) ist ein brennbares Gas. Welche Verbrennungswärme wird bei der Verbrennung von 1 mol Methan frei?

[DHB(Methan)= - 75 kJ/mol] 

Ergebnis: DHR = - 888 kJ pro Mol Methan

 

Zum Schweißen und Schneiden von Stahl wird im Schweißbrenner Acetylen (=Ethin, Formel: C2H2), ein brennbares Gas, mit Sauerstoff verbrannt. [DHB(Ethin)= kJ/mol]

a) Berechne die Verbrennungswärme von 1 mol Acetylen und begründe, warum Acetylen zum Schweißen besser geeignet ist als Methan oder Wasserstoff.

b) Unter bestimmten Bedingungen kann Acetylen explosionsartig in die Elemente Kohlenstoff und Wasserstoff zerfallen. Begründe, warum dies bei Acetylen möglich ist, aber nicht bei Methan!

Ergebnis: a) DHR = - 2596 kJ - pro Mol Acetylen: - 1298 kJ - Acetylen setzt bei der Verbrennung (pro Mol) mehr Energie frei! b) der Zerfall ist exotherm, denn die Bildung ist endotherm!