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| Lehrplan |
Aufgreifen und Wiederholung von Grundlagen. Aufzeigen des Einflusses von Indikatoren auf den Endpunkt; experimentelle Ermittlung der Titrationskurve einer starken und der einer schwachen einprotonigen Säure; ggf. Computereinsatz. |
| Literatur |
Jander/Blasius:Einf.i.d.anorg.chem.Prakt.353 |
| Medien | |
| Geräte |
pro Arbeitsgruppe: Bürette am Stativ Vollpipette 10 ml mit Spritze 2 Aletegläser |
| Chemikalien |
Salzsäure c = 1,000 mol/l Natronlauge c ~ 1 mol/l Phenolphthalein Bromthymolblau Methylorange |
Titration, Maßanalyse, Volumetrie: Bestimmung der Stoffmenge eines gelösten Stoffes mit Hilfe einer Lösung bekannter Konzentration (Titer, Maßlösung).
Bei
der Titration lässt man so lange Titrierflüssigkeit zu der Probe zutropfen,
bis sämtliche Ionen der Probe durch Reaktion mit Ionen der Titrierflüssigkeit
verbraucht wurden (= Äquivalenzpunkt).
Aus
dem Verbrauch an Titrierflüssigkeit bekannter Konzentration lässt sich der
Gehalt der Probe berechnen. Die Reaktion muss schnell und quantitativ erfolgen.
Bei
der Titration einer Lauge (Säure) lässt man zu der Probe so lange eine Säure
(Lauge) bekannter Konzentration zutropfen, bis am Äquivalenzpunkt
(praktisch) alle OH--Ionen (H30+-Ionen) von H30+-lonen
(OH--Ionen) zu Wasser
gebunden sind.
Der
Aquivalenzpunkt ist am Farbumschlag
eines zugesetzten Indikators (mit geeignetem Umschlagsbereich) zu
erkennen.
H3O+
+ OH-
--> 2 H2O
Oxoniumionen
Hydroxidionen
Ionenprodukt
des Wassers:
c(H3O+)
* c(OH-) =
10-14 mol2/l2
Zur
Beschreibung der sauren oder basischen Eigenschaften einer Lösung dient der
pH-Wert:
pH
= -
log c(H3O+)
Indikatoren
Säure-Base-Indikatoren
sind schwache Säuren oder Basen, deren Ion eine andere Farbe hat als die
undissoziierte Verbindung, z.B.
HInd
+ H2O
<=> Ind-
+ H3O+
Das
Umschlagsgebiet eines Indikators umfasst einen Bereich von ca. 2 pH-Einheiten.
| Indikator | Umschlag bei pH | Farbe | ||
| sauer | neutral | alkalisch | ||
| Bromthymolblau | 6,8 | gelb | grün | blau |
| Phenolphthalein | 9,0 | farblos | farblos | rot |
| Methylorange | 3,8 | rot | orange | orange |
|
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|
Titration
einer starken Base mit einer starken Säure
Starke
Basen sind z. B. Alkali- und Erdalkalihydroxidlösungen. Sie können z.B. mit
Salz-, Schwefel- oder Salpetersäure titriert werden.
Beispiel:
Titration
von Natronlauge unbekannter Konzentration mit Salzsäure
Reaktionsgleichung:
Na+
+ OH- + H30+ + Cl-
-> 2 H2O + Na+
+ Cl-
Am
Äquivalenzpunkt liegt eine neutral reagierende Natriumchloridlösung vor.
Zur Erkennung des Äquivalenzpunkts verwendet man daher einen Indikator,
der seinen Umschlagspunkt im Neutralen, d. h. bei (oder nahe bei) pH = 7, wie z.
B. Bromthymolblau hat.
Neutralisation
einer starken Base mit einer schwachen Säure
Schwache
Säuren sind meistens organische Säuren.
Beispiel:
Neutralisation
von Natronlauge mit Ethansäure (Essigsäure) Reaktionsgleichung:
Na+
+ OH- + CH3COO- + H3O+ -> Na+ + CH3COO-
+ 2 H2O
Am
Äquivalenzpunkt reagiert die Lösung schwach basisch.
Die Ethanoationen sind Anionbasen
und können Wassermolekülen Protonen entreißen.
CH3COO-
+ H2O -> CH3COOH + OH-
Bei
der Titration findet deshalb ein Indikator mit einem Umschlagspunkt im
Basischen, z. B. Phenolphthalein, Anwendung.
Neutralisation
einer schwachen Base mit einer starken Säure
Beispiel:
Neutralisation
von Ammoniakwasser mit Salzsäure Reaktionsgleichung:
NH4+
+ OH- + H3O+ + Cl- ->
NH4+ + Cl- + 2 H2O
Am
Äquivalenzpunkt reagiert die Lösung schwach sauer. Ammoniumionen sind Kationsäuren
und können an Wassermoleküle Protonen abgeben:
NH4+
+ H2O ->
NH3 + H3O+
Der
bei der Titration verwendete Indikator muss daher seinen Umschlagspunkt im
schwach Sauren haben (z.B. Methylorange)
Ableitung des Zusammenhangs zwischen pKs, pKb und Kw
Protolysegleichung für eine Base in wässriger Lösung:
B + H2O --> HB+ + OH-
Protolysegleichung der konjugierten Säure:
HB+ + H2O --> H3O+ + B
Multiplikation der beiden Konstanten Ks und Kb:
![]()
Ks*Kb = c(H3O+)*c(OH-) = Kw = 10-14 [mol2/l2] => pKs + pKb = 14
Durchführung:
10,000 ml Salzsäure der Konzentration c=0,100mol/l werden mit Natronlauge c =
0,100 mol/l bis zum Umschlagspunkt des Indikators titriert. Bei Methylorange soll
bis zum "Orangeton", bei Bromthymolblau bis zum "mittleren Grünton"
und bei Phenolphthalein bis zum "ersten Auftreten der roten Farbe, die sich
durch Schütteln nicht mehr beseitigen lässt", titriert werden. Zur
genauen Festlegung des Endpunktes ist es nötig, jede Titration mindestens
einmal zu wiederholen.
Auswertung:
Protokollierung
der bei den drei Indikatoren verbrauchten Laugenvolumina in tabellarischer Form
und Berechnung der Konzentration der Natronlauge in mol/l, in g/l und in
Prozent.
Lässt
sich der Einfluss des Indikators auf den Endpunkt der Titration nachweisen?
Protokollierung
der Ergebnisse in tabellarischer Form
| Indikator |
|||
| Gruppe | Bromthymolblau |
Phenolphthalein |
Methylorange |
| 1 |
10,3 |
10,2 | 10,15 |
| 2 | 10,3 |
10,2 | 10,2 |
| 3 | 10,25 | 10,25 | 10,25 |
| 4 | 10,0 | 10,2 | 10,2 |
Mittelwert
aller Versuche: 10,21 ml
Berechnung
der Konzentration der Natronlauge:
In
diesem Fall ist die Konzentration der Salzsäure genau bekannt (1,000 mol/l),
die Natronlauge wurde durch Einwiegen von 40,0 g (=1mol) NaOH und Auffüllen auf
1 l hergestellt.
Auswertung:
HCl + NaOH -> NaCl + H2O
Messreihen
mit den drei verschiedenen Indikatoren lieferten unterschiedliche Mittelwerte.
Sind
die Differenzen real oder nur zufällig?
Abweichende
Ergebnisse in den einzelnen Gruppen - Annäherung an den "wahren" Wert
durch das arithmetische Mittel x der n Einzelmessungen xi.
Abweichungen:
Statistische Fehler (Zufallsfehler) und systematische Fehler
links oben: statistischer Fehler klein, systematischer Fehler klein
rechts oben: statistischer Fehler groß, systematischer Fehler klein
links unten: statistischer Fehler klein, systematischer Fehler groß
rechts unten: statistischer Fehler groß, systematischer Fehler groß
Ursachen
für Versuchsfehler:
Systematische
Fehler
verändern das Ergebnis immer in einer Richtung.
Mögliche
Ursachen: z.B. ungenauer Titer der Lösung, spezielle Arbeitsweise des
Beobachters (Parallaxenfehler) usw.
Zufällige
Fehler
verursachen Schwankungen in beiden Richtungen.
Abhängigkeit
von Sorgfalt und Erfahrung des Beobachters
Hinweise
für die Genauigkeit, d.h. Fehlergröße
Abweichung vom Mittelwert
besser:
relativer Fehler (Beziehung zur Größe des Mittelwerts) /Beispiel?
Bei
einer größeren Zahl von Einzelwerten:
Standardabweichung
s
wenn
n=1 wird der Nenner 0, d.h. die Standardabweichung wird unbestimmt.
Normalverteilung
(Zufalls- oder Binomialkurve).
Innerhalb
des Bereiches, den eine Standardabweichung oder Streuung (s)
über und unter dem Mittelwert (Scheitelpunkt der Kurve) begrenzt, häufen sich
68,26% (etwa 2/3) aller Zufallsereignisse. 95,44% aller Ereignisse liegen
innerhalb eines Bereiches von M±2s.
Nahezu 100% (99,75%) aller Zufallsereignisse fallen in den Bereich von 3
Standardabweichungen unter und über dem Mittelwert, W1 und W2
sind die Wendepunkte der Kurve.
3-s-Regel
als vereinfachter Signifikanztest:
Versuch:
Variante mit Tuberkulinspritzen und Pasteurpipetten
2,00
ml Salzsäure c = 1,000 mol/l werden in ein Aleteglas pipettiert. Zur
Volumenvergrößerung Zugabe von ca. 50 ml dest. Wasser. Indikator: 3 Tr.
Bromthymolblau
Unter
Umschütteln Zutropfen von Natronlauge (c = 1 mol/l) bis zum Farbumschlag nach
grün-blau. Der Farbumschlag muss den ganzen Kolbeninhalt erfassen.
Ablesen
des verbrauchten Natronlaugevolumens.
Gesucht
ist die Konzentration der Schwefelsäure in mol/l, in g/l und in Prozent.
Diskussion der Ergebnisse (Vergleich mit den Ergebnissen, die mit der Bürette erzielt wurden)
| Lehrplan |
experimentelle Ermittlung der Titrationskurve einer starken und der einer schwachen einprotonigen Säure; ggf. Computereinsatz |
| Literatur |
|
| Medien | |
| Geräte |
Bürette
am Stativ pH-Meter/Elektrode Magnetrührer CHEMBOX |
| Chemikalien |
Salzsäure c=1mol/l Natronlauge
c=1mol/l Essigsäure
c=1mol/l |
Versuch:
Aufnahme
der beiden Titrationskurven (Ausdrucken, Kopieren)
Ableitung
der Henderson-Hasselbach-Gleichung (Wiederholung)
Berechnung
von pH-Werten
1.
Versuch: Titration einer starken Säure mit einer starken Lauge:
10
ml Salzsäure c = 1 mol/l (in 90 ml Wasser) titrieren mit Natronlauge c = 1
mol/l
2.
Versuch: Titration einer schwachen Säure mit einer starken Lauge:
10
ml Essigsäure c = 1 mol/l (in 90 ml Wasser) titrieren mit Natronlauge c = 1
mol/l
Kurve
1: Berechnung einiger pH-Werte
pH-Wert in 0,1-molarer Salzsäure (Anfangswert)?
HCl
+ H2O
-> H3O+
+ Cl-
c(H3O+)
= c(HCl)
c(H3O+)
= 10-1
pH
= - log c(H3O+)
pH
= 1
Berechnung
weiterer Kurvenpunkte und Vergleich mit den experimentellen Ergebnissen
bei
Zugabe von 9 ml Natronlauge: 90% der ursprünglich vorhandenen Salzsäure
neutralisiert - c(HCl)=0,01mol/l usw.
pH-Wert
in neutraler Lösung:
H2O
+ H2O
-> H3O+
+ OH-
c(H3O+)
= c(OH-)
c(H3O+)
* c(OH-) = Kw
c(H3O+)2
= Kw
c(H3O+) = 10-7
pH
= 7
pH
in 0,1-molarer NaOH:
c(OH-)
= c(NaOH)
c(H3O+)
* c(OH-) = Kw
c(H3O+)
= Kw / c(OH-)
c(H3O+)
= 10-14 / 10-1
c(H3O+)
= 10-13
pH
= 13
Neutralisationskurve
der schwachen Säure
Protolysegleichung:
HAc
+ H2O
-> H3O+
+ Ac-
Ableitung der Henderson-Hasselbach-Gleichung:
Wenn
c(Ac-) = c(HAc) wird pH = pKs!
Möglichkeit
zur experimentellen Bestimmung von Ks durch Halbtitration - Ablesen
des pKs-Wertes der Essigsäure aus der Neutralisationskurve
Pufferbereich?
Einfluß
des Indikators auf den Endpunkt der Titration?
Welcher
Indikator ist für die Titration von Essigsäure geeignet? (Phenolphtalein!)
pH-Wert
von starken Säuren und Basen
Beispiel
1:
pH-Wert von HCl (c = 0,1 mol/l)
Beispiel
2:
pH-Wert von H2SO4 (c = 2 mol/l)
c(H3O+)
= 4 mol/l
pH
= - log c(H3O+)
pH
= - 0,6
Beispiel
3:
pH-Wert von Ba(OH)2 (c = 0,020 mol/l)
c(OH-)
= 0,040 mol/l
c(H3O+)*c(OH-)
= Kw = 10-14 mol2/l2
pH
+ pOH = 14
pH
= 14 - 1,40 = 12,6
pH-Wert
der Lösung einer schwachen Säure
Beispiel:
pH-Wert einer verd. Essigsäure der Konz. c = 0,1 mol/l
Ks
= 1,8*10-5 mol/l
Ergebnis:
pH = 2,87
pH-Wert
der Lösung einer schwachen Base
Beispiel:
pH-Wert von verd. Ammoniak der Konz. c = 0,1 mol/l
KB
= 1,8*10-5 mol/l
Ergebnis:
pH = 11,1
Berechnung
des pH-Werts einer Salzlösung
Beispiel
1:
pH-Wert von NH4Cl-Lösung der Konz. c = 0,15 mol/l
Beispiel
2:
pH-Wert von Natriumacetat-Lösung der Konz. c = 0,1 mol/l
Probenentnahme
– soll repräsentativ
Probenvorbereitung:
Trocknen (lufttrocken), Zerkleinern, Sieben
Diskussion
von Möglichkeiten zur Bestimmung des Kalkgehalts
Gravimetrie (z.B. Fällung der Calciumionen mit Oxalat)
Komplexometrie (Ethylendiamintetraessigsäure)
Rücktitration wegen Eigenfärbung und Reaktionsdauer
Durchführung:
1)
10,00 g Boden-Probe
abwiegen, 25,00
cm3 HCl (c = 1,000 mol/l)
2)
5 min rühren oder
schütteln
3)
filtrieren (dauert
ziemlich lang, daher vom Filtrat eine Probe von 10,00 ml entnehmen und den
NaOH-Verbrauch mit Faktor 2,5 multiplizieren)
4)
Rücktitration der
nicht verbrauchten Säure mit NaOH c = 1,000 mol/l
Mögliche
Fehlerquellen?
Auswertung:
Bewertung des Ergebnisses
Vorkenntnisse:
Handhabung des pH-Meters und Behandlung der pH-Elektrode
Henderson-Hasselbach-Gleichung
pH-Berechnungen für schwache Säuren und Basen
Größengleichungen für die Stöchiometrie
Durchführung
1) 25,00 g Milchsäure werden in einem Messkolben auf 250,0 ml aufgefüllt und gemischt. Davon gibt man mit einer Vollpipette genau 10,00 ml in das Titriergefäß. Zugabe von Indikator Phenolphthalein.
2) Titration mit NaOH der Konzentration c = 1,000 mol/l bis zur Rosafärbung.
3) Verbrauchtes NaOH-Volumen notieren für die spätere Berechnung der molaren Masse.
4) Zugabe des gleichen Volumens (10,00 cm3) Milchsäure-Lösung.
5) Messung des pH-Werts mit pH-Meter.
6) Berechne den pH-Wert beim Äquivalenzpunkt der Titration!
Fragen
Zu 1) Welche Masse an Milchsäure ist demnach im Titriergefäß enthalten? Warum wird als Indikator Phenolphthalein verwendet?
Zu 2) Nachdem die Rosafärbung das gesamte Volumen erfasst hat, wird die Lösung nach einiger Zeit wieder farblos. Warum tritt wieder Entfärbung ein? Reaktionsgleichung? Warum darf man nicht erneut aus der Bürette Lauge zugeben, damit die Rotfärbung wieder auftritt?
Zu 3) Berechne aus dem Verbrauch an Natronlauge die ungefähre molare Masse von Milchsäure. Vergleiche das Ergebnis mit der Theorie [Summenformel: C3H6O3 ]. Wie lässt sich eine eventuelle Abweichung erklären?
Zu 4) Was wird durch diesen Arbeitsschritt bewirkt?
Zu 5) Vergleiche den gemessenen pH-Wert mit dem pKs-Wert aus der Literatur [pKs=3,86]. Ist Milchsäure stärker oder schwächer sauer im Vergleich zu Essigsäure?
Zu 6) Ergebnis?
[A1]
20,0 ml Speiseessig werden in einen 100 ml Messkolben gegeben. Dieser wird mit destilliertem Wasser aufgefüllt. Eine 10,0 ml Probe dieser Lösung wird mit Natronlauge c = 0,100 mol/l titriert. Verbrauch an Natronlauge: 4,00 ml. Wie viel Gramm reine Essigsäure sind in 100 ml Speiseessig enthalten?
[A2]
Wieso muss zur Titration von Ethansäure (=Essigsäure) mit Natronlauge ein Indikator verwendet werden, dessen Umschlagspunkt im schwach basischen Bereich liegt?
[A3]
Gegeben sind die
pKs-Werte der folgenden Säuren:
pKs(Methansäure)
= 3,75 pKs(Benzoesäure) = 4,19
a) [1] Welche von beiden ist die stärkere Säure? (Begründung!)
b) [10] Zu 0,001 Mol Benzoesäure, gelöst in 100 ml Wasser, werden aus
einer Bürette insgesamt 20 ml Natronlauge (c = 0,1 mol/l) zugegeben. Stellen
Sie in einem Diagramm die Abhängigkeit des pH-Werts vom zugegebenen
Natronlauge-Volumen dar. Die pH-Werte bei einem zugegebenen Natronlauge-Volumen
von 0,0 ml und 5,0 ml und 10,0 ml sind genau anzugeben und wenn nötig zu berechnen.
c) [1] Welcher Indikator wäre für die Titration von Benzoesäure mit Natronlauge geeignet? (Begründung!)
[A4]
Um die Konzentration von 50 ml einer Schwefelsäure zu ermitteln, neutralisierte man diese mit einer Natronlauge, die zuvor aus 40 g festem Natriumhydroxid durch Auffüllen mit Wasser auf 1 l hergestellt wurde. Berechne die Konzentration der Schwefelsäure, wenn zur Neutralisation 61,0 ml Natronlauge (hergestellt wie oben angegeben) benötigt wurden.
Lösungen zu den Aufgaben A1 - A4
HAc + NaOH à NaAc + H2O
M(CH3-COOH) = 60 g/mol
Beim Äquivalenzpunkt liegen Acetationen vor, die in Wasser schwach basisch reagieren:
CH3-COO- + H2O <=> CH3-COOH + OH-
a) Methansäure ist die stärkere Säure:
HA + H2O <=> H3O+ + A-
Vergleich beider Zahlenwerte zeigt: Methansäure ist in wässriger Lösung in höherem Ausmaß protolysiert.
b)
Berechnung des pH-Werts bei einem Natronlauge-Volumen von 0,0 ml:
Anfangs-Konzentration der Benzoesäure: c = 0,01 mol/l
HA + H2O à H3O+ + A-
pH-Wert nach Zugabe von 5,0 ml Natronlauge:
1 mmol Benzoesäure benötigt für die vollständige Neutralisation 10,0 ml Natronlauge. Nach Zugabe von 5,0 ml Natronlauge ist die Benzoesäure genau zur Hälfte neutralisiert.
Nach der Henderson-Hasselbach-Gleichung wird dann pH = pKS.
Also ist pH = 4,19
Berechnung des pH-Werts bei einem Natronlauge-Volumen von 10,0 ml:

c) Indikator mit Umschlagsbereich im schwach Alkalischen: z.B. Phenolphthalein
H2SO4 + 2 NaOH -> Na2SO4 + 2 H2O
M(NaOH)=40 g/mol => c(NaOH)= 1 mol/l
| Lehrplan |
Reaktionen in saurer Lösung; Vorstellen des Prinzips der Rücktitration; Hinweis auf Anwendungen, z.B. in der Wasseranalytik (->U) . |
| Literatur |
1) Schwedt/Schnepel: Analytisch-chemisches Umweltpraktikum (1981) S.54-58 2) Hütter: Wasser und Wasseruntersuchung S.57, 184 3) Beer/Glöckner/Letterer: Chem. Analytik, Kernchemie, Modellvorstellungen (1983) S.35 |
| Medien | |
| Geräte |
Titrierspritzen |
| Chemikalien |
Eisen(II)-sulfat Kaliumpermanganat 0,1 mol/l Kaliumpermanganat 0,002 mol/l Oxalsäure 0,005 mol/l verd.Schwefelsäure |
Grundlage der Säure-Base-Titration: Protonenübergang.
Elektronenübergang
ist Grundlage der Redoxtitration.
Prinzip:
Eine oxidierbare Substanz wird mit Hilfe eines Oxidationsmittels (Oxidator)
bekannter Konzentration bestimmt, eine reduzierbare Substanz mit Hilfe eines
Reduktionsmittels bekannter Konzentration.
Erkennung
des Endpunktes ist möglich, wenn sich die Eigenfarbe der Lösung
beim Äquivalenzpunkt ändert oder durch Zugabe eines Redoxindikators.
Vorversuch:
Durchführung: Eisen(II)-sulfatlösung,
angesäuert mit verd. Schwefelsäure, wird mit Kaliumpermanganat-Lösung
versetzt.
Beobachtung: Permanganat entfärbt
sich, Gelbfärbung der Lösung; nach Zugabe von Thiocyanatlösung: blutrote Färbung.
Ergebnis: Eisen(II)-ionen werden
von Permanganat-Lösung zu Eisen(III)-ionen oxidiert. Die Permanganat-Ionen
werden im Sauren zu Mangan(II)-ionen reduziert.
MnO4-
+
5 e-
+
8 H+
---------->
Mn2+
+
4 H2O
5 Fe2+
---------->
5 Fe3+
+
5 e-
/*5
---------------------------------------------------------------------------------
MnO4-
+ 5 Fe2+
+ 8 H+
----------> Mn2+
+ 5 Fe3+
+ 4 H2O
Quantitativer Versuch:
Aufgabenstellung:
- Welche Masse an Eisen ist in 1 g
Eisen(II)-sulfat enthalten?
Durchführung: 10,000 g
Eisen(II)-sulfat werden in einem Messkolben auf 100,0 ml unter Zusatz von 1 ml
verd. Schwefelsäure aufgefüllt, davon werden pro Schülergruppe 10,0 ml mit
einer Vollpipette entnommen und nach Ansäuern mit verd. Schwefelsäure mit
Kaliumpermanganat-Lösung c = 0,1 mol/l bis zur ersten bleibenden Rosafärbung
titriert.
Auswertung:
in
10 ml Probe
Zur Berechnung des Kristallwassergehalts:
FeSO4 * x H2O
Zuerst M (FeSO4
* x H2O)
berechnen!
Aufgabe (Praktikum):
Bestimmung des Eisengehalts (Massenanteil in Prozent)
in Ammonium-Eisen(II)-sulfat (= Mohrsches Salz) FeSO4(NH4)2SO4.6H2O
und Vergleich mit der Theorie
AES [M = 392,14 g/mol]
KMnO4 [M = 158,0 g/mol]
Material:
Kaliumpermanganat-Lösung c = 0,100 mol/l [15,800 g/l]
2-3 g AES pro Gruppe (auf mg gewogen)
Schwefelsäure verd.
Titrierausstattung
Durchführung:
Probe AES in dest. Wasser lösen, ansäuern mit ca. 5 ml verd. Schwefelsäure, titrieren mit KMnO4-Lösung c = 0,1 mol/l bis zur bleibenden Rosafärbung.
Auswertung:
8 H+ + MnO4- + 5 e- à Mn2+ + 4 H2O
5 Fe2+ à 5 Fe3+ + 5 e-
---------------------------------------------------------------------------
MnO4- + 5 Fe2+ + 8 H+ à Mn2+ + 5 Fe3+ + 4 H2O
Massenanteil Eisen: 14,4 % (Theorie: 14,2%)
Prinzip:
Zu der zu bestimmenden Probe wird ein abgemessener Überschuss an Maßlösung
zugesetzt. Der nicht verbrauchte Anteil der Maßlösung wird anschließend
titriert.
Der Verschmutzungsgrad der Gewässer wird häufig durch den „Permanganatverbrauch“ gekennzeichnet. Damit werden die leicht oxidierbaren organischen Stoffe in verschmutztem Wasser erfaßt. Da aber auch einige anorganische Ionen oxidiert und manche organischen Verbindungen unter diesen Bedingungen nicht oxidiert werden, bietet er aber nur einen ungefähren Anhaltspunkt für den Umfang der Gewässerverschmutzung. Da die Oxidation einige Zeit beansprucht, wird eine Rücktitration durchgeführt (Vorschrift geändert!):


1 unsprünglich vorhandenes Permanganat
2 organische Stoffe verbrauchen einen Teil des
Permanganats
3 Zugabe einer äquivalenten Menge Oxalsäure
4 Die mit Kaliumpermanganat bestimmte Oxalsäure
entspricht dem Grad der Verschmutzung mit organischen Stoffen
Durchführung:
- 50 ml Wasserprobe + 10 ml verd. Schwefelsäure zum
Sieden erhitzen (Kochplatte oder Dreifuß, Drahtnetz und Bunsenbrenner)
- Zugabe von 10 ml Permanganatlösung c=0,002 mol/l
- 10 min kochen lassen (Stoppuhr!)
-> + 10 ml Oxalsäure c=0,005 mol/l
-> Entfärbung
-> Titration mit Permanganatlösung c=0,002 mol/l
in der Hitze bis zur bleibenden Rosafärbung
Erklärung: In verschmutztem Wasser wurde ein Teil
der zugesetzten Permanganatlösung verbraucht. Das Volumen der verbrauchten
Permanganatlösung ist der Verschmutzung proportional. Vergleichswert: 1 g
Glucose verbraucht 2,35 g Kaliumpermanganat.
Auswertung:
5 H2C2O4 ->
10 CO2
+
10 H+
+
10 e-
/*5
2
MnO4- + 10 e- + 16 H+
->
2 Mn2+
+
8 H2O
/*2
----------------------------------------------------
2
MnO4- + 5 H2C2O4 +
6 H+
->
2 Mn2+
+
10 CO2
+
8 H2O
Berechnung des von den organischen Verunreinigungen
verbrauchten Permanganats in mg/l (bei äquivalenten Mengen viel einfacher!):
Herstellung der Reagenzien
1) 1 l Permanganatlösung c=0,002 mol/l
M(KMnO4)=158,04g/mol
0,316 g KMnO4 in 1-l-Messkolben mit demin.
Wasser auf 1000,0 ml auffüllen.
2) Oxalsäurelösung c=0,005 mol/l
M(H2C2O4.2H2O)=126,07
0,630 g H2C2O4.2H2O
in 1-l-Messkolben mit demin. Wasser auf 1000,0 ml auffüllen.
Die beiden Maßlösungen sollten im Volumenverhältnis
1 : 1 reagieren (prüfen!)
Herstellung der Reagenzien
1) 100
ml Permanganatlösung c=0,02 mol/l
M(KMnO4)=158,04g/mol
0,316 g KMnO4 in
100 ml-Messkolben mit demin.
Wasser auf 100,0 ml auffüllen.
2) Oxalsäurelösung
c=0,05 mol/l
M(H2C2O4.2H2O)=126,07
0,630 g H2C2O4.2H2O in 100 ml-l-Messkolben mit demin. Wasser auf 100,0 ml auffüllen.
oder bei wasserfreier Oxalsäure: 0,450 g H2C2O4.2H2O in 100 ml-l-Messkolben mit demin. Wasser auf 100,0 ml auffüllen.
Die beiden Maßlösungen sollten im Volumenverhältnis
1 : 1 reagieren (prüfen!)
In ein großes Reagenzglas:
20 ml Wasserprobe
+ 1 ml konz. Schwefelsäure
in siedendes Wasserbad einstellen
wenn Siedetemperatur erreicht:
- Zugabe von 2,00 ml Permanganatlösung c=0,02 mol/l = 2 Spritzenfüllungen
- genau 10 min weiter im siedenden Wasserbad stehen
lassen. Wenn Entfärbung eintritt, rechtzeitig weiteres Permanganat zugeben.
- nach genau 10 min eine dem zugesetzten Permanganat äquivalente Menge Oxalsäure zugeben: 2,00 ml Oxalsäurelösung c=0,05 mol/l.
Die Lösung wird farblos.
- anschließend noch heiß mit Permanganatlösung
bis zur bleibenden Rosafärbung titrieren.
Berechnung des Permanganatverbrauchs in mg/l
Ergebnis-Bewertung:
Reine Quell- und Grundwässer: 3-8 mg/l
Trinkwasser: > 12 mg/l bedenklich
reine Oberflächengewässer: 8-12 mg/l
mäßig verunreinigte Flüsse: 20-35 mg/l
stark verunreinigte Flüsse: 100-150 mg/l
Fehlerquellen, Störungen diskutieren
Oxidationsreaktionen (durch Permanganat)
| NO2- à NO3- | NitritàNitrat |
| SO32- à SO42- | SulfitàSulfat |
| H2O2 à O2 | WasserstoffperoxidàSauerstoff |
| H2C2O4 à CO2 | OxalsäureàKohlenstoffdioxid |
| C2O42- à CO2 | OxalatàKohlenstoffdioxid |
| I- à I2 | IodidàIod |
| Fe2+ à Fe3+ | Eisen(II) àEisen(III) |
Versuche - Aufstellung der Redoxgleichungen
[A5]
Verschiedene
Fleisch- und Wurstwaren enthalten einen geringen Nitritzusatz, damit diese die
rote Farbe behalten. Damit es nicht zu einer gesundheitsgefährdenden Überdosierung
kommen kann, wird als Nitritpräparat das sogenannte Nitritpökelsalz verwendet,
ein gleichmäßiges Gemisch aus Kochsalz mit 0,5 - 0,6 % Massenanteil
Natriumnitrit.
Der Nitritgehalt
eines Pökelsalzes soll manganometrisch bestimmt werden. Dazu wird eine Probe
von 200 mg in Wasser gelöst und nach Ansäuern mit Kaliumpermanganatlösung der
Konzentration c = 0,001 mol/l titriert. Der Verbrauch an Kaliumpermanganat-Lösung
betrug 5,9 ml.
a) [5] Stellen Sie für die Reaktion von Permanganat mit Nitrit
Gleichungen auf!
b) [8] Berechnen Sie den Massenanteil an Natriumnitrit im untersuchten Pökelsalz
in Prozent und prüfen Sie, ob er im gesetzlich zulässigen Bereich zwischen 0,5
und 0,6 Prozent liegt!
[A6]
In einem Erz soll der Eisen(II)-oxid-Gehalt analysiert werden. Dazu werden 0,44 g des Erzes in Säure aufgelöst und mit 19,5 ml Kaliumpermanganatlösung von der Konzentration c = 0,03 mol/l bis zum Erreichen des Äqivalenzpunktes titriert. Berechne den prozentualen Eisen(II)-oxid-Gehalt im Erz.
[A7]
Welche
Konzentration in Gramm pro Liter hat eine Wasserstoffperoxidlösung, von der
20 ml nach Ansäuern gerade 25,0 ml einer Kaliumpermanganatlösung
der Konzentration c = 1,5 mol/l entfärben? [Ergebnis: 4,69 mol/l]
[A8]
Zur vollständigen
Oxidation einer Oxalsäurelösung wurden 27.4 ml Kaliumpermanganatlösung der
Konzentration c=0,02 mol/l benötigt. Wie groß war die Masse der Oxalsäure,
die sie sich in der Lösung befand?
[A9]
Abitur 1997 I
1.3 Neben dem Tensid und anderen Komponenten sind in einem
Vollwaschmittel auch Bleichmittel enthalten.
Diese bestehen im wesentlichen aus Natriumperborat (NaBO2 . H2O2 . 3 H2O).
Beim Waschvorgang zerfällt bei Temperaturen über 60°C
das gebundene Wasserstoffperoxid, wodurch farbige Verschmutzungen auf der Faser
oxidativ zerstört werden.
Der Gehalt an
Perborat im Waschmittel kann durch Titration in schwefelsaurem Milieu mit
Kaliumpermanganatlösung bestimmt werden.
1.3.1 [3BE]
Entwickeln Sie aus Teilgleichungen die Reaktionsgleichung für diese Bestimmung!
1.3.2 [6BE] Zur
Bestimmung des Bleichmittelgehalts werden 500 mg Vollwaschmittel in Wasser gelöst,
die Lösung mit Schwefelsäure angesäuert und dann mit Kaliumpermanganatlösung
der Konzentration c(KMnO4) = 0,002 mol/1 titriert. Der Verbrauch an
Maßlösung beträgt 117,6 ml.
Berechnen Sie in
Prozent den Massenanteil des Natriumperborats im Waschmittel!
[A10]
Abiturprüfung 1990 Aufgabe IV
1.Zur Bestimmung des Eisengehalts einer
Legierung werden 0,178g der Legierung unter Schutzgas in verd. Schwefelsäure
gelöst. Das Eisen geht dabei in Eisen(II)-Ionen über.
Zur Bestimmung des Gehalts an
Eisen(II)-Ionen wird die Lösung mit einer Kaliumpermanganatlösung titriert.
Der Verbrauch beträgt 6,13 ml. Bei dieser Titration stören die anderen
Legierungsbestandteile nicht.
Die Stoffmengenkonzentration der
Kaliumpermanganatlösung wurde zuvor mit
einer Oxalsäurelösung bekannter Konzentration ermittelt. Dabei wurden 9,75 ml
der Permanganatlösung durch 10ml Oxalsäurelösung der Konzentration c(H2C2O4)=5*10-2
mol/l reduziert. Die Oxalsäure wird dabei zu Kohlenstoffdioxid oxidiert.
1.1 Stellen Sie für die drei genannten
Reaktionen die Gleichungen auf! (6 BE)
1.2 Berechnen Sie den Eisengehalt der
Legierung in Massenprozent! (6 BE) (Ergebnis: 19,7 %)
[A11] Abiturprüfung 1983 III 1.
Ein bestimmtes Erz enthält
unter anderem die Eisenoxide FeO und Fe2O3;
die übrigen Bestandteile des Erzes stören die Untersuchung nicht.
Bei der Analyse des Erzes werden im ersten
Schritt 0,33 g unter Schutzgas (Stickstoff) in Schwefelsäure gelöst und mit
einer Kaliumpermanganatlösung der Konzentration c(KMnO4)=0,02 mol/l titriert, von der 20,3 ml verbraucht werden.
Im zweiten Schritt der Analyse werden 0,37
g Erz unter Schutzgas in Schwefelsäure gelöst und die dreiwertigen Eisenionen
zu zweiwertigen reduziert. Zur Titration werden jetzt 42,6 ml der
Kaliumpermanganat-Lösung verbraucht.
1.1 Stellen Sie die Reaktionsgleichung für
den Redoxvorgang zwischen Eisen(II)-Ionen und Permanganat-Ionen auf! (3BE)
1.2 Berechnen Sie die Massenanteile (in Prozent) der beiden Eisenoxide im Erz! Der Gang der Berechnung muss ersichtlich sein. (11BE)
[Ergebnis: 44,16% FeO, 42,8% Fe2O3]
[A12]
Abiturprüfung 1984_ I_ 1. Der Calcium-Gehalt einer Wasserprobe soll
manganometrisch bestimmt werden. Zu diesem Zweck werden 50 ml des zu
untersuchenden Wassers mit Ammoniumoxalatlösung versetzt. Dadurch werden die
Calcium-Ionen quantitativ gefällt. Der Niederschlag wird abfiltriert, gewaschen
und anschließend mit verdünnter Schwefelsäure aufgelöst. Bei der
darauffolgenden Titration mit mit Kaliumpermanganatlösung der Konzentration
c(KMnO4)=0,02
mol/l geht die Oxalsäure quantitativ in Kohlenstoffdioxid über. Dabei werden
18 ml der Maßlösung verbraucht.
1.1 Stellen Sie die Gleichung für die Reaktion von
Kaliumpermanganat mit Oxalsäure auf! (4 BE)
1.2 Berechnen Sie die Stoffmengenkonzentration an
Calcium-Ionen in dem untersuchten Wasser! Der Gang der Berechnung muss ersichtlich sein.
(7 BE) [Ergebnis: 1,8*10-2
mol/l]
[A13]
Abiturprüfung 1996_ III
1 In einem Labor werden Wasserproben auf ihren
Gehalt an Eisen(II)-Ionen kontrolliert. Dazu nimmt man 25 ml der Probe, versetzt
sie mit verdünnter Schwefelsäure und titriert mit einer Kaliumpermanganat-Lösung
der Konzentration c(KMnO4) = 0,02 mol/l. Dabei wird versehentlich
übertitriert. Um das Mißgeschick zu korrigieren, werden der Probe 0,203 g
Eisen(II)-sulfatheptahydrat (FeSO4 - 7 H2O) zugesetzt.
Dann wird mit der genannten Kaliumpermanganat-Lösung weitertitriert, bis
alle Eisen(II)-Ionen oxidiert sind.
Der Gesamtverbrauch an Permanganat-Lösung
beträgt 25,5 ml.
1.1 [3 BE] Erstellen Sie für diese
manganometrische Bestimmung die Reaktionsgleichung, und legen Sie dar, wie der
Endpunkt der Titration erkannt werden kann!
1.2 [5 BE] Berechnen Sie die Masse der Eisen(II)-Ionen in der Wasserprobe! Der Gang der Berechnung muss klar ersichtlich sein.
[A14]
Zur
Beurteilung der Wasserqualität wurde eine Wasserprobe auf ihren Gehalt an
organischen Stoffen geprüft.
Dazu
wurden 50,0 ml der Wasserprobe mit 5 ml konz. Schwefelsäure angesäuert und zum
Sieden erhitzt. In die siedende Lösung wurden 5,00 ml Permanganat-Lösung der
Konzentration c = 0,02 mol/l gegeben und 5 Minuten gekocht. Anschließend fügte
man 5,00 ml Oxalsäure-Lösung der Konzentration c = 0,05 mol/l zu. Dabei entfärbte
sich die Lösung. Die noch heiße Lösung wurde mit Permanganat-Lösung der
Konzentration c = 0,02 mol/l titriert. Es wurden bis zum Endpunkt der Titration
4,7 ml Permanganat-Lösung verbraucht.
1.
Wie wird der Endpunkt der Titration (Äquivalenzpunkt) erkannt?
2.
Stelle für die Reaktion von Permanganat mit Oxalsäure die Redoxgleichung auf
(Oxidationsvorgang, Reduktionsvorgang, Gesamtvorgang)
3.
Berechne den Kaliumpermanganatverbrauch in mg pro Liter Wasserprobe, der durch
die Oxidation der organischen Stoffe verursacht wurde.
4.
Wie viel mg Oxalsäure pro Liter müsste eine Wasserprobe enthalten, wenn die
organische Verunreinigung in der Wasserprobe aus Oxalsäure bestehen würde?
5.
Warum muss bei der Bestimmung des Gehalts organischer Stoffe in Wasserproben die
Methode der Rücktitration angewandt werden?
Lösungen zu den Aufgaben A5,A6,A7,,,,A11,A12,A13,A14
5
H2O +
5 NO2- ->
5 NO3- +
102 e- + 102 H+ /*5
2
MnO4- +
105 e- + 168 H+ ->
2 Mn2+ + 84 H2O /*2
-------------------------------------------------------
5
NO2- +
2 MnO4- +
6 H+ -> 5 NO3-
+ 2 Mn2+
+ 3 H2O
Fe2+
-> Fe3+
+ e-
5
H2O2 ->
5 O2 +
102 e-
+ 102
H+ /*5
2
MnO4- +
105 e- + 168 H+ ->
2 Mn2+ + 84 H2O /*2
---------------------------------------------------------
5
H2O2 +
2 MnO4- +
6 H+ -> 5 O2
+ 2 Mn2+
+ 8 H2O
1.1
5 Fe2+ -> 5 Fe3+ + 5 e- /*5
8 H+ + MnO4- + 5 e- -> Mn2+ + 4 H2O
------------------------------------------------------
5 Fe2+ + MnO4- + 8 H+ -> 5 Fe3+ + Mn2+ + 4 H2O
1.2
a)
Berechnung des Massenanteils an FeO
Verbrauch
an Permanganat-Lösung, bezogen auf 100 g Erz:
damit
errechnet sich der Massenanteil an FeO:
b)
Berechnung des Massenanteils an Fe2O3
Verbrauch
an Permanganat-Lösung, bezogen auf 100 g Erz:
damit
errechnet sich der Massenanteil an Fe2O3:
2
MnO4- +
10 5 e- +
16 8 H+ ->
2 Mn2+ + 8 4 H2O / *2
5
H2C2O4 ->
10 2 CO2 + 10 2 CO2 +
10 2 H+
+ 10 2
e- / *5
--------------------------------------------------------------
2
MnO4- +
5 H2C2O4
+ 6 H+ ->
2 Mn2+ +
10 CO2 +
8 H2O
MnO4-
+ 5 e-
+ 8 H+ ->
Mn2+ + 4 H2O
5
Fe2+ ->
5 Fe3+ +
5 e- /*5
--------------------------------------------------------------------
MnO4-
+ 5 Fe2+
+ 8 H+ ->
Mn2+ + 5 Fe3+
+ 4 H2O
Erkennung des Endpunkts der Titration: bleibende Rosafärbung (violett)

1.
Rosafärbung
2.
168H+
+ 2 MnO4- + 105 e-
à
2 Mn2+ +
84 H2O /*2
5 H2C2O4
à
102 CO2 + 102 H+ + 102 e-
/*5
-------------------------------------------------------
5 H2C2O4 + 2 MnO4-
+ 6 H+ à 10 CO2
+ 2 Mn2+ + 8 H2O
3.

4. Berechnung des Oxalsäure-Äquivalents
alternativer Lösungsweg:
5.
Verschiedene
organische Stoffe werden verschieden schnell oxidiert - daher sind konstante
Reaktionsbedingungen erforderlich.
6.
Eisen(II)-Ionen werden von Permanganat zu Eisen(III)-Ionen oxidiert, dadurch erhält man zu hohe Werte.