Spektroskopie
Grundlagen der Spektroskopie
| Lehrplan |
Bewusst machen
der Wechselwirkung zwischen elektromagnetischer Strahlung und Materie
(Ph12);
Vorstellen
des Funktionsprinzips des Photometers;
Grundlagen:
Transmission, Extinktion, Lambert-Beersches Gesetz;
Durchführung
und Auswertung von Messungen: Gehaltsbestimmungen, evtl. unter Verwendung
von Eichkurven; ggf. Aufnahme des Absorptionsspektrums einer Farbstofflösung
(vergl. C13.4); Hinweis auf die Bedeutung des Verfahrens, z.B.
medizinische Diagnostik, Materialprüfung, Wasseranalytik
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| Literatur |
Beer/Glöckner/Letterer: Chem. Analytik, Kernchemie, Modellvorstellungen
(1983)
S.46-57 Abiturtraining
Chemie 1 S.22-28
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| Medien |
Video:
VCI Analytik |
| Geräte |
Spektral-Set
LED-Fotometer |
| Chemikalien |
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Spektroskopische
Verfahren beruhen auf Wechselwirkungen zwischen elektromagnetischen Strahlen und
Materie.
Die
Natur der elektromagnetischen Strahlen (elektromagnetische Wellen)
Nach
dem Wellenmodell besteht die elektromagnetische Strahlung aus sich periodisch ändernden
elektrischen und magnetischen Feldern, die sich im Raum (im Vakuum mit der
Lichtgeschwindigkeit c = 3*108 m/s) ausbreiten.
Scheinbar unterschiedliche Formen von Strahlung, wie Radiowellen,
Infrarot-(IR-)Strahlung, sichtbares Licht, ultraviolette (UV-) und Röntgenstrahlung
unterscheiden sich in ihrer Wellenlänge l,
(dem Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Punkten gleicher Phase, z. B.
dem Abstand zwischen zwei Wellenbergen) und damit in ihrer Schwingungshäufigkeit
(Frequenz)
Nach
der Korpuskel-Theorie besteht die Strahlung aus einem Strom kleinster Teilchen.
Die Strahlungsenergie kann (nach der Quantentheorie) nicht
kontinuierlich, sondern in Form kleinster Quanten (kleinste Energieportionen)
abgegeben (emittiert) oder aufgenommen (absorbiert) werden.
Die
Energie eines Quants hängt von der Frequenz bzw. Wellenlänge der Strahlung ab
nach:
Die
Konstante h ist das Plancksche Wirkungsquantum:
(h
= 6,62.10-34 J*s).
Das
Spektrum des sichtbaren Lichtes
(Wellenlänge
in nm)

Wechselwirkung
zwischen Strahlung und Materie
Absorption
Atome
und Moleküle können Strahlungsenergie aufnehmen und sie in eine andere
Energieform umwandeln. Das absorbierende Atom oder Molekül wird in einen
energiereichen (angeregten) Zustand übergeführt.
Die
Differenz zwischen den verschiedenen Energiezuständen nimmt nur bestimmte
Energiebeträge an. Nur Quanten, deren Energieinhalt genau diesen Energiebeträgen
(Anregungsenergie) entspricht (also z. B. Licht, das eine bestimmte
Frequenz/Wellenlänge besitzt), können Atome oder Moleküle anregen, werden
also von ihnen absorbiert.
Charakteristische
Muster absorbierter Strahlung (Absorptionsspektren) können zur Identifizierung
von Substanzen beitragen und bilden eine Grundlage der Spektralanalyse.
Die
Energieabsorption führt zu verschiedenen Formen angeregter Zustände:
-
Anregung
von Elektronen (Anheben auf höhere
Energieniveaus) durch UV- und sichtbares Licht (Emissions- und
Absorptionsspektroskopie)
-
Anregung
von Schwingungen der Atome
innerhalb von Molekülen durch IR-Strahlung (IR-Spektroskopie)
-
Anregung
von Molekülrotationen durch
Mikrowellen
-
Änderung
der Orientierung des Kemspins
in einem äußeren Magnetfeld durch Radiowellen (Kernresonanzspektroskopie).
Emission
Bei
Energiezufuhr können Atome oder Moleküle Licht emittieren.
Z.B.
bei (freien) Atomen führt diese Energiezufuhr die (äußeren) Elektronen in
bestimmte angeregte Energiezustände über. Dabei können die Atome aus dem
breiten Energieangebot nur die Energiebeträge aufnehmen, die den Differenzen
zwischen verschiedenen Energieniveaus der Elektronen entsprechen. Bei der Rückkehr
der Elektronen auf energieärmere Niveaus werden diese Energiebeträge in Form
von Licht bestimmter Wellenlänge emittiert.
Ein
Prisma zerlegt das von angeregten Atomen emittierte Licht in ein für das
betreffende Element charakteristisches Muster von Spektrallinien, das
Linienspektrum (Emissionsspektrum), und erlaubt so die Identifizierung von
Elementen (auch in Stoffgemischen): Spektralanalyse.
Angeregte Moleküle liefern Spektren, in denen zahlreiche Spektrallinien
in Gruppen (Banden) dicht beieinander liegen (Bandenspektren).
(Spektral-)Photometrie
Die
Photometrie (Lichtmessung) untersucht und nutzt im Rahmen der analytischen
Chemie die Schwächung eines Lichtstroms beim Durchtritt durch ein
absorbierendes Medium. Unter
Lichtstrom/Intensität versteht man die Lichtenergie, die in der Zeiteinheit auf
eine bestimmte Fläche fällt, die zur Lichtrichtung senkrecht steht.
Bauprinzip
des Photometers:

Grundlage
Die
Intensität eines Lichtstrahls nimmt beim Durchlaufen einer Küvette
mit einer Probe (meist einer Lösung) ab. Dieser Verlust an Energie ist hauptsächlich
auf die Lichtabsorption durch die Probe zurückzuführen.
Das Ausmaß der Absorption wird ausgedrückt durch die
Der
Absorptionsgrad a
bzw. der Transmissionsgrad t
wird im
Dezimalbruch oder in Prozent ausgedrückt.
Eine
Probe, die 90 % der eingestrahlten Lichtenergie absorbiert (a
= 0,9), lässt 10% der eingestrahlten
Lichtenergie durch (t
= 0,1). Absorptionsgrad und
Transmissionsgrad ergänzen sich also zu 100 %
a
+ t = 1
Die
Absorption durch eine Lösung hängt ab
-
von
der gelösten Substanz (u.U. auch vom Lösungsmittel)
-
von
der Wellenlänge des eingestrahlten Lichts
-
von
der Anzahl der absorbierenden Teilchen, auf die das Licht trifft, d. h. von
der Konzentration c der Lösung (c = mol/dm3)
-
von
der Weglänge d des Lichtstrahls in der Lösung (Schichtdicke der Küvette).
Anwendung
der Photometrie
Man
verwendet dieses Verfahren zur Konzentrationsermittlung.
Photometrische
Konzentrationsbestimmungen beruhen auf einer gesetzmäßigen Abhängigkeit der
Transmission von der Konzentration des gelösten Stoffes und der Schichtdicke d
der Küvette bei einer bestimmten Wellenlänge des eingestrahlten Lichts
(monochromatische Strahlung). Den Zusammenhang beschreibt das
Lambert-Beersche
Gesetz:
Die
Lichtintensität nimmt also nach einer Exponentialfunktion ab.
Um einen für die Praxis günstigeren linearen Zusammenhang zwischen
Transmission und der Konzentration bzw. der Schichtdicke zu erreichen, verwendet
man den negativen dekadischen Logarithmus des Transmissionsgrades t,
die sogenannte Extinktion E:
e
ist der dekadische molare Extinktionskoeffizient.
Sein Zahlenwert ist stoffspezifisch und hängt von der eingestrahlten Wellenlänge
ab.
In
der Praxis arbeitet man in einem Spektralbereich, in dem das Absorptionsmaximum
der betreffenden Substanz liegt. Dadurch wird die Empfindlichkeit der Messung größer.
Verwendet
man bei der Extinktionsbestimmung Messküvetten mit gleicher Schichtdicke, so
ist die Extinktion der Konzentration der Lösung direkt proportional.
Diese Proportionalität gilt jedoch nur für sehr verdünnte Lösungen (c
< 10-2 mol/l). Außerdem dürfen sich die gelösten Substanzen
beim Verdünnen nicht chemisch verändern (Gleichgewichtsverschiebungen).
Ermittlung
der Konzentration einer Substanz
Bei
der graphischen Ermittlung stellt man zunächst eine Eichkurve (Gerade) auf,
indem die Extinktionswerte, die an Lösungen bekannter Konzentrationen ermittelt
wurden, in Abhängigkeit von der Konzentration aufgetragen werden.
Anhand dieser Eichgeraden kann man über die gemessene Extinktion einer Lösung
deren unbekannte Konzentration bestimmen.
Bei
der rechnerischen Ermittlung wird die Extinktion einer Lösung bekannter
Konzentration (Standardlösung) gemessen. Anschließend
ermittelt man (mit der Küvette gleicher Schichtdicke) die Extinktion der Probe
unbekannter Konzentration.
Nach
der Beziehung:
Beispiel
für eine Konzentrationsreihe: Eichkurve zur Bestimmung von Nitrit in
Wasserproben (Bildung eines roten Azofarbstoffs mit Sulfanilsäure und
N-Naphthyl-ethylendiamin in schwach saurer Lösung)
|

Konzentrationsreihe:
1 - 0,8 - 0,6 - 0,4 - 0,2 - 0 (Blindprobe) mg Nitrit / Liter
Messung
mit Photometer AQUANAL SPECTRO
| mg/l |
0 |
0,2 |
0,4 |
0,6 |
0,8 |
1 |
1,2 |
1,6 |
2 |
| Extinktion |
0 |
84 |
171 |
237 |
305 |
369 |
430 |
527 |
600 |
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Massenspektroskopie
Vorteile der
Massenspektroskopie:
hohe Empfindlichkeit (mg-Bereich)
hoher Informationsgehalt
(Molekülmasse, Strukturaufklärung)
Prinzip der Massenspektroskopie

| Ionenerzeugung
meist positiv geladene Ionen, z.B. durch Verdampfen der Probe und
Beschuss mit Elektronen |
Ionenbeschleunigung
durch Potential von einigen 1000 Volt
im Hochvakuum |
Ionenablenkung
meist durch ein homogenes Magnetfeld senkrecht zur Flugbahn (mit
zunehmender Masse wächst der Krümmungsradius) |
Ionennachweis
z.B. Sekundärelektronen- vervielfacher, Ionen- auffänger oder
Photoplatte |
Schema des Ionisierungsvorgangs beim Elektronenstoß: Ein Elektron setzt
durch Stoß mit einem elektrisch neutralen Molekül aus diesem ein weiteres
Elektron frei. Dadurch entsteht ein positives Radialion:

Fragmentierung in Bruchstücke und Umlagerungen
Auswertung der Massenspektren der isomeren Alkane n-Octan und
2.2.4-Trimethylpentan


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