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10.3.2
Sinnesleistungen - Sinnesorgane und Reize - Bau und Leistungen eines Sinnesorgans; Beeinträchtigungen, Erkrankungen, Schutz
Strukturen und Prozesse beim Sehvorgang Bau und Leistung der Augen - Bildentstehung Der optische Apparat des Auges Haut als Sinnesfläche - Temperatur-Regelung Strukturen und Prozesse beim SehvorgangBau und Leistung der Augen - BildentstehungAuge als wichtigstes Sinnesorgan - führender Sinn - das Auge führt dem Gehirn 10 mal mehr Information zu als alle anderen Sinne zusammen Der optische Apparat des AugesVergleich zwischen Auge und Kamera Übereinstimmung im optischen Apparat, aber Auswertung der Bilder im Zusammenwirken mit dem Gehirn (Beispiele: Mann im Mond, kortikale Blindheit, optische Täuschungen)
Kamera und Auge entsprechen sich als optische Apparate weitgehend:
Brechung Lichtstrahlen zeigen beim Übergang vom optisch dünneren zum optisch dichteren Medium eine Ablenkung zum Lot hin. Versuch: Lichtbrechung am Übergang Luft - Wasser
Aufbau des Auges
Versuch: Nachweis des Blinden Flecks
Strahlengang im Auge
Die Augenlinse erzeugt ein verkleinertes, umgekehrtes Bild auf der Netzhaut
Akkommodation: Anpassung an wechselnde Entfernungen prinzipiell verschiedene Möglichkeiten (Beispiel Fotoapparat, Fische, Mensch)
Zusatzinfo: Versuche mit dem Optometer von Schreiner
Astigmatismus Ungleichmäßige Hornhautkrümmung - Korrektur durch zylinderförmig geschliffene Gläser möglich weitere Störungen des Sehvermögens: - grauer Star (= Katarakt) - Trübung der Augenlinse - grüner Star (= Glaukom) - erhöhter Augeninnendruck
Organisation der Netzhaut
Typen von Lichtsinneszellen: Stäbchen für Helligkeit Zapfen für Farbensehen (3 Typen: Empfindlichkeit für Rot, Grün und Blau)
Sehen in der Dämmerung: nur Grautöne - geringere Empfindlichkeit der Zapfen - Sternenhimmel - Am Rand des Gesichtsfeldes nur Stäbchen - kein Farbensehen, dafür hohe Empfindlichkeit für Bewegungs-Wahrnehmungen (=> wichtig für Webdesign: Ablenkung durch Blink-Effekte vermeiden)
Farbenblindheit
Rot-Grün-Blindheit, Rot-Grün-Schwäche Nachweis durch Farbtafeln
Gehirnleistungen beim Sehen 1. Unterscheidung von Eigen- und Fremdbewegungen - Nystagmus Warum erleben wir die Umwelt bei Kopfdrehung als ruhend, trotz Verschiebung des Bildes auf der Netzhaut? Versuch: Nachweis des Nystagmus bei geöffneten und bei geschlossenen Augen Während sich der Kopf bewegt, halten die Augen eine feste Beziehung zur Umwelt ein, dann springen sie in die neue Lage und überholen dabei die Kopfbewegung. Auf der Netzhaut entsteht dadurch ein scharfes Bild (vergl. verwackelte Fotografie) Die Information über die Drehung des Kopfes wird in Befehle umgewandelt, welche die Augen zu kompensierenden Gegenbewegungen (langsame Phasen) und sprunghaften Überholbewegungen (schnelle Phasen des Nystagmus) veranlassen. Bei Augenbewegung ohne Kopfbewegung (Versuch) entsteht der Eindruck, die Umwelt bewege sich. Das Gehirn empfing offenbar keine Information über die Augenbewegung Bewegungs-Täuschungen 2. Koordination Wir sehen ein aufrechtes Bild - Versuche mit Umkehrbrille 3. Entfernung eines Gegenstandes
4. Farbwahrnehmung Farbe liefert zusätzliche Information - aber Notwendigkeit von Farbkonstanz! Es kommt darauf an, die Dinge unabhängig von der äußeren Beleuchtung richtig zu sehen. (Täuschungen möglich, z.B. beim Kleiderkauf) Worin unterscheidet sich die Farbwahrnehmung von der Physik des Lichtes verschiedener Wellenlängen?
Alle diese Eigentümlichkeiten stehen in Zusammenhang mit dem Problem der Farbkonstanz. Jeder Farbe wird eine auslöschende Gegenfarbe zugeordnet, die aktiv erzeugt und somit die unerwünschte vorherrschende Farbe annulliert. Sonnenlicht erscheint weiß und beansprucht den Korrekturmechanismus somit am wenigsten. Multiple-Choice-Fragen:
Die Scharfeinstellung beim Betrachten naher Gegenstände wird bewirkt durch a) Verkleinerung der Brennweite der Linse b) Vergrößerung der Brennweite der Linse c) Erschlaffen des Ziliarmuskels d) stärkere Krümmung der Linse e) Erschlaffen der Zonulafasern f) Abflachung der Linse g) Kontraktion des Ziliarmuskels h) Spannen der Zonulafasern
Alters-Weitsichtigkeit a) wird korrigiert durch eine Sammellinse b) entsteht durch immer stärkere Krümmung der Linse mit zunehmendem Alter c) führt zur Verschiebung des Fernpunkts d) entsteht durch Verlust der Linsen-Elastizität e) wird korrigiert durch eine Zerstreuungslinse f) führt zur Verschiebung des Nahpunkts
Beim kurzsichtigen Auge a) vereinigen sich die Lichtstrahlen vor der Netzhaut b) ist der Augapfel zu kurz c) lässt sich durch eine Zerstreuungslinse normales Sehvermögen herstellen d) rückt der Nahpunkt in die Ferne
Das Gehör
Vergleich von Hörsinn und Sehsinn - Bedeutung des Hörens für den Erwerb abstrakter Begriffe und das Denken (Sprache: deaf - doof - dumm - Depp - taub => gemeinsamer Ursprung) - Orientierung der Fledermäuse
Zur Natur des Schalls
Äußeres Ohr und Mittelohr
Funktion des äußeren Ohres: Richtungswahrnehmung, Schalldruckverstärkung
Funktion des Mittelohrs: Schalldruckverstärkung
Notwendigkeit der Impedanzwandlung (beim Übertritt des Schalls von Luft in Wasser werden 99,9 % der Schallenergie reflektiert!) in Luft: große Amplitude, geringer Druck in Wasser: kleine Amplitude, hoher Druck
a) Prinzip der hydraulischen Presse (Trommelfell: 64 mm2, Fußplatte des Steigbügels: 3 mm2)
b) Hebelwirkung durch Gehörknöchelchen
aus a) und b) resultiert eine Schalldruckverstärkung um den Faktor 22
Schema:
Innenohr
prinzipielle Möglichkeiten der Schallanalyse a) Resonanzprinzip b) Wanderwellendispersion
Schallschädigungen auf der Basilarmembran - frequenzabhängige Maxima
Schema der Basilarmembran mit Momentaufnahme einer Wanderwelle:
- die Breite der Basilarmembran nimmt vom Steigbügelende aus zu - die elastische Rückstellkraft nimmt ab - die Wellengeschwindigkeit nimmt ab
Wenn die Resonanzfrequenz gerade mit der Anregungsfrequenz übereinstimmt, erreicht die Amplitude ein Maximum. Hohe Frequenzen erzeugen maximale Ausschläge in der Nähe des Steigbügelfensters, niedrige Frequenzen werden in der Nähe der Schneckenspitze abgebildet.
Querschnitt durch die Schnecke des Innenohrs
Richtungshören
a) Intensitätsdifferenz (vergl. Stereofonie) Der Schall ist an dem der Schallquelle zugewandten Ohr lauter zu hören.
b) Laufzeitdifferenz zwischen beiden Ohren Der Schall trifft z.B. bei einer rechts vorne liegenden Schallquelle um die Zeit später ein, die zum Durchlaufen der Strecke s benötigt wird.
Berechnung der Laufzeitdifferenz des Schalls für a = 90° (Schallquelle rechts oder links)
Versuch: Ermittlung des zeitlichen Auflösungsvermögens des Gehörs
d = Entfernung von der Mittellinie, an der die Klopfgeräusche gerade noch richtig nach links oder rechts zugeordnet werden können
Auswertung:
Bei einer Richtungsschwelle von 3 - 5° liegt das zeitliche Auflösungsvermögen in der Größenordnung von 10-5 Sekunden!
Entfernung der Schallquelle
- frequenzabhängige Dämpfung des Luftschallspektrums (Beispiele: naher Blitzeinschlag, ferner Donner; Blasmusikkapelle)
Lärm - Hörstörungen
Was ist Lärm?
Jede Art von Schall (Ton, Klang, Geräusch oder Knall), der vom Menschen als störend, belästigend, unangenehm empfunden wird, der ihn erschreckt und seine Gesundheit gefährdet oder schädigt.
Maßeinheiten von Schall und Lärm
Schallintensität: Der Bereich der Wahrnehmung reicht von 10-12 Watt / m2 (Wahrnehmungsschwelle bei 1 kHz) bis 1 Watt / m2, am Ohr gemessen - über 12 Zehnerpotenzen! - eine logarithmische Skala ist deshalb günstiger
Schalldruckpegel - Dezibel-Skala - ein Maß für große Zahlen
Man gibt nicht die absolute Größe der Schallintensität an, sonder bezieht die jeweiligen Schallintensitäten I auf die Intensitäten der Hörschwelle I0, d.h. man gibt das Verhältnis der Schallintensitäten I / I0 an. Die kleinste noch hörbare Änderung des Schalldruckpegels beträgt ca. 1 dB (Dezibel = 1 /10 Bel).
Es gelten die Rechenregeln für Logarithmen. Beispiel: 2 Radios mit 60 dB ergeben 63 dB. 10 Radios mit je 60 dB ergeben 70 dB. Wir empfinden eine Erhöhung um 10 dB nur als Verdopplung der subjektiven Lautheitseindrucks.
Unterscheidung zwischen physikalischer Schallstärke und subjektiver Lautstärke-Empfindung
Kurven gleicher Lautstärke im Schalldruckpegel - Frequenz - Diagramm:
Phon-Skala der Lautstärkeempfindung
Wie kann man z.B. den Lärm aus einer Diskothek mit dem Motorengeräusch eines Flugzeugs vergleichen? Umweg über Vergleich mit einem 1000 Hz-Vergleichston
Die Lautstärke eines beliebigen Geräusches in Phon ist gleich dem Zahlenwert eines physikalisch gemessenen Schallpegels eines gleich laut empfundenen Tones von 1000 Hz in dB.
Messung von Schall mit dem Schallpegelmesser - A-Filter => dB(A)
Wirkung von Lärm - Gehörschädigung über 90 dB - Schlafstörungen - Kreislaufbelastung, Stress
Lärmschutz-Maßnahmen
Drehsinn und Lagesinn
Notwendigkeit der Unterscheidung von Eigen- und Fremdbewegungen - wenn der Kopf schräg gehalten wird, erscheint das Bild trotzdem waagrecht
Versuch: Nachweis des Nystagmus
Versuche am Labyrinth-Modell (Trägheit der Flüssigkeit - Abbiegen der Sinneshaare - Drehschwindel)
Die Bogengänge sind nach den drei Richtungen des Raumes orientiert:
- funktioniert auch unter Wasser - Reisekrankheit, Seekrankheit bei Omnibusfahrten und Seereisen - im schwerelosen Zustand? (Raumfahrt) - Evolution - Krebs: Statocyste mit freiem Statolithen (Versuch mit Eisenpulver) - endogene Reizerzeugung
Haut als Sinnesorgan
Grundlagen der Regelungstechnik
Beispiele für Phänomene der Regelung und Steuerung aus dem Alltag: - Auto fahren - Zentralheizung - Klimaanlage - Zusammenhang zwischen Preis, Angebot und Nachfrage - Börsenkurse - Körpertemperatur, Atmung, Blutzuckerspiegel, Pupille
Kausalkette - Einbahnstraße - Steuerung
Kausalkreis mit negativer Rückkoppelung - Regelung
Negative Rückkoppelung: Am Ausgang wird ein Teil der Information abgezweigt und nach Umpolung und Verstärkung dem Eingang wieder zugeführt.
Beispiele für positive ("circulus vitiosus") und negative Rückkoppelung
Temperatur-Regelkreis
Technische Regelkreise (Heizung, Kühlschrank, Wasserstand, Klimaanlage usw.)
Allgemeines Schaltschema eines Regelkreises:
Dynamische Eigenschaften von Regelkreisen: Totzeit, Verstärkung
Anwendung auf die Temperaturregelung des Körpers:
Fieber - Sollwertverstellung im Temperaturregelkreis Reaktionen des Organismus bei Beginn und beim Abklingen des Fiebers deuten
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