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1 Stoffe und Reaktionen 10h

        1.1 Grundfragen und Aufgaben der Chemie

        1.2 Gemische und Reinstoffe

                1.2.1 homogene und heterogene Gemische

                1.2.2 einfache Trennverfahren zur Gewinnung von Reinstoffen  

                        Übung: Organisatorisches, Sicherheitsrichtlinien

                        Übung: Reinigung von Steinsalz

                        Übung: Destillation

                        Übung: Chromatographie

                1.2.3 Kenneigenschaften von Reinstoffen

        1.3 Chemische Reaktion

                1.3.1 Zersetzung (Analyse), Aufbau (Synthese), Umsetzung

                1.3.2 Verbindung und Element  

                        Übung: Reaktion von Eisen mit Schwefel

                        Übung: Reaktion von Zink mit Iod

                1.3.3 Energiebeteiligung

                        Übung: Chemische Reaktion und Energie, Katalyse

Bedeutung, Grundfragen und Aufgaben der Chemie

Literatur elemente chemie (Klett) S.5
Medien Mikroprozessor - Silicium-Stab - Quarzsand, Kohle - Pillen - Lichtleitkabel - Erdöl - Folie: Chemiebetrieb - Fachzeitschrift (z.B. Chemical Abstracts)
Geräte
Chemikalien

Die Chemie wirkt in alle Lebensbereiche

Beispiele:  Kunststoffe, Farbstoffe, Arzneimittel, Waschmittel, Metalle, Glas, Keramik, Treibstoffe, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel

 Chemie als Wirtschaftsfaktor (ca. 500000 Beschäftigte)

Die Chemie ist auf vielfache Weise mit den Menschheitsproblemen verknüpft, trägt aber auch wesentlich zur Lösung zukünftiger Probleme bei, z.B.:

  • Bevölkerungsexplosion

  • Rohstoffverknappung

  • Ernährungsproblem

  • Umweltverschmutzung

Zukunftsweisende Aspekte der Chemie:

  • Recycling-Technologien

  • Neue Werkstoffe

  • Bio- und Gentechnologie

  • Mikroelektronik (Silicium)

Was ist Chemie?

Chemie ist die Wissenschaft von den Stoffen, ihrem inneren Bau, ihrem Auf-, Ab- und Umbau.

Gliederung der Chemie: 

Reine Chemie

Angewandte Chemie

Anorganische Chemie

Technische Chemie

Organische Chemie

Lebensmittelchemie

Physikalische Chemie

Pharmazeutische Chemie

Analytische Chemie

Kernchemie

Biochemie

 

 Wissensexplosion! (Bedeutung des Englischen)

Chemie als experimentelle Wissenschaft - 2 Ebenen: -    experimentell gewonnene Fakten - Theorien zur Erklärung

 

Stoffgemische und Reinstoffe

Unterscheidung von Stoffen - Stoffeigenschaften

Literatur Elemente Chemie (Klett) S. 8-9
Medien Gegenstände (Kugeln usw.)
Geräte Leitfähigkeitsprüfgerät, Thermometer
Chemikalien Ammoniaklösung, Benzaldehyd, Naphthalin (in Rggl.), Alkohol, Eisennagel, Kupferdraht, Schwefel, Kohlepulver, Kochsalzlösung, Zuckerlösung, Benzin,  Kochsalz, Traubenzucker, Zirkonia, Diamant, Graphit, Gips

 Gegenüberstellung von gleichen Gegenständen aus verschiedenen Materialien (z.B. Kugeln) und verschiedenen Gegenständen aus dem gleichen Stoff.

Ein Stoff ist charakterisiert durch seine spezifischen Eigenschaften, z.B. Farbe, Geruch, Härte, Schmelzpunkt, Siedepunkt, Löslichkeit, elektrische Leitfähigkeit, Dichte, Brechungsvermögen, Oberflächenglanz, Kristallform, Verformbarkeit usw.

 Versuche und Demonstrationen 

Schmelzpunkt (Naphthalin 81°C, Eis 0°C)

Siedepunkt (Alkohol 78°C, Wasser 100°C)

elektrische Leitfähigkeit (Wasser, Zuckerlösung, Kochsalzlösung, Eisen, Kupfer, Schwefel)

Geruch (Ammoniaklösung, Benzaldehyd) - Demonstration des "chemisch Riechens"

Löslichkeit (Kochsalz, Traubenzucker, Kohlenstoff in Wasser, Alkohol und Benzin mit tabellarischer Protokollierung der Ergebnisse:

  Wasser Alkohol Benzin
Kochsalz +++ - -
Traubenzucker +++ ++ -
Kohlenstoff - - -

Brechungsvermögen (Diamant, Zirkonia)

Härte (Beispiele: Diamant, Graphit, Talk)

Mohssche Härteskala: Ritzhärte 

Härte  
1 Talk
2 Gips
3 Calcit
4 Fluorit
5 Apatit
6 Orthoklas
7 Quarz
8 Topas
9 Korund
10 Diamant

homogene und heterogene Stoffgemische

In der Praxis treten meist Stoffgemische auf.

Beispiele: Granit, Meerwasser

homogene Stoffgemische: einheitliches Aussehen

- Beispiel: Kochsalzlösung

heterogene Stoffgemische: verschiedene Bestandteile (Phasen) lassen sich unterscheiden.

Beispiel: Granit (Feldspat, Quarz, Glimmer)

Die homogenen Anteile eines heterogenen Gemisches bezeichnet man als Phasen

(Granit besteht demnach aus drei festen Phasen)

Aggregatzustände

(Phasen)

fest

flüssig

gasförmig

fest in

(festes)

Gemenge

homogen: Lösung

(Destillation)

 

heterogen: Suspension

(Filtration)

Rauch,

Staub

flüssig in

Gel

homogen: Lösung

Destillation

 

heterogen: Emulsion

(Scheidetrichter)

Nebel

gasförmig in

poröses

Material

homogen: Lösung

 

heterogen: Schaum

Gasgemisch

 

 

 

Trennung von Stoffgemischen - Gewinnung von Reinstoffen

Anwendung von Trennverfahren, z.B. bei der Erdölverarbeitung, Trinkwasseraufbereitung

Filtration (Trennung von Suspensionen)

Versuch: Trennung eines Gemisches aus Kochsalz und Kohlenstoff

 

Unterschiedliche Stoffeigenschaften (hier: Löslichkeit) ermöglichen die Trennung

Rückgewinnung des Kochsalzes durch Verdunstenlassen des Wassers oder durch Eindampfen

 andere Möglichkeiten: Sedimentation, Zentrifugieren, Dekantieren

 

Scheidetrichter (Trennung von Emulsionen)

Destillation (Trennung von Lösungen)

 

Destillieren: Verdampfen und nachfolgendes Kondensieren

 

Versuch: Destillation eines Gemisches aus Wasser, Kochsalz, Kaliumpermanganat

 

 

Chemische Reaktion

Abgrenzung der chemischen Reaktion vom physikalischen Vorgang

Literatur elemente chemie (Klett) 
Medien  
Geräte
Chemikalien Kupferblech Magnesiumband Naphthalin Kupfersulfat

Versuche: Beobachtungen beim Erhitzen von Substanzen

a) Kupferblech in die Flamme halten -> Bildung eines schwarzen, blättrigen Überzuges

b) Magnesiumband in der Flamme -> verbrennt unter heller Lichterscheinung

c) Naphthalin erwärmen -> schmilzt und erstarrt wieder

d) Kupfersulfat erhitzen -> eine farblose Flüssigkeit entweicht (Wasser) und es bleibt ein weißer, fester Rückstand, der bei Zugabe von Wasser unter Erwärmung wieder blaues Kupfersulfat ergibt.

- Hinweis auf die Möglichkeit der Energiespeicherung! eigene Untersuchungen? - Sonnenenergienutzung?

Sind das alles chemische Vorgänge?

Vorgänge, bei denen sich nur der Zustand eines Stoffes ändert, nennt man physikalische Vorgänge (z.B. Aggregatzustandsänderungen, Lösung, Kristallisation)

 

Bei chemischen Vorgängen treten bleibende  Stoffänderungen ein. Die neu entstandenen Stoffe besitzen andere Eigenschaften als die Ausgangsstoffe.

 

Aufgaben

Entscheide, ob es sich bei den folgenden Beispielen um chemische Vorgänge handelt und begründe Deine Entscheidung genau!

a) Löschen von Tinte mit Tintentod

b) "Brennen" von Keramik (Ton)

c) Verdampfen von Wasser

d) Milch wird bei längerer Aufbewahrung sauer

e) Rosten von Eisen

f) Lösen von Zucker in Tee

g) Nebelbildung im Herbst

h) Brennen einer Kerze

i) Leuchten einer Glühbirne

j) Sublimieren von Iod

k) Entzünden eines Streichholzes

 

Reaktion von Kupfer mit Sauerstoff, quantitativ

Literatur  
Medien  
Geräte Kolbenprober-Apparatur lt. Skizze
Chemikalien Kupfer-Pulver,  Sauerstoff

Problemstellung: Wie lässt sich die Veränderung des Kupfers beim Erhitzen an der Luft erklären? (Analogie: Rosten von Eisen)

Sammlung von Deutungsversuchen für die Veränderungen beim Erhitzen von Kupferblech an der Luft (Massenzunahme oder Massenabnahme?)

Hypothese: Kupfer verbindet sich mit Sauerstoff zu einem neuen Stoff.

- die Reaktion sollte mit reinem Sauerstoff statt mit Luft noch leichter ablaufen, dagegen nicht in Stickstoff (Kupfer müsste blank bleiben)

- Sauerstoff müsste verbraucht werden

Überprüfung dieser Hypothese durch ein Experiment:

Erhitzen von Kupferpulver mit Sauerstoff in einem abgeschlossenen Volumen

Beobachtungen:

Reaktion unter Aufglühen - Bildung eines schwarzen Pulvers

Volumenabnahme um 22 cm3

Massenzunahme des Schiffchens um 33 mg 

Entspricht die beobachtete Massenzunahme am Kupfer einer gleichgroßen Massenabnahme beim Sauerstoff?

Dichte (Sauerstoff) = 1,33 g/l (bei 20°C)

Berechnung der Masse von 22 cm3 Sauerstoff (20°C)

[Ergebnis: 29,3 mg]

Deutung:

Bei der Reaktion von Kupfer mit Sauerstoff ist eine Verbindung von Kupfer mit Sauerstoff entstanden: Kupferoxid 

 

 

Grundtypen chemischer Reaktionen: Zerlegung (Analyse), Aufbau (Synthese) und Umsetzung

Lehrplan
Literatur elemente chemie (Klett) 
Medien  
Geräte
Chemikalien  Silberoxid Glimmspan

Rückblick auf die bisher kennen gelernten Reaktionen: Verbrennungsvorgänge, Eisen+Schwefel, Elektrolyse des Wassers - Versuch einer Typisierung

Wasserstoff  +  Sauerstoff  ------->  Wasser

Kupfer  +  Sauerstoff  -------->  Kupferoxid

Magnesium  +  Sauerstoff  --------> Magnesiumoxid

Eisen  +  Schwefel  --------->  Eisensulfid

Kupfer  +  Schwefel  --------->  Kupfersulfid

 

allgemein:  A  +  B  ------>  AB

Synthese: Aufbau einer Verbindung, z.B. durch Vereinigung zweier Elemente

 

                Elektrolyse

Wasser  --------------->  Wasserstoff  +  Sauerstoff

Versuch: Erhitzen von Silberoxid, Nachweis des entstehenden Sauerstoffs durch die Glimmspanprobe, Silber wird am Metallglanz erkannt.

Silberoxid  -------------->  Silber  +  Sauerstoff

Hinweis, dass diese Reaktion nicht verallgemeinerungsfähig ist (Edelmetall)

 

allgemein:   AB  -------->  A  +  B

Analyse: Zerlegung einer Verbindung, z.B. in die Elemente, aus denen sie entstanden ist.

 

viele Reaktionen laufen komplizierter:

Versuch: Reaktion von Magnesium mit Wasserdampf

Wie wird die Reaktion voraussichtlich ablaufen? Prüfung durch das Experiment:

Magnesium  +  Wasser  -------->  Magnesiumoxid  +  Wasserstoff

 

allgemein:  AB  +  C  -------->  AC  +  B

Umsetzung: Kopplung von Analyse und Synthese

 

Verbindungen und Elemente

Versuch: Elektrolyse des Wassers

 

Reinstoffe, die noch in andere Stoffe zerlegt werden können, sind chemische Verbindungen. Reinstoffe, die nicht mehr weiter zerlegt werden können, sind chemische Elemente.

 

 

 

Das Element Wasserstoff

Literatur elemente chemie (Klett) 9 S. 27
Medien  
Geräte Luftballon, Draht (Phosphorlöffel), Glaswanne, 2 Standzylinder 100 ml +Deckel, 1 l-Rundkolben, Lötrohr
Chemikalien Wasserstoff, Sauerstoff

Vorkommen: Wasser, Kohlenwasserstoffe (z.B. Benzin), häufigstes Element im Weltall (die Sonne besteht überwiegend aus Wasserstoff und Helium). Von 1000 Atomen im Universum sind 999 Atome entweder Wasserstoff oder Helium. Aus der Uratmosphäre sind die leichtesten Elemente entwichen.

 

Physikalische Eigenschaften:

- farb- und geruchloses Gas, Siedepunkt. -253 °C = 20 K, sehr niedrig!

- Wasserstoff ist der leichteste aller Stoffe: Dichte 0,09 g/l   (bei 0°C und 1,013 bar) 

Versuch: Luftballon steigt

 

Chemische Eigenschaften:

- Wasserstoff ist selbst brennbar, unterhält jedoch die Verbrennung nicht.

 

Wasserstoff  +  Sauerstoff  ->  Wasser

                                                                        Energie wird frei (exotherm)

Deutung von Wasser als Oxid des Wasserstoffs

 

Versuch: Wassersynthese

Zündung eines Gemisches aus Wasserstoff und Sauerstoff

im Volumenverhältnis 2:1 (= Knallgas) mit einem glühenden Draht: Knallgasexplosion

 

Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Wasserstoff (Knallgasprobe!)

 

Luftschiff Hindenburg 1937 - Space Shuttle

 

Mischung von Wasserstoff und Sauerstoff im Schweißbrenner (bis 3000 °C)

Verwendungsmöglichkeiten:

  • Reduktionsmittel

  • Synthesen, z.B. CO + 2 H2 -> CH3-OH (Methanol)

  • Treibstoff (Raketen)

  • Schweißbrenner

  • Brennstoffzelle

 

Übung: Organisatorisches, Sicherheitsrichtlinien 

Literatur
Medien Merkblatt zur Sicherheit (Klassensatz) -Sitzplan CÜ
Geräte
Chemikalien

- Gruppeneinteilung

- Gerätestandorte zeigen

- Aufräumen organisieren

- Gefahrenhinweise (Merkblatt besprechen, Disziplin)

- Protokollführung

- Umgang mit Bunsenbrenner und Gas

 

Richtlinien zur Sicherheit für chemische Übungen

(Auszug aus KMBek Nr.II/8-8/119138 im KMBl I Nr.20/1986, S.401)

1. Beschädigte Geräte sind vom Schüler, der den Schaden bemerkt, sofort zu melden.

2. Die Chemie-Fachräume dürfen ohne Aufsicht des Lehrers nicht betreten werden.

3. Es wird nachdrücklich davor gewarnt, gefährliche Experimente zu Hause nachzuvollziehen.

4. Jeder Schüler informiert sich über Lage und Bedienung des elektrischen Not-Aus-Schalters und des zentralen Gas-Haupt-Hahnes.

5. Jeder Schüler informiert sich über Fluchtwege und vorhandene Löscheinrichtungen.

6. Ohne Aufforderung durch den Lehrer dürfen Geräte, Maschinen, Schaltungen und Chemikalien in der Regel nicht berührt werden.

7. Schüler dürfen in der Schule in der Regel nur unter Anleitung und Verantwortung des Lehrers Versuche durchführen.

8. Bei Versuchen, bei denen Augenverletzungen auftreten können, ist eine Schutzbrille zu tragen.

9. Pipettieren mit dem Mund ist verboten.

10. Vor dem Einführen von Thermometern, Glasröhren, Glasstäben u.a. in durchbohrte Stopfen und Schläuche grundsätzlich ein Gleitmittel (Glycerin) und einen Handschutz (Lappen, Tuch oder Handschuhe) gegen mögliche Verletzungen bei Glasbruch benutzen.

11. Stopfenbohrungen und Schlauchdurchmesser auf Durchmesser der einzuführenden Teile abstimmen.

12. Auf ausreichende Standfestigkeit von Stativfüßen und Stativplatten achten (Kippgefahr). Alle Schraubverbindungen am Stativgerät sorgfältig ausführen.

13. Bei Auftreten von Gasgeruch Haupthahn schließen und Fenster öffnen, erst dann nach der Ursache suchen. Keine Zündquelle, auch keinen elektrischen Schalter betätigen.

14. Beim Erhitzen von Flüssigkeiten zur Vermeidung von Siedeverzug Siedesteine benutzen.

15. Beim Erhitzen von Stoffen im Reagenzglas dieses ständig schütteln. Öffnung nicht auf Personen richten.

16. Versuche mit leicht entzündlichen Flüssigkeiten nicht in der Nähe offener Flammen oder nicht explosionsgeschützter Geräte und Anlagen durchführen.

17. Bei Versuchen mit offenen Flammen auf Brandgefahr achten.

18. Gefährliche Stoffe nicht herumreichen, Geschmacksproben und Einwirkung auf die Haut unterlassen. Bei Geruchsproben Gase und Dämpfe vorsichtig zufächeln.

19. Konzentrierte Säuren und Laugen beim Verdünnen immer in Wasser gießen, nicht umgekehrt. Schutzbrille tragen.

 

 

Übung: Reinigung von Steinsalz

Literatur
Medien  - große Steinsalzbrocken - Steinsalzwürfel
Geräte

Bunsenbrenner - Becherglas 100 ml - Dreifuß mit Drahtnetz - Reibschale mit Pistill - Trichter, Filterpapier

Chemikalien  Steinsalz (Viehsalz), grob zerkleinert; man kann auch zusätzlich etwas Ziegelmehl als Verunreinigung hinzu geben

Problemstellung: Steinsalz ist vielfach mit Sand, Ton, Eisenoxiden verunreinigt. Daraus soll reines, farbloses Kochsalz gewonnen werden.

Lösungsvorschläge?

1. Lösen in Wasser

Zur Beschleunigung der Auflösung das Steinsalz vorher im Mörser zerkleinern - Wasser zugeben - Kochsalz löst sich, Sand, Ton und Eisenminerale bleiben ungelöst - Suspension - Trennung?

2. Filtration

- Zusammenlegen des Filtrierpapieres erklären!

Die unlöslichen Bestandteile bleiben im Filter als Rückstand, das Filtrat ist Kochsalzlösung.

Enthält die Lösung nur noch reines Kochsalz? Welche Art von Verunreinigung wäre noch denkbar?

3. Eindampfen

Ein Teil der Kochsalzlösung wird in einem Reagenzglas über der Bunsenflamme eingedampft.

(Reagenzglas mit Klammer halten; ständig schütteln, um Siedeverzug zu vermeiden; Mündung nicht auf Personen richten; Gegen Ende vorsichtig erhitzen!)

Nach dem Verdampfen des Wassers bleibt reines, farbloses Kochsalz übrig.

 

Übung: Chromatographie 

Literatur Daecke: Chromatographie - Schwedt:Farbstoffen auf der Spur - Engler: PC,DC u. EL im naturwiss. Unterricht - NIUP/C Heft 43 1989: Das Phänomen Adsorption
Medien  
Geräte

10 PC-Kammern - 10 C-Papiere - versch. Filzstifte und Tinten

Chemikalien  Kieselgel - Methylenblau-Lösung - Iod-Lösung - Benzin - Laufmittel: Isopropanol/Wasser 3:1

Hintergrundwissen

Chromatographie ist eine physikalisch-chemische Trennmethode zur Trennung flüssiger und gasförmiger Stoffgemische.

Dabei wird das Gemisch mit Hilfe einer Flüssigkeit oder eines Gases - der beweglichen oder mobilen Phase - an einem festen oder flüssigen Stoff von großer Oberfläche - der stationären Phase - vorbeigeführt. Die einzelnen Substanzen werden von der stationären Phase in unterschiedlichem Ausmaß zurückgehalten aufgrund folgender Prinzipien:

1. Adsorption

Versuche:

- Adsorption von Methylenblau an Kieselgel

(Kieselgel mit Methylenblaulösung schütteln, absetzen lassen)

Ergebnis: Kieselgel fängt anscheinend den Farbstoff aus der Lösung heraus.

- Adsorption von Brom durch Kohle

(In einen Rundkolben mit Bromdämpfen wird Holzkohlepulver gegeben und geschüttelt)

Ergebnis: Entfärbung - Der Bromdampf wurde an die Kohle adsorbiert - vergl. Gasmaskenfilter.

Bei der Adsorption werden Gase oder gelöste Stoffe auf der Oberfläche eines Feststoffes festgehalten.

Je größer die Oberfläche des Adsorptionsmittels, desto größer die adsorbierbare Stoffmenge.

Die Adsorption ist spezifisch, d.h. ein Adsorptionsmittel bindet verschiedene Stoffe unterschiedlich stark.

Versuch:

Aus Rundfilter drei Tropfen Farbstofflösung von Methylenblau, Eosin und Methylorange eintrocknen lassen, dann auf die Mitte jedes Farbflecks etwas Wasser geben.

Ergebnis?

Auf der unterschiedlichen Adsorption verschiedener Stoffe kann man somit ein Trennverfahren aufbauen.

Vergleich: Fluss - Ufer - Schwimmer  

2. Verteilung:

Bei der Verteilung zwischen zwei Phasen spielt die unterschiedliche Löslichkeit eines Stoffes in zwei Lösungsmitteln eine Rolle.

Versuch: Verteilung von Iod zwischen Wasser und Benzin (Projektionsaufsatz)

Ergebnis: der gelöste Stoff verteilt sich auf die beiden Lösungsmittel.

Anwendung bei der Chromatographie

Durch die Summierung vieler Einzelschritte können noch Substanzen getrennt werden, die sich in ihren Lösungseigenschaften nur geringfügig unterscheiden.

Methoden:

- Papierchromatographie PC (Streifen- Zylinder- Rundfiltermethode; aufsteigend, absteigend, ein- oder zweidimensional)

- Dünnschichtchromatographie DC (meist Kieselgel oder Cellulose auf Alu oder Plastikfolie)

- Säulenchromatographie (heute meist HPLC)

Durch Variation des Trägermaterials und der mobilen Phase gibt es kaum ein Stoffgemisch, das nicht chromatographisch getrennt werden kann.

Zur Auswertung: 

Rf =  (Wanderungsstrecke der Substanz) /  (Wanderungsstrecke des Laufmittels) 

Maximalwert: 1 (Abhängigkeit vom Laufmittel)

Versuch:

1. Vorbereitung des C-Papiers bzw. der DC-Platte (mit Bleistift!)

2. Auftragen der Substanzen: Mit einer Kapillarpipette werden auf der Startlinie (1,5 cm vom unteren Rand, 1 cm vom seitlichen Rand entfernt) in Abständen von 1 cm (Papier) bzw. 0,5 cm (DC-Platte), die Proben augetragen. Die Flecken sollen möglichst klein gehalten werden. Das erreicht man durch portionsweises Auftragen, wobei man zwischendurch die Flecke im Luftstrom trocknet.

3. Entwickeln: Das Papier wird zu einem Zylinder gerollt und in dieser Lage festgeklammert, ohne daß sich die Ränder berühren.

Das so vorbereitete Chromatogramm stellt man, ebenso wie die DC-Platten in eine vorbereitete Kammer (ca. 0,5 cm hoch mit Laufmittel gefüllt, Kammeratmosphäre gesättigt mit Laufmitteldämpfen). Das fertige Chromatogramm wird herausgenommen und nach markieren der Frontlinie getrocknet.

4. Bestimmung der Rf-Werte der Substanzflecke und Identifizierung der Substanzen durch Co-Chromatographie, Vergleich mit Literaturergebnissen.

 

 

 

Übung: Reaktion von Eisen mit Schwefel

Literatur  
Medien  
Geräte Waage, Gewichtssatz, Brenner, Becherglas mit Wasser, Mörser mit Pistill
Chemikalien  Eisenpulver, Schwefelpulver

Durchführung: 5,6 g Eisenpulver und 3,2 g Schwefelpulver werden abgewogen und in einer Reibschale gut gemischt.

Das Gemenge füllt man in ein trockenes Rggl. und erhitzt es oben (!) mit dem Brenner. Nach dem Einsetzen der Reaktion wird das Rggl. zur Sicherheit über eine Porzellanschale gehalten.

Wenn die Reaktion abgeklungen und das Rggl. halbwegs abgekühlt ist, zerstößt man das Rggl. in einem Becherglas mit kaltem Wasser, damit das Reaktionsprodukt freigesetzt wird.

Beobachtung: Das Reaktionsgemisch glüht unter starker Wärmeentwicklung vollständig durch. Nach dem Abkühlen bleibt eine graubraune, feste Masse.

Erklärung: Eisen reagiert mit Schwefel zu einer chemischen Verbindung:

Eisen  +  Schwefel  ->  Eisensulfid

Hinweis auf Schwefelwasserstoffentwicklung mit Säuren (-> neue Eigenschaften)

Lehrerversuch: Eine kleine Probe wird mit verd. Salzsäure versetzt: Gasentwicklung und Geruch nach faulen Eiern (Abzug!)

 

Übung: Reaktion von Zink mit Iod

Literatur  
Medien  
Geräte  Rggl trocken, Brenner, Trichter mit Filterpapier
Chemikalien   Zinkpulver, Iodpulver, Stärkelösung

1. Versuch: Reaktion von Zink mit Iod

Durchführung: Eine Sp. Iod wird mit der gleichen Menge Zinkpulver gemischt. Aus einer Pipette läßt man vorsichtig tropfenweise Wasser zulaufen.

Beobachtung: Reaktion unter starker Wärmeentwicklung, schließlich Verschwinden der Iodfarbe. Nach Eindampfen des Filtrats (im Rggl. unter ständigem, intensivem Schütteln!) bleibt ein weißer (farbloser), salzartiger Rückstand.

Erklärung:

Zink  +  Iod  ->  Zinkiodid (Salz)

Das so hergestellte Zinkiodid wird im weiteren Unterricht für den Elektrolyseversuch verwendet.

 

2. Versuch: Sublimation von Iod

Durchführung: Ein Körnchen Iod wird in einem Rggl. vorsichtig erhitzt.

Beobachtung: Violette Dämpfe; an den kälteren Stellen bildet sich ein Belag von kristallisiertem Iod.

 

3. Versuch: Nachweis von Iod mit Stärkelösung

Durchführung: Rggl. mit wenig Iod aus Versuch 2 mit Wasser versetzen (Löslichkeit von Iod in Wasser? Iodtinktur?), Zugabe von Stärkelösung.

Beobachtung: Intensive Blaufärbung

 

1.3.3 Beteiligung von Energie an chemischen Reaktionen

Lehrplan

exotherme und endotherme Reaktionen, Aktivierungsenergie, Energieformen (-> Ph9 Energieerhaltung, B9 Energiehaushalt der Zelle)

Literatur
Medien
Geräte
Chemikalien

Versuch: Verbrennung von Magnesium als Beispiel für eine exotherme Reaktion

? Welche energetischen Erscheinungen waren mit den bisher im Unterricht durchgeführten chemischen Reaktionen verknüpft?

(Verbrennung von Magnesium, Magnesium mit Wasserdampf, Elektrolyse von Wasser, Erhitzen von Kupfersulfat, Eisen mit Schwefel)

 

Alle chemischen Reaktionen sind von Energieänderungen begleitet.

exothermer Vorgang: Energie wird frei

endothermer Vorgang: Energie muss dauernd zugeführt werden

Beispiele!

Die bei der Bildung einer bestimmten Portion einer Verbindung aus den Elementen freiwerdende Energie muss bei der Zerlegung dieser Verbindungsportion in die Elemente wieder aufgewendet werden.

Weitere Energieformen, die bei chemischen Reaktionen auftreten können:

- Lichtenergie (z.B. Glühwürmchen) [Versuch: Luminol-Reaktion]

- mechanische Energie (z.B. Verbrennungsmotor, Dynamit, Gasentwicklung?)

- elektrische Energie [Versuch: Kartoffelbatterie, Bleiakku laden und entladen]

Versuche:

Reaktion von Zink mit Iod zu Zinkiodid und anschließende Elektrolyse - Motor

 

 

Viele exotherme Reaktionen müssen durch anfängliche Energiezufuhr gestartet werden (Aktivierungsenergie!)

 

Begriffe stabiler, instabiler, metastabiler Zustand erklären (Kugelmodell)

metastabiler Zustand der Kohlenstoffverbindungen! (Waldbrand)

Kinetische Deutung: Analogie Zündhölzer und Schachtel

Modellversuch: Saugheber zur Veranschaulichung der Aktivierungsenergie

Beispiele!

Katalysatorwirkung: Herabsetzung der Aktivierungsenergie

Aufgaben:

Magnesium kann auf zwei Wegen hergestellt werden: durch Verbrennung von Magnesium in Sauerstoff und durch Reaktion von Magnesium mit Wasserdampf. Welcher der beiden Vorgänge ist stärker exotherm? (zur Begründung Energiediagramme verwenden!)

Definiere die Begriffe exotherm und endotherm und gib dazu jeweils zwei chemische Reaktionen als Beispiele an (Wortgleichung mit Ausgangsstoffen und Produkten angeben)!

Skizziere ein Energieprofil für die Reaktion von Kohlenstoff mit Sauerstoff unter Einbeziehung der Aktivierungsenergie (mit genauer Beschriftung)!

Erkläre die Wirkung eines Katalysators!

Zinkiodidlösung wird mit Kohleelektroden elektrolysiert.

a) Welche Beobachtungen werden dabei gemacht?

b) Welcher chemische Vorgang wird durch diesen Elektrolysevorgang bewirkt (nur Reaktionsgleichung in Worten)? 

c) Warum lässt sich dieses System nicht wie ein beliebig oft wiederaufladbarer Akkumulator als Stromquelle nutzen?

 

Wasserstoffperoxid zerfällt in exothermer Reaktion in Sauerstoff und Wasser. Skizziere den Reaktionsverlauf für die nicht katalysierte und für die katalysierte Reaktion (gestrichelt) in einem genau beschrifteten Energiediagramm.

 

Kann ein endothermer Vorgang durch einen geeigneten Katalysator zu einem exothermen Vorgang werden? (mit Begründung!)

Übung: Chemische Reaktion und Energie, Katalyse

 

 

1. Versuch: Verbrennung von Magnesiumband

Durchführung: Streifen Magnesiumband mit der Tiegelzange fassen, an der Bunsenflamme entzünden und über eine feuerfeste Unterlage halten (nicht direkt in das Licht sehen!)

Beobachtung: Magnesium verbrennt mit blendend hellem Licht zu einem weißen pulverigen Rückstand.

Erklärung: Magnesium verbindet sich in exothermer Reaktion mit Sauerstoff zu Magnesiumoxid:

 

Magnesium  +  Sauerstoff  --------->  Magnesiumoxid

 

2. Versuch: Verhalten von Kupfersulfat beim Erhitzen

Durchführung: blaues Kupfersulfat im waagrecht gehaltenen Reagenzglas (Klammer!) vorsichtig erhitzen, dabei jede Überhitzung, die sich durch eine bräunliche Verfärbung zu erkennen gibt, vermeiden.

Nach Abkühlung gibt man tropfenweise Wasser zu, bis das Reaktionsprodukt vollständig durchtränkt ist.

Beobachtung: Das Kupfersulfat färbt sich weiß, gleichzeitig entweicht eine farb- und geruchlose Flüssigkeit.

Nach Wasserzugabe tritt unter Wärmeentwicklung erneut Blaufärbung auf.

Erklärung:

                           endotherm

   Kupfersulfat          ------------>  Kupfersulfat  +  Wasser

kristallwasserhaltig     <------------   wasserfrei

                           exotherm

Speicherung von Energie?

 

3. Versuch: Reaktion von Wasserstoffperoxid mit Braunstein

Durchführung: 3%-ige Wasserstoffperoxidlösung (3 ml) wird mit einer Sp. Braunstein versetzt. Glimmspanprobe

Beobachtungen:

- Gasentwicklung - Erwärmung - Glimmspanprobe positiv

- Braunstein geht aus der Reaktion unverändert hervor

Erklärung:

Sauerstoffentwicklung, Braunstein wirkt als Katalysator

 

Ein Katalysator beschleunigt eine chemische Reaktion, ohne dabei selbst verbraucht zu werden.

 

Wasserstoffperoxid  --------->  Sauerstoff  +  Wasser