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3 Grundlegende Stoffwechselvorgänge in Lebewesen
3.1
Energiebindung und Stoffaufbau durch Photosynthese 3.1.1 Bau und
zelluläre Struktur des Assimilationsgewebes 3.1.2 Einfluss
von Außenfaktoren 3.1.3 Licht-
und Dunkelreaktionen 3.1.4
Bedeutung der Photosynthese 3.2 Stoffabbau
und Energiefreisetzung 3.2.1
anaerober, Abbau durch Gärung 3.2.2 aerober
Abbau durch biologische Oxidation
3.1 Energiebindung und Stoffaufbau durch PhotosyntheseGeschichtlicher
Rückblick: Helmonts
Versuch (1640) - woher kommt die Pflanze? Priestley
(1770): Luft, die in einem geschlossenen Glasgefäß durch eine brennende Kerze
„schlecht“ geworden war, wurde durch die Anwesenheit von Pflanzen
wiederhergestellt, so dass auch Tiere darin atmen konnten. Senebier
(1782) erkannte die Bedeutung des Kohlenstoffdioxids Fischer
(1939) Strukturaufklärung des Chlorophylls
Versuche zum Nachweis der an der Photosynthese beteiligten Stoffe -
Wasserpflanzen - Indigocarmin/Dithionit -
Nachweis der Stärkebildung am Licht: Schablonenversuch 6
CO2 + 12 H2O -> C6H12O6
+ 6 O2 + 6 H2O DH
= +2800 kJ Definitionen: Autotrophie:
Produktion körpereigener organischer Verbindungen aus anorganischen Substanzen
mit Hilfe zugeführter Energie Photosynthese:
Umwandlung der energiearmen anorganischen Moleküle CO2 und H2O zu
energiereichen Kohlenhydraten und Sauerstoff mit Hilfe von Lichtenergie
3.1.1 Bau und zelluläre Struktur des Assimilationsgewebes
[siehe Abbildungen in den Lehrbüchern]
3.1.2 Einfluss von Außenfaktoren
Ausgangspunkt: Bruttogleichung der Photosynthese: 6 CO2 + 12 H2O -> C6H12O6 + 6 O2 + 6 H2O DH=+2800 kJ Voraussetzungen:
Vorteil der Photosynthese gegenüber der Chemosynthese: allgegenwärtiges Wasser kann genutzt werden. Begrenzende
Faktoren der Photosynthesegeschwindigkeit? Wasser Kohlenstoffdioxid
- ist der Gehalt von 0,035% in der Luft optimal für das Pflanzenwachstum?
Bei hoher Lichtintensität ist die Photosyntheserate über einen weiten Bereich der CO2-Konzentration proportional. Der niedrige natürliche CO2-Gehalt der Luft wirkt begrenzend auf die Photosynthese. Praktische Anwendung: Begasung von Gewächshauskulturen mit CO2 zur Ertragssteigerung. Licht
Lichtkompensationspunkt:
Lichtintensität, bei der die Photosynthese gerade soviel Kohlenstoffdioxid
verbraucht, wie bei der gleichzeitig ablaufenden Atmung entsteht. Schattenpflanzen haben bereits bei niedrigeren Lichtintensitäten eine positive Stoffbilanz Temperatur
Im Gegensatz zu einer Enzymreaktion ist eine photochemische Reaktion (Lichtreaktion) weitgehend temperaturunabhängig (vergl. Photographie) Im Schwachlicht wird die Intensität der Photosynthese durch die photochemischen Reaktionen begrenzt. Im Starklicht: Q10 ca. 2, Optimumskurve, Hitzeschädigung durch Denaturierung, Optimum der meisten Pflanzen bei 20 - 30°C. Folgerung:
Die Photosynthese setzt sich aus einem lichtabhängigen (photochemischen)
Reaktionskomplex (Lichtreaktion) und einer Folge von temperaturabhängigen,
enzymatischen Reaktion (Dunkelreaktion) zusammen. Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse:
Aufgaben: Bei sehr hoher Beleuchtungsstärke und sehr hoher Kohlenstoffdioxid-Konzentration nimmt die Photosynthese-Intensität wieder ab und geht im Extremfall sogar auf Null zurück. Erklärung?
3.1.3 Licht- und Dunkelreaktionen
Lichtreaktionen
Pigmente
der Photosynthese Wirksamkeit
verschiedener Spektralbereiche für die Photosynthese? Engelmannscher Versuch:
Strahlung
kann nur wirksam werden, wenn die absorbiert wird. Versuch:
Chromatographie der Blattpigmente 1.
Herstellung einer Rohchlorophylllösuung Tiefgefrorener
Spinat wird in einer Reibschale mit einer Sp Calciumcarbonat versetzt (zur
Neutralisation der in den Blättern enthaltenen Säuren) und mit etwa der fünffachen
Menge Aceton verrieben. Der Farbstoff-Extrakt wird in ein Rg abfiltriert, mit
ca. 1 ml Petrolether versetzt und dann mit Wasser verdünnt. Man schüttelt gut
durch (Überdruck!) und wartet, bis sich die Petroletherphase oben als dunkelgrüne
Schicht abscheidet. Nach
dem gleichen Verfahren kann man frisches Blattmaterial (Blutbuche o.ä.) nach
Zerreiben mit Sand extrahieren. 2.
Dünnschichtchromatographie Die Rohchlorophyllösung wird in einer Kapillare strichförmig auf der mit Bleistift markierten Startlinie aufgetragen (oder nach Eintauchen mit Aceton zur Startlinie hochsteigen lassen).
Entwicklung
des Chromatogramms mit Petrolether/Aceton 3:1. Wegen Lichtempfindlichkeit der
Farbstoffe starke Beleuchtung vermeiden. Nach dem Herausnehmen Frontlinie
markieren und die Farbstoffbanden umranden (die Farben verblassen später größtenteils) Ergebnis:
ß-Carotin, Chlorophyll a (blaugrün), Chlorophyll b (gelbgrün), Xanthophylle Chlorophyll
a,b als wichtigstes Blattpigment
Versuch:
Fluoreszenzinduktion in vivo
Bestrahlung
eines teilweise mit Schablone abgedeckten Blattes mit blauem Licht
(CuSO4-Filter) bei verdunkeltem Raum, anschließend Betrachtung des Blattes nach
Entfernung der Schablone durch ein Rotfilter. Ergebnis:
Die von der Schablone verdeckten Teile des Blattes leuchten hell auf
(Fluoreszenz). Deutung:
Fällt Licht auf ein vorher abgedunkeltes Blatt, so benötigt der
Photosynthesemechanismus einige Zeit, um in Gang zu kommen. So lange wird das
eingestrahlte Licht nicht für die PS genutzt, sondern stattdessen als
Fluoreszenzlicht abgestrahlt. Photosynthetisch
aktive Blätter zeigen nur geringe Fluoreszenz. Zusatzversuche:
Hitzedenaturierung Absorptionsspektren
der Blattpigmente und Vergleich mit dem Aktionsspektrum (=Wirkungsspektrum) der
Photosynthese: Welchen
Beitrag liefert die Strahlungsabsorption der verschiedenen, im
Photosyntheseapparat vorkommenden Pigmente zur Photosynthese? Zur
experimentellen Untersuchung dieser Frage misst man die
blau
grün
orange
rot Ergebnisse
und Schlussfolgerungen aus dem Vergleich der verschiedenen Absorptions- und
Aktionsspektren:
Elektronentransport
bei der Lichtreaktion 6
CO2 + 12 H2O -> C6H12O6
+ 6 O2 + 6 H2O Frage
nach der Herkunft des Sauerstoffs Bakterienphotosynthese
(grüne Schwefelbakterien): 6
CO2 + 12 H2S -> C6H12O6
+ 12 S + 6 H2O Schwefelwasserstoff
ist hier Wasserstoffdonator. In Analogie zur Bakterienphotosynthese müsste bei
der Photosynthese der grünen Pflanzen Wasser als Wasserstoffdonator dienen. Hill-Reaktion:
Isolierte Chloroplasten entwickeln in Gegenwart reduzierbarer Substanzen
Sauerstoff, auch ohne CO2!
O-18-Tracermethode:
Markierung des Wassers mit dem schweren Sauerstoffisotop O-18 -> Der gesamte
O-18 erscheint als photosynthetisch entwickelter Sauerstoff, aber nicht im
Kohlenhydrat: 6
CO2 + 12 H218O
-> C6H12O6 + 6 18O2
+ 6 H2O Ergebnis:
Wasser spiet die Rolle eines Elektronendonators Elektronenentzug
aus dem Wasser wird ermöglicht durch Oxidations- und Reduktionsschritte an
einem Chlorophyllmolekül (Reaktionszentrum)
D ->
P ->
A Lichtabsorption D -> P* -> A Pigment im angeregten Zustand
D ->
P+ e ->
A- Reduktion des
Elektronenakzeptors
D+ e ->
P ->
A- Oxidation des
Elektronendonators e
-> D
-> P
-> A
-> e
Aufnahme u. Abgabe von Elektronen, Wiederherstellung des Ausgangs-
zustands
Photophosphorylierung
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Lehrplan |
Stoffabbau
und Energiefreisetzung Darstellung ohne Strukturformeln und
Einzelschritte; -
anaerober Abbau durch Gärung: Glykolyse Weiterverarbeitung
der Brenztraubensäure Durchführen und Auswerten eines Versuchs zur alkoholischen Gärung
(- GE, V: physiologische Wirkung des Alkohols); Stoff- und Energiebilanz; Rückbildung
von NAD' als Oxidationsmittel; Hinweis auf einen anderen Gärungstyp und seine
Bedeutung (- MT) -
aerober Abbau durch biologische Oxidation Bruttogleichung; Prinzip der abgestuften Energiefreisetzung
und der sukzessiven CO2-Abspaltung (ca. 3 Std.) |
| Literatur | |
| Medien |
|
| Geräte | |
| Chemikalien |
anaerober
Abbau der Glucose: Glycolyse
Versuch:
Gärung

Leben
ohne Sauerstoff - Universalität der Biochemie - Evolution - ältester
Stoffwechselweg
Glycolyse:
Abbau der Glucose zu Brenztraubensäure
|
Glucose |
Glucose -6-phosphat |
Fructose- 6-phosphat |
Fructose- 1,6- bisphosphat |
Glycerinaldehyd-3-phosphat + Dihydroxyaceton-phosphat |
| 1. energieliefernde Reaktion | 2. energieliefernde Reaktion |
|
Glycerinaldehyd -3-phosphat |
Glycerinsäure -3-phosphat |
Glycerinsäure -2-phosphat |
Phosphoenol- brenztraubensäure |
Brenztraubensäure Enolform Ketoform |
Summengleichung
der Glycolyse:
C6H12O6
+ 2 (ADP+P) + 2 NAD -> 2 C3H4O3 + 2 ATP +
2 NADH2
Gärungsvorgänge: Milchsäure und Ethanol
Versuch:
Gärung
Gärungen
verlaufen
anaerob
unter Ausscheidung eines energiereichen Endprodukts
| Glucose |
Glycerinaldehyd- 3-phosphat |
Glycerinsäure- 3-phosphat |
Brenztraubensäure |
Problem:
Regeneration des Wasserstoffakzeptors NAD!
Lösung
A: alkoholische Gärung (Hefe)
Brenztraubensäure
(Decarboxylierung) -> Ethanal - (Wasserstoffübertragung) -> Ethanol
| Brenztraubensäure | Ethanal | Ethanol |
Lösung
B: Milchsäuregärung (Muskel, Joghurt, Sauerkraut)
Wasserstoffübertragung
direkt auf Brenztraubensäure:
| Brenztraubensäure | Milchsäure |
Summengleichungen:
Alkohol-Gärung:
C6H12O6 -> 2 C2H6O
+ 2 CO2
Milchsäure-Gärung:
C6H12O6 -> 2 C3H6O3
Oxidative Decarboxylierung, Citratcyclus, Atmungskette
| Lehrplan |
-
aerober Abbau durch biologische Oxidation Bruttogleichung; Prinzip der abgestuften Energiefreisetzung
und der sukzessiven CO2-Abspaltung (ca. 3 Std.) |
| Literatur | |
| Medien | |
| Geräte | |
| Chemikalien |
Prinzip:
Wassersynthese aus den Elementen (vergl. Brennstoffzelle)
H2
+ ½ O2 -> H2O DG´=
- 237 kJ/mol
Koppelung
mit ATP-Bildung - Oxidation mit Luftsauerstoff -> oxidative Phosphorylierung
- entspricht der Umkehrung der Photolyse des Wassers bei der Photosynthese
Strukturelle
Grundlagen
Citronensäurecyclus
und Atmungskette laufen in den Mitochondrien ab. Die Enzyme der Atmungskette
sind an der inneren Mitochondrienmembran lokalisiert
äußere
Membran, innere Membran, Einstülpungen, Matrixraum, Intermembranraum
Ursprung
des ausgeatmeten Kohlenstoffdioxids!
Zerlegung
des C2-Fragments durch eine Folge von Decarboxylierungen und Dehydrierungen
unter Regeneration des Akzeptors.
Bedeutung
des Citronensäurecyclus
Bereitstellung
von reaktionsfähigem Wasserstoff (NADH2)
Zwischenprodukte
für den Aminosäurestoffwechsel
Die
Energieausbeute ist unbedeutend (1 ATP)
Oxidation
als Entzug von Elektronen (Dehydrierung) z.B.
R-CH2-OH
-> R-CH=O + 2 H+ + 2 e-
Summengleichung
von oxidativer Decarboxylierung der Brenztraubensäure und des
Citronensäure-Cyclus:
CH3-CO-COOH + 3 H2O + 4 NAD + FAD + (GDP+P) -> 3 CO2 + 4 NADH2 + FADH2 + GTP
Atmungskette
Die
Reihenfolge der Redoxsysteme ergab sich aus Redoxpotentialmessungen und dem
Einsatz spezifischer Hemmstoffe.
Schema
der Elektronentransportkette
Oxidation
und Phosphorylierung sind über eine protonenmotorische Kraft miteinander
gekoppelt. Die in den Redoxreaktionen gewonnene freie Energie wird zum Antrieb
von drei Protonenpumpen genutzt:
-
Aufnahme der Protonen aus dem Matrixraum
-
Abgabe der Protonen in den Intermembranraum
Der
Protonengradient wird zum Antrieb einer membrangebundenen Protonenturbine (ATP-Synthase)
genutzt.
ADP-Spiegel
als Regulator (sehr sinnvoll!)
Entkopplung
der oxidativen Phosphorylierung durch chemische Substanzen wir 2.4-Dinitrophenol
- Folge: Wärmebildung statt ATP-Synthese - Bedeutung für Winterschlaf
Versuch:
Spektroskopie der Cytochrome in vivo
In
dicker Hefesuspension herrschen wegen Sauerstoffzehrung anaerobe Bedingungen
-> Cytochrome liegen im reduzierten Zustand vor: 2 Absorptionsbanden - nach
Zugabe von Wasserstoffperoxidlösung (durch Katalasewirkung erfolgt
Sauerstoffabspaltung): Übergang der Cytochrome in der oxidierten Zustand ->
die beiden Absorptionsbanden verschwinden .
Überblick
über die Abbauvorgänge - Energiebilanz
|
Glycolyse |
oxidative Decarboxylierung |
Citratcyclus |
Atmungskette |
|
Cytoplasma |
M
i t o c h o n d r i e n |
||
|
S
u b s t r a t a b b a u |
Endoxidation |
||
|
C6
Glucose ->
2 C3 Brenztraubensäure =>
2 H2 |
->
2 CO2 ->
2 C2 (akt.Essigsäure) =>
2 H2 |
->
4 CO2 (6
NADH2, 2
FADH2) =>
8 H2 |
aus
10 NADH2 und 2 FADH2 |
|
=>
2ATP |
|
=>
2 ATP |
=>
34 ATP |
insgesamt:
38 ATP
Berechnung
der Energieausbeute und des Wirkungsgrades
Vergleich des Wirkungsgrades mit Verbrennungsmotor