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Verfahrensschritte zur Bestimmung der Summenformel einer organischen Verbindung
Isolierung eines Reinstoffes
Wiederholung:
Einteilung der Stoffgemische und Trennungsverfahren
Welche
Eigenschaftsunterschiede werden genützt?
Spezielle
Trenn- und Reinigungsverfahren:
mögliche
Aufgabenstellungen -
Fraktionierte Destillation von Wein -> Ethanol - Soxhlet-Extraktion von Kokosflocken -> Kokosfett
[Zeichnungen] Qualitative Elementaranalyse
Kohlenstoff
a) Erhitzen der Substanz auf Platinblech: Verbrennung mit Flamme oder
Zersetzung unter Abscheidung von schwarzem Kohlenstoff. b) Erhitzen mit Kupfer(II)-oxid (ausgeglüht, fein) im Rggl. mit
Gasableitungsrohr und Kalkwasser: Das gebildete Kohlenstoffdioxid bewirkt Trübung
durch Calciumcarbonat (gleichzeitig Nachweis von Wasserstoff s.u.) (C)geb. + 2 CuO
à CO2
+ 2 Cu CO2
+ Ca(OH)2
à CaCO3 +
H2O Wasserstoff
Beim Erhitzen der Substanz mit Kupfer(II)-oxid Abscheidung von Wasser im
oberen, kalten Teil des Reagenzglases: 2 (H)geb. +
2 CuO à
H2O + 2
Cu Stickstoff
Verschmelzen der Substanz mit metallischem Natrium (VORSICHT!) -
LASSAIGNE-Probe. Bei starkem Erhitzen (Rotglut) bildet sich mit dem stets vorhandenen
Kohlenstoff das thermisch stabile Natriumcyanid, das in Wasser gelöst und mit
wenig Eisen(II)-salz zum Hexacyanoferrat(II)-Komplex umgesetzt wird. Nach
Filtrieren, Ansäuern und Zugabe von Eisen(III)-salz bildet sich Berlinerblau:
+ Fe2+
+ Fe3+ (N)geb.
à
CN-
à
[Fe(CN)6]4-
à Fe4[Fe(CN)6]3
Berliner Blau Schwefel
bildet bei der LASSAIGNE-Probe Natriumsulfid. Aufschlußlösung mit Essigsäure
ansäuern, Blei(II)-acetatlösung zugeben - eine schwarze Fällung beweist
Schwefel: (S)geb. à
S2- à
PbS Halogen
BEILSTEIN-Probe: Probe mit einem glühenden Kupferdraht aufnehmen - sie
zersetzt sich und das Halogen bildet mit dem Kupfer flüchtiges
Kupfer(I)-halogenid, das die Flamme grün färbt. (alternativer Versuch mit
Spritze!) Quantitative Elementaranalyse: Prinzip der Verbrennungsanalyse (4h)
Umwandlung
des qualitativen Nachweisverfahrens in ein quantitatives Problem:
Verbrennung in reinem Sauerstoff führt häufig zur Explosion, bei geringer Sauerstoffzufuhr
bleibt die Verbrennung unvollständig. Verbrennungsanalyse
von LIEBIG (1831)
Die
Probe wird in einem Rohr verbrannt, das mit Kupfer(II)-oxid beschickt ist. Durch
das Rohr wird ein langsamer Sauerstoffstrom geleitet, der einen Teil der
Substanz unmittelbar verbrennt; vollständige Oxidation wird durch Kontakt mit
rotglühendem Kupfer(II)-oxid als Oxidationsmittel erreicht. Metallisches Kupfer
wird durch den Sauerstoff wieder in Kupferoxid zurückverwandelt. Nach
der Verbrennung werden die Absorptionsgefäße gewogen. Beispiel:
Die Verbrennung von 3,525 mg Ethanol lieferte 6,750 mg Kohlenstoffdioxid und
4,112 mg Wasser Auswertung:
Die Masse des Sauerstoffs in der eingewogenen Substanz ergibt sich als Differenz zwischen Einwaage und den gefundenen Werten für Kohlenstoff und Wasserstoff, wenn außer Sauerstoff keine weiteren Elemente in der Verbindung enthalten sind:
Aufgaben: Abitur
1995 I 1. Die
qualitative Elementaranalyse einer Verbindung X ergibt, dass in ihren Molekülen
Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff- und Sauerstoff-Atome gebunden sind.
Bei der vollständigen Oxidation von 122,0 mg der Verbindung X entstehen
84,6 mg Wasser und 155,1 mg Kohlenstoffdioxid.
Der Stickstoffanteil der Verbindung X wird in einem weiteren
Analyseschritt in elementaren Stickstoff übergeführt; bei der Einwaage von
115,0 mg der Verbindung X entstehen 24,7 ml Stickstoff (Normzustand). Berechnen Sie die empirische Formel (Verhältnisformel) der Verbindung X! Der Gang der Berechnung muss klar ersichtlich sein. [6 BE] Ergebnis:(C3H8O2N2)x
Molmassenbestimmung
Übung: Bestimmung der molaren Masse von Magnesium Dampfdichte-Bestimmung nach Victor Meyer Bestimmung
der Molekülmasse mit dem Massenspektrometer Bestimmung der molaren Masse einer leichtflüchtigen Verbindung
Um
in der empirischen Formel (CxHyOz)n
die Zahl n angeben zu können, muss die Molmasse der Verbindung bestimmt werden. Allgemeine
Gasgleichung - Zustandsgleichung idealer Gase Ein
„ideales“ Gas besteht in allen Temperatur- und Druckbereichen aus Teilchen,
die sich gegenseitig weder abstoßen noch zusammenlagern. Modellvorstellung:
elastische, kleinste Kugeln, die infolge ihrer thermischen Energie
aufeinanderprallen. Schließt man Gase in Gefäße mit einer beweglichen Wand
ein, z.B. in einen Zylinder mit Kolben, so hängt das Volumen einer Gasportion
nur vom Druck p, von der Temperatur T und der Teilchenmenge n ab.
Erweiterung der allgemeinen Gasgleichung:
p0
= Normdruck: 1,013*105 N/m2 V0
= Volumen des Gases im Normzustand T0
= Normtemperatur: 273,15 K
Gaskonstante R = 8,3143 NmK-1mol-1
allgemeine
Gasgleichung
Versuch (Übung): Bestimmung der molaren Masse von Magnesium:
Bestimmung der molaren Masse einer leichtflüchtigen Verbindung nach dem Prinzip der Luftverdrängung
Auswertung:
Dampfdichte-Bestimmung nach Victor Meyer Dabei
wird das Volumen gemessen, das der Dampf einer genau gewogenen Probe der zu
untersuchenden Substanz einnimmt.
bei
der Auswertung zu berücksichtigen: p(baro) = p(Luft) +
p(H2O) + p(hydro)
Sättigungsdampfdruck
hydrostatischer Druck
des Wassers
der Wassersäule => p(Luft) = p(baro) - p(H2O)
- p(hydro) Ermittlung der Summenformel aus empirischer Formel und Molekülmasse (5h)
Bestimmung
der Molekülmasse mit dem Massenspektrometer
-
Ionisierung der Substanzprobe durch einen Strahl von schnellen Elektronen
liefert positiv geladenen Ionen durch Herausschlagen von Elektronen -
Beschleunigung der Ionen durch ein elektrisches Feld (Abhängigkeit der
Geschwindigkeit von der Masse: leichtere Ionen bekommen höhere Geschwindigkeit) -
Wenn die Spannung variiert wird, verschiebt sich der Weg der Ionen.
Beim Auftreffen auf den Detektor wird ein Signal erzeugt.
Massenspektrum
von n-Octan C8H18 CH3-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2-CH2-CH3 Aufgaben
zur Molekülmassenbestimmung_und zur quantitativen Elementaranalyse: [1987 II 1.1] Um die
Molekülmasse einer organischen Substanz zu bestimmen, wird ein Teil der zu
analysierenden Substanz in einem auf 393 K erhitzten 1-Liter-Gefäß verdampft.
Dabei erzeugen 1,000 g der Verbindung einen Druckanstieg von 0,545*105
N/m2. Berechnen Sie die Molekülmasse! [Ergebnis: M = 60 u] Lösung
Ein Gefäß mit 20 mg
Methanol wird in einer 2,5 l fassenden, auf 80°C gewärmten Flasche zertrümmert.
Das Methanol verdampft und verdrängt 18,0 cm3 Luft (Luftdruck:
0,998*105 N/m2). Berechne die Molekülmasse
von Methanol! [Ergebnis: M = 32,7 u] Lösung
Mit Hilfe des
Verfahrens nach Viktor Meyer wird die Molekülmasse einer unbekannten
organischen Substanz X bestimmt. Bei einer Einwaage von 0,069 g bei 220°C und
0,981*105 N/m2 entstehen 21 ml Gas. Ermittle die
Summenformel der Verbindung X, wenn die Elementaranalyse 70,6% Kohlenstoff, 5,9%
Wasserstoff und 23,5% Sauerstoff (Massenprozente) ergibt! [Ergebnis: M = 137,3
u; Summenformel: C8H8O2] Lösung Berechnung der
Molmasse
Berechnung der Verhältnisformel
Summenformel: C8H8O2
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